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Filmseminar: „Agora – Von der Demokratie zum Markt“

November 14 @ 20:00 - 23:00

Agora – Von der Demokratie zum Markt,  GR 2014, Deutsch, 92 min


In der antiken Gesellschaft Griechenlands bildete die Agora, häufig an Wegkreuzungen zwischen den Dörfern bzw. im Zentrum der späteren Städte gelegen, das Herz der gesellschaftlichen Entwicklung. Hier entschied der „Demos“ (das Volk) über alle Belange der Polis (des Gemeinwesens); hier wurden gewonnene Erkenntnisse tradiert und weiterentwickelt, produzierte Lebensmittel und Güter ausgetauscht, debattiert, philosophiert, zu Gericht gesessen, musische und sportliche Wettstreite ausgetragen, kurz: das gemeinschaftliche Leben organisiert. Das Fehlen einer Agora galt schon dem Dichter Homer als ein Zeichen für Rechtlosigkeit und Rückständigkeit.

Diese frühe Form der Demokratie ging schließlich durch die Zunahme sozialer Ungleichheit zugrunde und wurde durch die Oligarchie (Herrschaft von Wenigen) beseitigt: Es fehlten ihr noch die materiellen Grundlagen, um als gesellschaftliches Prinzip dauerhaft zu gedeihen. Das ist heute, da die global produzierten Reichtümer das Bedürfnisniveau der Menschheit um ein Vielfaches übersteigen, anders. Umso zerstörerischer wirkt die soziale Ungleichheit in der heutigen Welt.

Der Filmemacher Yórgos Avgerópoulos richtet mit seinem Film den Blick auf die sozialen, politischen und kulturellen Verheerungen, die in Griechenland durch die Austeritätspolitik angerichtet wurden. Die bewegende, dokumentarische Ausarbeitung zeigt die Auswirkungen, Ursachen und (politisch) Verantwortlichen der jüngsten Krise seit 2008 und den Kampf der Bevölkerung ums Überleben, um die Rückgewinnung der eigenen Würde und für ein umfassend solidarisches, besseres Leben. Analytisch klärt er auch über die wesentlich verbreiteten Mythen rund um die Kürzungspolitik auf und zeigt: sie dient nicht nur der Zunahme der Ungleichheit, verstärkt reaktionäre und faschistische Kräfte, verringert nicht mal die Schulden und wirkt gegen die Interessen der Bevölkerungen aller Länder, sondern entbehrt auch jeglicher wirtschaftswissenschaftlich haltbaren Grundlage. Er macht damit auch deutlich: Aufklärung, Widerstand und das engagierte, organisierte Wirken für die souveräne, gemeinschaftliche, menschenwürdige Gestaltung der Welt haben entscheidende Bedeutung für die Überwindung des Elends – in Griechenland wie überall. Der Kampf ist ein gemeinsamer. Wir haben es in der Hand, die neue „Agora“ zu bilden.

Um von Volksherrschaft zu reden, muß man dem Wort Überzeugung einen neuen Sinn verleihen. Es muß bedeuten: Das Überzeugen der Menschen. Volksherrschaft bedeutet Herrschaft der Argumente.“

Bertolt Brecht, „Me-Ti * Buch der Wandlungen“, entstanden um 1930.

 

Hier findet ihr den Flyer als pdf

Details

Datum:
November 14
Zeit:
20:00 - 23:00

Veranstaltungsort

Anna-Siemsen-Hörsaal
Von-Melle-Park 8
Hamburg, 20146 Deutschland