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Filmseminar: In der Hitze der Nacht

Oktober 14 @ 18:00 - 22:00

(Spielfilm | Regie: N. Jewison | USA 1967 | 109 Min. | deu)


Rassismus ist nicht nur eine menschenfeindliche Ideologie, die gesellschaftlich gemachte Ungleichheiten naturalisiert und Gewalt gegen so herabgewürdigte Menschen legitimieren soll. Er dient – gerade in Krisenzeiten – auch der Verschleierung und Aufrechterhaltung infragestehender Ausbeutungsstrukturen, die diese Ungleichheiten bedingen, und richtet sich insofern gegen Alle. Die US-amerikanische „Black Lives Matter“-Bewegung, die sich aus dem wachsenden Unmut über Polizeigewalt, Diskriminierung, jahrzehntelang neoliberale Prekarisierung und soziale Entrechtung – durch die Corona-Maßnahmen der Trump-Regierung exorbitant verschärft – speist, gewinnt ihre stetig wachsende Wirkung gerade dadurch, dass sie den Kampf für die Rechte der People of Colour mit dem Kampf für Frieden und soziale Gleichheit als Voraussetzung für die freie Entfaltung Aller verbindet. Eine die Gesellschaft grundlegend transformierende Bedeutung haben diese wie vergleichbare aktuelle Bewegungen weltweit auch deshalb, weil sie Erkenntnisse und Erfahrungen der 68er- und Bürgerrechts-Bewegung aufgreifen und aktualisiert zur Geltung bringen.

Ein bahnbrechendes Dokument dieser Bewegung ist der vielfach preisgekrönte, multiple Tabus brechende Film „In the Heat of the Night.“

Virgil Tibbs gespielt von Sidney Poitier, seinerzeit der erste afroamerikanische Hauptdarsteller in einem Hollywood-Film, wird am Bahnhof des Provinzstädtchens Sparta, im tief rassistisch geprägten Mississippi, allein aufgrund seiner Hautfarbe des Mordes an einem reichen Industriellen beschuldigt und verhaftet. Als klar wird, dass er ein in Mordaufklärung spezialisierter Polizeibeamter aus Philadelphia ist, beginnt die Auseinandersetzung mit dem ebenfalls nicht wenig vorurteilsbehafteten örtlichen Polizeichef (Rod Steiger) um die Klärung des Falls, in deren Verlauf die tief rückständigen, provinziell-biederen, sozial und kulturell verrohten Strukturen und Mentalitäten des feudal gebliebenen Südstaaten-Amerikas immer stärker zu Tage gefördert und filmisch selbst auf die Anklagebank gebracht werden. Aus unterschiedlichen Motiven an der Wahrheitsfindung interessiert, nähern sich die auf ihre Weise den gängigen Klischees widersprechenden Polizeibeamten an. Ihre Verbundenheit in der Sache und die streitbar entwickelte Erkenntnis ihrer soziokulturellen Gemeinsamkeiten lässt sie schädliche Vorurteile überwinden und den Fall letztlich erfolgreich lösen. Die Schlussszene ist die Manifestation einer gegen alle Widrigkeiten errungenen Freundschaft, die versinnbildlicht, worum es gesellschaftlich geht: Eine Welt, in der der Mensch dem Menschen ein Freund ist.

Mit dem engagierten Verwirklichen dieser Perspektive gelingt die Überwindung von sozialer Ungleichheit, Vorurteilen und Einschränkungen aller Art. Die Persönlichkeiten wachsen in der gesellschaftlichen Kontroverse darum. Jede Bewegung in diesem Sinne ist lohnend und weitet den Horizont.

Ein lehrreicher Meilenstein der Filmgeschichte, von denen es heute durchaus mehr geben darf.
Insofern und jetzt erst Recht – International solidarisch: Schluss mit Austerität!

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet worden sind, worunter sind Leben, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. […]Wenn aber eine lange Reihe von Mißhandlungen und gewaltsamen Eingriffen, unabläßlich auf denselben Gegenstand gerichtet, eine Form erkennen lässt, sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen.“
Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, Präambel, 4. Juli 1776.

Den Flyer findet ihr hier auch als pdf.

Details

Datum:
Oktober 14
Zeit:
18:00 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Anna-Siemsen-Hörsaal
Von-Melle-Park 8
Hamburg, 20146 Deutschland