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Filmseminar: Kein Land für niemand

Februar 18 @ 20:00 - 23:30

(Doku | Regie: Maik Lüdemann/Max Ahrens | D 2025 | 112 Min. | deu)


Das Recht auf Asyl ist eine zwingend positive Schlussfolgerung aus der Überwindung von Faschismus und Weltkrieg. In seiner 1949 uneingeschränkten, grundgesetzlich verankerten, ursprünglichen Form bildet es eine untrennbare Einheit mit der Friedenfinalität des Grundgesetzes, dem Gleichheitsprinzip der unantastbaren Menschenwürde, dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie der weiteren Grundrechte, dem Sozialstaatsgebot als gesellschaftlichem Entwicklungsauftrag, dem Verbot von jeglicher Vorbereitung eines Angriffskriegs (inklusive der Bildung einer deutschen Armee), der Allgemeinwohlverpflichtung des Eigentums und der direkten Geltung von Völker- und Menschenrecht als deutschem Recht. Die Aggressivität der Infragestellung des Asylrechts und die damit verbundene sozialdarwinistische Demagogik, mit der insbesondere Migrant:innen und Geflüchtete zu gesellschaftlichen Sündenböcken erklärt werden sollen, denen gegenüber jegliche Inhumanität gerechtfertigt sei, steht im Zusammenhang mit der fundamental neu zu entscheidenden, gesamtgesellschaftlichen Entwicklungskontroverse unserer Zeit: globale Verwirklichung der historischen Maßstäbe und Errungenschaften einer humanen Zivilisationsentwicklung oder Rückfall in die Barbarei.

In dieser Kontroverse bildet der 2025 von Max Ahrens und Maik Lüdemann veröffentlichte Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand“ einen unverzichtbaren Aufklärungsbeitrag.

Ausgehend von der These, dass der Anfang 2025 mithilfe einer Mehrheit von AfD und CDU gefasste Bundestagsbeschluss zur „Schließung“ der deutschen Außengrenzen eine negative historische Zäsur darstellt, beleuchtet er die politisch-medialen und gesellschaftlichen Dynamiken, die zu diesem Ereignis geführt haben, sowie das vielzahlige, zivilgesellschaftliche Engagement für eine notwendige Tendenzwende. Im Fokus steht dabei zum einen der schädliche Zusammenhang zwischen einer neoliberalen (Austeritäts-)Politik, die seit Jahrzehnten sozialstaatliche Errungenschaften untergräbt, dem wachsenden Unmut über die damit geschaffene Perspektivlosigkeit in weiten Teilen der Bevölkerung, der zunehmend von extrem rechten Kräften über irrationale Angstdiskurse zu einer Verrohung der Alltagskultur hat umgelenkt werden können, die wiederum eine immer offener menschenfeindliche, repressive Abschottungspolitik nach Außen und eine „Teile und Herrsche“-Agenda nach Innen befördert. Gleichzeitig wird aber auch der unermüdliche, humanitäre Einsatz einer wachsenden Zahl solidarisch-verantwortungsbewusster Akteure in den Blick genommen, deren beispielgebendes Wirken u.a. in der zivilen Seenotrettung in Verbindung mit dem politischen Kampf um die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte einen gewichtigen, hoffnungsstiftenden Beitrag zur Herausbildung einer humanen Alternative darstellt. Anhand von zahlreichen Interviews mit den Protagonist:innen dieser Bewegung, mit Politiker:innen, Migrationsforscher:innen und Medienexpert:innen wird auf profunde und anschauliche Weise das ideologische Grundtheorem aus den Angeln gehoben, eine vom Maßstab der Humanität bestimmte Migrationspolitik sei mit den sozialen Interessen der bundesdeutschen Bevölkerung unvereinbar.

Auf diese Weise trägt der Film nachdrücklich dazu bei, den gegenteiligen Zusammenhang zu erkennen und praktisch relevant zur Geltung zu bringen: erst mit der radikal-egalitären Verwirklichung des grundlegenden Humanitätsgebots und des Rechts auf Persönlichkeitsentfaltung eine:s Jede:n – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sozialem Status, etc. – gelingt die Verwirklichung der solidarischen Entfaltung Aller. So gewinnt die Schlussfolgerung „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“ neu aktuelle, persönlich handlungsleitende, gesellschaftliche Bedeutung. Eine bessere Welt ist möglich! Jede:r hat dafür Bedeutung.

Darum: International solidarisch – Schluss mit Austerität!

„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“
Grundgesetz Art. 16 (2) in der ursprünglichen Fassung, 1949-1993.

Den Flyer findet ihr auch als [pdf] zum Download.

 

Details

  • Datum: Februar 18
  • Zeit:
    20:00 - 23:30
  • Veranstaltungskategorie:

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