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50 Jahre Putsch in Chile | 50 Jahre Widerstand

KUNDGEBUNG am 11. September | 13 bis 19 Uhr | Allende-Platz | Hamburg Rotherbaum

* MUSIK * VORTRÄGE * INTERNATIONALE GRUSSWORTE * PERFORMANCES und MEHR

Die Zahl der unterernährten Menschen auf der Welt ist im Jahr 2022 auf 828 Millionen gestiegen. Obwohl eine Mehrheit der Weltbevölkerung unter elenden Bedingungen leben muss, sind Ressourcen im Überfluss vorhanden. So produzieren wir beispielsweise genug Nahrungsmittel, um 10 Milliarden Menschen nachhaltig zu ernähren.
Die Lösung solcher Weltprobleme bedarf einer human vernünftigen Veränderung aller gesellschaftlichen Beziehungen. In Gegnerschaft dazu behaupten alte, aber hartnäckige Ideologien aus vordemokratischen Zeiten, dass viele Menschen aufgrund ihres „Schicksals“ oder einer anderen „religiösen Sanktion“ im Elend leben – z. B. aus mangelnder Eigenverantwortung und Faulheit oder weil es einfach nicht genug Ressourcen gäbe. Teil dieser Irrationalität sind kriegerische geopolitische Konflikte und die
„Austerität“ , also die Politik der Verknappung öffentlicher Mittel auf Kosten des allgemeinen Wohls. Und wieder wird eine „Ära der Knappheit“ propagiert. Diese Parolen und ihre Prediger sind
von gestern.
Um menschenwürdige Lebensverhältnisse für alle hervorzubringen, sind überzeugte und engagierte Akteure notwendig. Heute, 50 Jahre nach dem CIA-gesteuerten Militärputsch gegen die sozialistische Regierung Chiles von Salvador Allende, bleibt die Unidad Popular ein positives geschichtliches Beispiel.
Die Unidad Popular war ein Bündnis verschiedener Parteien, Weltanschauungen und sozialer Gruppen. Diese vereinten sich 1969 in Chile im Streben nach Befreiung der Menschheit von Ausbeutung und Erniedrigung. Sie wollte „[…] die Grundlagen für eine neue Gesellschaft schaffen […], die allen ihren Mitgliedern soziale Gleichheit, Wohlstand, Freiheit und Würde bietet.“ (Salvador Allende, United Nations Conference on Trade and Development 1972, Chile.) Sie entstand mitten im „Kalten Krieg“, in einer Phase, in der die multinationale Kartelle ihre Weltmacht konsolidieren wollten und diktatorische Regime in Länder der sogenannten „Dritten Welt“ installiert wurden, um soziale Bewegungen davon abzuhalten, weitrechende Reformen durchzusetzen.
„Chiles Weg zum Sozialismus“ („La vía chilena hacia el socialismo”) war ein langfristig herausgebildetes Projekt, das von radikal-humanistischen Kräften der Unidad Popular koordiniert wurde und durch umfassende Zusammenarbeit von Gewerkschaften, Gemeinden, Parteien und sozialen Bewegungen den Aufbau einer besseren Gesellschaft beinhaltete. Dass durch den Aufbau von demokratischen Einrichtungen ein verfassungsmäßiger, friedlicher Weg zur grundsätzlichen sozialen Veränderung möglich ist, war ein umkämpfter Konsens des Bündnisses. Die Unidad Popular wirkte auf die Herausbildung einer Alternative zum Imperialismus hin – vor allem durch die Demokratisierung der Wissenschaft, die Nationalisierung von Ressourcen und Schlüsselindustrien sowie umfassende Agrarreformen und eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land. Das gelang ihr insbesondere durch die Kooperation unterschiedlicher progressiver Weltanschauungen und als systemübergreifende Konfliktlösung. Ein Affront für den US-amerikanischen Imperialismus und ein positiver Anhaltspunkt für aktuelle Kämpfe.
Eine umfassende Demokratisierung aller Bereiche der Gesellschaft, eine strategische Gestaltung der Weltproduktion mit Vermenschlichung als Hauptzweck anstelle von Profit und Krieg und eine kritische Aufarbeitung der neoliberalen Zerstörung auf jeder Ebene – ökologisch, ökonomisch, sozial und persönlich – steht heute auf der geschichtlichen Tagesordnung. Vor diesem Hintergrund wollen wir uns der tiefgreifenden Wirkung der Unidad Popular damals und heute widmen. Alle sind eingeladen, an dieser Kundgebung teilzunehmen!

Aufrufende: AStA-Referat für internationale Studierende (V.i.S.D.P.), Voz Latina, Café Internationale Solidarität (B5), Grupo Resistencia, International Solidarisch – Schluss mit Austerität (ISSMA)

Der Flyer findet sich hier zum Download als [pdf].