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SUMMARY:Filmseminar: Nae pasaran!
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Felipe Bustos Sierra | CHL/SCO 2018 | 96 Min. | OmU)\n\n\nBeginn wieder um 20 Uhr.  \n\n\nDemokratie bedeutet „Herrschaft des Volkes“. Ohne deren tatsächliche Verwirklichung in allen gesellschaftlichen Bereichen\, d.h. insbesondere in Wirtschaft\, Politik\, Medien\, Kultur und Recht\, bleibt sie eine liberale Chimäre\, die nichts anderes ist als die Herrschaft der wenigen Reichen und ökonomisch Mächtigen über die vielen einflusslos arbeitend Armen – unter dem Vorzeichen formal gleicher Rechte. Sie ist (erst recht militärisch) nicht zu verteidigen\, sondern zugunsten der tatsächlichen Souveränität der Vielen über den kollektiven Geschichtsprozess umzugestalten. \nDen ersten Versuch in dieser Hinsicht unternahm die Bevölkerung Chiles\, als sie 1970 Salvador Allende zum Präsidenten wählte. Das Regierungsprogramm seiner Partei\, der Unidad Popular\, bestand u.a. in der Nationalisierung aller Reichtumsressourcen des Landes\, die nach 400 Jahren kolonialer Ausbeutung dem Wohl der chilenischen Bevölkerung zu Gute kommen sollten\, sowie in der Garantie des Rechts auf kostenfreie Bildung\, Gesundheit\, Kultur\, soziale Sicherheit und politische Teilhabe für Jeden. Dagegen richtete sich der 1973 mit Hilfe der CIA orchestrierte Putsch von Militärs\, Großindustriellen\, Landbesitzern und einer reaktionären Opposition\, der in der blutigen Diktatur des Generals Pinochet und dem neoliberalen Ausverkauf des Landes resultierte. \nDie 1973 sofort begonnene\, internationale Solidaritätsbewegung für Allende und die Unidad Popular ist ein historisch einzigartiges Beispiel für die notwendige Verwirklichung tatsächlicher Demokratie – auch heute. \nIn diesem Sinne ist der 2018 vom chilenischen Regisseur Felipe Bustos Sierra veröffentlichte Dokumentarfilm „Nae pasaran!“ ein äußerst lehrreiches Dokument. \nEr macht durch Interviews und Archivmaterial die bahnbrechende Wirkung eines Solidaritäts-Streiks von Arbeitern des Rolls-Royce-Turbinenwerks im schottischen East Kilbride sichtbar\, die den Beteiligten selbst bis zu den Filmarbeiten unbekannt geblieben war. \nEntsetzt von den Berichten über das brutale Vorgehen der Putschisten in Chile entschloss sich Bob Fulton im Jahre 1974\, die Instandsetzungsarbeiten an gerade angelieferten Turbinen aus dem lateinamerikanischen Land zu blockieren. Es handelte sich um einen Auftrag der chilenischen Luftwaffe\, deren Flugzeuge beim Putsch den Präsidentenpalast bombardiert hatten\, und die nun ohne die Wartung im schottischen Ursprungswerk nicht wieder in Betrieb genommen werden konnten. Fulton und seinen Kollegen gelang es nicht nur\, die lokale Gewerkschaftsführung von dieser Streik-Aktion zu überzeugen\, sondern auch die Labour-Partei in der damaligen Regierung Großbritanniens. So wurde der Streik zu einer international sichtbaren\, politischen Verurteilung des Putsches\, die über Radiosender wiederum den Weg in chilenische Foltergefängnisse fand und den inhaftierten und gemarterten Kampfgefährten Allendes dort neue Hoffnung auf den Sturz der Diktatur gab. Mithilfe der blockierten Turbinen gelang es sogar\, eine große Zahl zum Tode verurteilter Anhänger der Unidad Popular freizubekommen und nach Großbritannien ausreisen zu lassen\, was wiederum die Solidaritätsbewegung weltweit beflügelte und schließlich zum Sturz der Pinochet-Diktatur im Jahre 1988 beitrug. \nBezeichnend für die filmische Botschaft sind die Aussagen der Beteiligten zu ihrer Motivation. Als historisch-bewusste\, in Solidarität verbundene Arbeiter bestand für sie nie ein Zweifel daran\, dass das Schicksal der chilenischen Genoss:innen ihr eigenes ist. Mit diesem profund-humanistischen Verständnis des gemeinschaftlichen Kampfes zur Verwirklichung einer menschenwürdigen Zivilisationsentwicklung lässt sich dokumentierter Weise selbst eine faschistische Diktatur zu Fall bringen – gerade weil es um jeden Einzelnen geht\, wenn es um die Befreiung Aller geht. So können Frieden\, soziale Gleichheit und umfassend demokratische Partizipation gelingen. \nJetzt erst recht: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Me-Ti sagte: Die kein anderes Leben außer dem ihrigen fördern\, leben nur ein schwaches Leben. Kleine Leute müssen andere berauben\, große beschenken sie. Die kämpfenden Arbeiter\, die ich getroffen habe\, waren große Leute.“\nBertolt Brecht\, „Me-Ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er Jahre. \n\nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download. 
