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Fahrenheit 11/9

Juni 5 @ 21:00 - 23:30

(Doku | Regie: M. Moore | USA 2018 |128 Min. | deu.)


„HOW THE FUCK DID THIS HAPPEN?“ – wie zur Hölle konnte es dazu kommen, dass ein extrem reaktionärer, nationalistischer, autoritärer, menschenfeindlicher und kriegslüsterner Immobilien-Millardär wie Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt wird? Der 9. November 2016, an dem das geschah, war für fast Alle ein Schock – für nicht Wenige jedoch dennoch keine Überraschung. Jahrzehntelange marktradikale Deformierung einer ohnehin schon extrem ungleichen (und tief rassistischen) Gesellschaft, die Aushöhlung demokratischer Strukturen durch immer mächtiger werdende große Konzerne, das medial in Endlosschleife verbreitete Mantra der Alternativlosigkeit und die soziale Ignoranz der politisch Verantwortlichen einer ach so liberalen Gesellschaft gegenüber der brodelnden Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung: so werden Ungeheuer geschaffen.

Dieser Grundthese folgend präsentiert der US-amerikanische Filmemacher und Aktivist Michael Moore in seiner Dokumentation „Fahrenheit 11/9“ eine schonungslose Abrechnung mit dem verkommenen politischen System spätneoliberaler Prägung und entwirft ein flammendes Plädoyer für einen fundamentalen, gesellschaftlichen Wandel. Er zeigt vor allem eines: Trump ist eben nicht Ursprung allen Übels, sondern zugespitzter Ausdruck eines korrupten, fauligen, den Interessen der großen Bevölkerungsmehrheit strukturell feindlich gesinnten Geschäfts. Devote Landespolitiker, die zugunsten von Konzernprofiten jahrelang wissentlich der gesamten (mehrheitlich schwarzen) Bevölkerung einer Gemeinde vergiftetes Trinkwasser zuführen, Medien, die – immer die Einschaltquoten im Kopf – Trump hofieren und seine Diskurse unhinterfragt übernehmen, inzestuös-etablierungssüchtige Parteistrukturen, bei Republikanern wie Demokraten, die tatsächliche Opposition bekämpfen: eine marktkonforme Gesellschaft im Endstadium.

Die höchst lebendige Hoffnung und Alternative dazu ist der reifende, engagierte und zunehmend organisierte Aufbruch der Vielen für eine ganz andere, tatsächlich menschliche Welt. So richtet Michael Moore den Blick auch auf die wachsenden sozialen Bewegungen, die Trump und dem Ancien Régime die Stirn bieten: die arbeiterbewegten Lehrer*innen in West Virginia, die ihren Streik auch dann fortsetzen, wenn die Gewerkschaftsleitung ihn schon aufgegeben hat, und so auch für das übrige Schulpersonal und die Busfahrer*innen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen, der millionenstarke Women’s March in Washington, die für schärfere Waffenkontrollgesetze kämpfenden Schüler*innen aus Parkland, Florida und schließlich die revoltierenden alten und neuen Repräsentant*innen des demokratischen Sozialismus innerhalb der demokratischen Partei und im US-Kongress.

Mit der klassischen Prise Moore’scher Ironie ist „Fahrenheit 11/9“ eine schneidend heilsame Entmystifizierung der Krisenphänomene unserer Zeit und ein unmissverständlicher Aufruf, die Geschicke einer dringend solidarisch und menschenfreundlich zu gestaltenden Gesellschaft gemeinsam in die Hand zu nehmen – in den USA und auf der ganzen Welt.

„Es kommt der Tag, da wird sich wenden
Das Blatt für uns, er ist nicht fern.
Da werden wir, das Volk, beenden
Den großen Krieg der großen Herrn.[…]
Es wird der Tag, doch wann er wird,
Hängt ab von mein- und deinem Tun.
Drum wer noch nicht mit uns marschiert,
Der mach sich auf die Socken nun.“
Bertolt Brecht, „Lied der Mutter Courage“, 1939.

Den Flyer findet ihr hier auch als pdf.

 

Hinweis: Am 1. Mai ist die Volksinitiative zum Streichen der Schuldenbremse aus der Hamburgischen Verfassung gestartet. Listen zum Unterschreiben gibt es sowohl im Kino, wie auch hier.

 

Details

Datum:
Juni 5
Zeit:
21:00 - 23:30

Veranstaltungsort

Philturm
Von-Melle-Park 8
Hamburg, Hamburg 20146 Deutschland

Veranstalter

International solidarisch: Schluss mit Austerität