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Filmseminar: Die Musik der Partisanen
Am 22. Juni 1941 begann die faschistische, deutsche Wehrmacht mit dem Überfall auf die Sowjetunion den grausamsten Raub- und Vernichtungsfeldzug in der Geschichte der Menschheit. Über 27 Millionen Sowjetbürger:innen wurden ermordet, ganze Landstriche verwüstet, entvölkert und auf Jahrzehnte unbewohnbar gemacht. Vier Jahre später gelang es den gemarterten Menschen der sozialistischen Sowjetrepubliken (im Verbund mit den internationalen Kräften der Anti-Hitler-Koalition), die Welt von der Geißel des Faschismus zu befreien. Bereits zum zweiten Mal beendete ihre revolutionäre Friedenstat einen vom deutschen Militarismus entfesselten Weltkrieg.
Nicht nur diese Geschichte soll heute vergessen gemacht werden, wenn der Krieg in der Ukraine zum Vorwand dienen soll, Deutschland erneut für eine militärische Niederschlagung Russlands zu rüsten. Auch die aktuell umso drängender zu verwirklichenden historischen Lehren, wie es gelang, Faschismus und Krieg zu überwinden, sollen auf diese Weise getilgt werden. Einen entscheidenden Anteil daran hatte die mit dem proletarischen Internationalismus verbundene, gesellschaftliche Verallgemeinerung des kulturellen Menschheitserbes, wie sie in der Sowjetunion beispielgebend realisiert wurde.
Von der unbezwingbaren Qualität dieses revolutionären Bewegers kündet der 1971 nach einer authentischen literarischen Vorlage entstandene Film „Die Musik der Partisanen“ des belarussischen Regisseurs Lev Golub.
Der 8-jährige Wassilij, durch den Überfall der Deutschen zum Waisen gemacht und aus seinem Dorf vertrieben, zieht Geige spielend durch das besetzte Belarus, um sich durchzuschlagen. Mit seinem virtuosen Spiel alter Volksweisen gibt er den Menschen Hoffnung, was den Besatzern ein Dorn im Auge ist. Von ihnen verjagt, trifft Wassilij im Wald auf Partisanen und überzeugt sie von seinem Nutzen für den Widerstand. Er hilft ihnen mit seiner Musik bei Sabotageakten gegen die Nachschublinien der Faschisten. Mit seinem neuen „Ziehvater“ Maxim wird er jedoch nach einer heiklen Mission gefasst. Während die Nazis brutale Vergeltungsmaßnahmen gegen die städtische Zivilbevölkerung vorbereiten und Maxim misshandeln, um Informationen über die Widerständler zu erpressen, lernt Wassilij den ebenfalls inhaftierten und für die Lagermusik abgestellten polnischen Pianisten Franek kennen. Gegen anfänglich tief gesätes Misstrauen erkennen die beiden über die Musik einander als zutiefst humanistisch bewegte Gegner der Nazis mit gemeinsamer Geschichte und zu erstreitender Zukunft. Auf diese unverbrüchliche Weise verbunden gelingt ihnen der Plan, die umliegenden Partisanen zu kontaktieren und mithilfe der Oginskischen Polonaise – eines aufklärerischen Widerstandsliedes – die Befreiung der Inhaftierten vom Nazijoch ins Werk zu setzen. Ihre klangvoll begründete Freundschaft bildet so den Nukleus für den Aufbau der neuen, besseren Gesellschaft jenseits von Krieg, Ausbeutung, Unterdrückung und Elend.
So vermittelt die schauspielerisch einzigartig in Szene gesetzte Filmparabel einen erkenntnisreichen Eindruck von der revolutionären Tragweite aufklärerischer Kunst, radikal-egalitärer Sympathie und der Herausbildung ästhetisch-qualifizierter, historischer Persönlichkeiten für die Schaffung einer Welt, in der der Mensch dem Menschen prinzipiell, vorbehaltlos und in stetig genussvoll-anregender, gegenseitig förderlicher Gestaltung ein Freund sein kann. Die auf diese Weise substantiierte Menschenliebe überwindet jede Barbarei. Lernend aus der Geschichte bildet sie die Gegenwart für eine unumkehrbar erfreuliche Zukunft des Gattungswesens Mensch. Ein:e Jede:r möge daran teilhaben. „Und aus Niemals wird: Heute noch!“
International solidarisch – Schluss mit Austerität!
„Eines Abends hörte Lenin in Moskau bei Frau E.P. Peschkowa Beethovensche Sonaten in der Wiedergabe von Issai Dobrowejn und machte die Bemerkung: >Ich kenne nichts Schöneres als die ‚Appassionata‘ und könnte sie jeden Tag hören. Eine wunderbare, nicht mehr menschliche Musik! Ich denke immer mit Stolz, vielleicht naivem Stolz: Seht mal an, solche Wunderwerke können die Menschen schaffen!<“
Maxim Gorki, „Erinnerungen an Zeitgenossen“, 1928.
Den Flyer findeht ihr hier auch als [pdf] zum Download.