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SUMMARY:Filmseminar: Niemandsland
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Victor Trivas | D 1931 | 93 Min. | deu) \n\n\n\n\n„Werdet wehrhaft\, der Russe kommt!“ – Mit dieser politisch-medial geschürten\, kollektiven Hysterie wird aktuell nicht nur eine hierzulande nie dagewesene Aushebelung sozialstaatlicher und demokratischer Errungenschaften zu legitimieren versucht. Es soll damit auch ein Krieg führbar gemacht werden\, bei dem es mit Ausnahme der Rüstungsindustrie(n) keine Gewinner geben kann. Diesem Zweck dient auch die NATO-Übung „Red Storm Charlie“\, mit der die Bevölkerung der internationalen Welthandels- und Hafenstadt Hamburg zum Teil der globalen Eskalationsspirale gemacht werden soll. (Ja\, auch die demonstrative „Verteidigungsfähigkeit“ reproduziert das Feindbild-Denken und signalisiert dem „Gegner“\, dass man den Krieg erwartet.) Wer dieser Logik folgt\, muss sich über den Aufstieg extrem nationalistischer Kräfte (hüben wie drüben) nicht wundern. Muss man tatsächlich erneut die Geschichte bemühen\, um zu verdeutlichen\, dass es ganz anders geht? Man muss. \nKaum ein Leinwandwerk erscheint dazu besser geeignet\, als der 1931 von Victor Trivas veröffentlichte und später von den Nazis verbotene Film „Niemandsland“. \nSchon durch die bewusst eingesetzte Montagetechnik zu Beginn des mit der Musik von Hanns Eisler und dem Gesang von Ernst Busch untermalten\, nur sparsam nachsynchronisierten Stummfilms wird dem Zuschauer deutlich\, was die Protagonisten erst im Laufe des Krieges begreifen lernen: die Lebensumstände des französischen Fabrikarbeiters Charles\, des britischen Offiziers (ebenfalls mit Namen Charles)\, des deutschen Tischlers Emil\, des heimatlosen jüdischen Schneiders Lewin und des afroamerikanischen Varieté-Tänzers Joe ähneln sich – bei allen Unterschieden – auf frappierende Weise. Sie alle sind bemüht\, sich bzw. ihren Familien und Freunden unter mehr oder weniger widrigen Bedingungen ein besseres Leben zu ermöglichen. \nDer Krieg entreißt sie ihren Lebenswegen\, wirft sie in ein zunächst umjubeltes System des Gleichschritts für die vermeintlich „höhere Sache“\, führt ihre Familien in Not und sie in den Überlebenskampf gegeneinander. Im Niemandsland zwischen den Fronten begegnen sie sich. Durch den vielsprachigen Joe und den stumm gewordenen Lewin gelingt es ihnen\, nicht nur ihre Uniformen und Sprachen als Barrieren zu überwinden\, sondern auch die Lügen\, mit denen ihnen eingeredet wurde\, sie seien einander Feinde. So erkennen sie ihr gemeinsames Interesse daran\, gegen die Urheber ihrer Verfeindung vorzugehen und den Krieg zu beenden. \nGespeist aus den millionenfachen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs zeigt der von den ästhetischen Mitteln des sowjetischen Avantgarde-Films inspirierte\, zum Kammerspiel übergehende und dramaturgisch eindrucksvoll erzählte Film eine einfache Wahrheit mit revolutionärem Gehalt\, die zur Kriegsvorbereitung präventiv zu unterdrücken versucht wird: Diejenigen\, die sich an der Front gegenüberstehen\, haben mit dem jeweiligen „Feind“ viel mehr gemein als mit jenen\, die sie im Namen der „nationalen Sache“ dorthin bringen\, um sich zuhause am gegenseitigen Morden eine goldene Nase zu verdienen. \nSo vermittelt der Film die historisch-fundierte\, hochaktuelle Erkenntnis\, dass Frieden\, soziale Gleichheit und tatsächliche Demokratie zu verwirklichen sind\, indem die massenhaft Aufeinandergehetztsein-Sollenden ihre grenzenüberschreitenden Gemeinsamkeiten erkennen\, das „Teile und Herrsche“-Prinzip grundlegend in Frage stellen und in solidarisch-engagierter Aktion den jeweiligen\, gewaltsam-kooperierenden Profiteuren der globalen Ungleichheit das Handwerk legen. \nSo ist aus der Geschichte zu lernen. Hamburg sollte gemäß seiner Verfassung (1952) seine „durch Geschichte und Lage zugewiesene\, besondere Aufgabe gegenüber dem deutschen Volke erfüllen“ und „im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt sein.“ \nHeute erst recht: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Wenn es zum Marschieren kommt\, wissen viele nicht\,\ndaß ihr Feind an ihrer Spitze marschiert.\nDie Stimme\, die sie kommandiert\, ist die Stimme des Feindes.\nDer da vom Feind spricht\, ist selber der Feind.“ \nBertolt Brecht\, „Deutsche Kriegsfibel“\, 1936/37. \n\nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum Download. 
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