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Mit Umverteilung solidarisch aus der Krise? – Diskussionsveranstaltung zu Arbeitszeitverkürzung mit Christoph Ehlscheid (IG Metall)

Mai 31 @ 18:00 - 20:00

Mit Umverteilung solidarisch aus der Krise?
Dafür Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich!

mit Christoph Ehlscheid (Bereichsleiter Sozialpolitik beim Vorstand der IG Metall)
Mittwoch, 31. Mai 2023, 18 Uhr, Raum Syntagma (Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5, Eingang Fröbelstraße, neben Haspa-Café)

 „Wenn unsere erste Priorität ist, bei vollem Lohnausgleich weniger zu arbeiten, gewinnen wir international kein Spiel mehr. […]Unsere Industrie befindet sich in einer Jahrhundert-Transformation. Da müssen wir die Ärmel hochkrempeln. Sonst verlieren die deutschen Autohersteller ihren Spitzenplatz auf der Welt.“
(Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender Mercedes Benz in „Bild am Sonntag“, 30.04.2023)

„Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben ausgefunden: daß diese Erde groß genug ist; daß sie jedem hinlänglich Raum bietet, die Hütte seinen Glücks darauf zu bauen; daß die Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf Kosten des anderen leben will; und daß wir nicht nötig haben, die größere und ärmere Klasse an den Himmel zu verweisen.
(Heinrich Heine, „Die romantische Schule. Drittes Buch“, 1833.)

Eine sozial gerechte, tatsächlich konjunkturbelebende und nachhaltig das Leben Aller verbessernde Lösung der tiefgreifenden Krise gelingt nur, wenn der stetig wachsende gesellschaftliche Reichtum auch endlich denjenigen zu Gute kommt, die ihn schaffen. Und wenn diejenigen zur Kasse gebeten werden, die ihn sich privat aneignen und so die Krise stets vertiefen. Alle Aktivitäten, die nachhaltig die Binnenkaufkraft durch Lohnerhöhung und Umverteilung von Oben nach Unten stärken, sind dafür zu intensivieren.

So ist beispielgebend der Kampf für eine massive Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich ein elementarer Beitrag für die Durchsetzung einer dringend erforderlichen, sozialpolitischen Zeitenwende.

Eine solche Arbeitszeitverkürzung bedeutet Arbeitsplatzerhalt und -ausbau, Humanisierung der Arbeit, Ausweitung demokratischer Teilhabe und eine direkte Ankurbelung der stockenden Konjunktur im gesamtgesellschaftlichen Maßstab. Die Produktivität wächst, weil konzentrierter und gesünder gearbeitet wird. Die Nachfrage steigt, weil die Löhne relativ und damit die Steuereinnahmen steigen. Das Damoklesschwert der Erwerbslosigkeit stumpft ab und die Masse der um Billiglohnjobs Konkurrierenden schrumpft. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung über Sinn, Inhalt und Ausgestaltung der Arbeit führt zu einer erheblichen Demokratisierung der Betriebe, was auch Konversionsvorhaben für ökologische und zivile Produktion vorantreiben kann. Die gewonnene Zeit ermöglicht es den Arbeiter:innen, sich politisch, sozial und kulturell auf vielfältige Weise zu engagieren. Das alles stärkt das gesellschaftliche Selbstbewusstsein von Arbeiter:innen und Gewerkschaften zur gemeinsamen Gestaltung humaner Arbeits- und Lebensbedingungen für die Entfaltung und Wohlentwicklung Aller. So kommt die steigende Produktivität der Bevölkerung zugute, statt im wachsenden Profit zu verschwinden.

Gerade in der Krise wird immer augenscheinlicher, wie elementar die tagtägliche Arbeit der Vielen für die Aufrechterhaltung und Realisierung der gesellschaftlichen Lebensgrundlagen insgesamt ist. Die Produktivität der Arbeit ist mittlerweile so hoch, dass hierzulande eine generelle 28-Stunden-Woche längst mehr als möglich wäre. Der Kampf für die 35-Stunden-Woche in den 1980er-Jahren war die erfolgreichste gesellschaftliche Massenmobilisierungsaktivität der Gewerkschaften in jüngerer Vergangenheit. Ein Beispiel, von dem sich lernen lässt.

Vor diesem Hintergrund sind die Diskussionen zur Arbeitszeitverkürzung und die Ankündigung der IG Metall, in den Tarifverhandlungen der Stahlindustrie für die Einführung der 4-Tage-Woche zu kämpfen, sehr zu begrüßen. Darüber, wie dieser notwendige und lange überfällige Impuls gesellschaftlich verallgemeinert werden kann, wollen wir mit Christoph Ehlscheid diskutieren.

Den Flyer gibt es hier auch als PDF-Datei.

Details

Datum:
Mai 31
Zeit:
18:00 - 20:00

Veranstaltungsort

Syntagma
Von-Melle-Park 5
Hamburg, 20146 Deutschland
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Veranstalter

International solidarisch: Schluss mit Austerität