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SUMMARY:Filmseminar: Sold City 
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Leslie Franke/Herdolor Lorenz | D 2024 | 114 Min. | deu) \n\nWohnen ist ein essentielles Menschenrecht und die Grundvoraussetzung für jegliche Form sozialer\, kultureller und politischer Teilhabe. De facto wird es seit Jahrzehnten mit Füßen getreten. Der Zugriff globaler Finanzinvestoren auf städtische Wohnungsmärkte\, die Spekulation auf Grund und Boden und eine lammfromme Politik\, die private Eigentümerinteressen über das gesellschaftliche Allgemeinwohl stellt\, führen zu explodierenden Mieten\, sozialen Verdrängungsprozessen und der schleichenden Entrechtung von Millionen von Menschen. Auf diese Weise soll der Eindruck entstehen\, die Realisierung sozialer menschlicher Grundbedürfnisse sei eine prinzipiell angstbewehrte Frage der individuell zu beweisenden „Überlebenstauglichkeit“ des Einzelnen. \nDas Gegenteil ist jedoch der Fall\, wie die 2024 veröffentlichte Dokumentation „Sold City“ des Hamburger Regie-Duos Leslie Franke und Herdolor Lorenz eindrucksvoll zeigt. \nAusgehend von zahlreichen Interviews mit von akuter Wohnungsnot bedrohten Menschen in Berlin\, politischen Akteuren sowie Aktivist:innen zur Rückgewinnung öffentlich kontrollierten Wohnraums wirft der Film ein aufklärerisches Schlaglicht auf die jüngere Entwicklung der Wohnungsmärkte in verschiedenen europäischen Großstädten und die spätestens seit der Finanzkrise 2008 immer skrupelloseren „Entmietungspraktiken“ privater Investoren. Entscheidender Ausgangspunkt für die Privatisierungs- und Deregulierungswelle in Deutschland ist dabei die 1990 im politischen Fahrwasser der sog. „Wiedervereinigung“ durchgedrückte Abschaffung der „Wohnungsgemeinnützigkeit“. Diese bereits im 19. Jahrhundert erkämpfte Errungenschaft bildete eine fundamentale Regulierung des Wohnungssektors\, da sie eine strikte Gewinnbeschränkung für Wohnungsbauunternehmen\, eine verpflichtende Bestimmung sozial verträglicher Mietpreisgestaltung sowie ein Gebot zur Reinvestierung aller Gewinne in den sozialen Wohnungsbau vorsah. Über 60% aller Sozialwohnungen (ca. 3\,3 Mio.) waren bis 1990 auf diese Weise errichtet worden und bildeten so ein entscheidendes Instrumentarium zur Kontrolle der Mietpreisentwicklung auch des freien Wohnungsmarktes. \nBeleuchtet werden zudem die beispielgebenden Kämpfe von Mietrechtsaktivist:innen\, die wie mit der Kampagne „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ eine neue Dynamik zur Rückgewinnung von Wohnraum in öffentliche Hand entfalten und in ihrer solidarisch-emanzipatorischen Qualität das neoliberale Dogma der „Alternativlosigkeit“ fundamental in Frage stellen. Dazu gehören auch positive Beispiele der politisch-verantwortlichen Wohnungsbau- und stadtplanerischen Entwicklung wie in Wien oder Singapur\, die auf der erkämpften Einsicht in die gesellschaftliche Bedeutung des kommunalen Eigentums an Grund und Boden basieren. \nAuf diese Weise setzt der Film ein Mosaik der unterschiedlichen Kämpfe zusammen\, die ein unausweichlich hoffnungsstiftendes Bild ergeben: der zerstörerische neoliberale Kapitalismus\, der in der Wohnungspolitik eine seiner hässlichsten Ausprägungen findet\, ist nicht das vielbehauptete „Ende der Geschichte“\, sondern ein überkommenes und überwindbares Durchgangsstadium in der Menschheitsentwicklung. Die progressive Alternative liegt klar auf der Hand. Wohnen oder Nicht-Wohnen ist kein individuelles Schicksal\, sondern ein eminenter Bestandteil der grundlegenden gesellschaftlichen Entwicklungskontroverse im 21. Jahrhundert. Soziale Gleichheit ist keine Geschmacksfrage\, sondern ein elementares Bedürfnis menschlicher Entfaltung auf Höhe der Zeit. Solidarität versetzt Berge. Niemand ist allein. „Wenn Menschen widerstehen\, handeln Tatsachen“. Wer kämpft\, kann gewinnen. Das Leben ist eine rundum erfreulich zu gestaltende\, kooperative Angelegenheit. \nDaher: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Ka-meh sagte: Wenn der Seidenwurm spänne\, um sein Leben als Wurm zu fristen\, so wäre er ein richtiger Lohnarbeiter.“\nBertolt Brecht\, „Me-ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er Jahre. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Fünf Patronenhülsen
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Frank Beyer | DDR 1960 | 88 Min. | deu) \n\n\nDie Menschheit befindet sich in einer historischen Entscheidungssituation: Die Frage\, inwiefern es angesichts der von extrem rechten Kräften forcierten\, autoritären Zuspitzung von Ausbeutung\, Konkurrenz\, sozialer Ungleichheit\, Elend und Krieg gelingt\, zu einer neuen Qualität international solidarischer\, ziviler\, nachhaltig demokratischer und humaner Entwicklung im Weltmaßstab zu kommen\, ist gesellschaftlich und je persönlich mit neuer Klarheit gestellt. Zu ihrer Beantwortung hilft ein Blick in die Geschichte. Vor 90 Jahren putschten konservativ-reaktionäre Militärs unter Francisco Franco mithilfe des deutschen und italienischen Faschismus\, unterstützt von einheimischen Industriellenverbänden\, Großgrundbesitzern\, Kirche und Royalität\, gegen die junge spanische Republik\, die von einem Bündnis aus Kommunisten\, Sozialisten und Liberaldemokraten getragen wurde. Zur Verteidigung der gewählten „Volksfront“-Regierung und zur Ausweitung der republikanischen Entwicklung bildeten sich die „Internationalen Brigaden“ – Freiwilligenverbände von antifaschistischen Widerstandskämpfer:innen aus aller Welt\, die in Spanien den Putschisten entgegentraten. Ihr Kampf bildete die Grundlage für die spätere Anti-Hitler-Koalition und die 1945 gelungene Befreiung von Faschismus und Weltkrieg. \nDie radikal-humanistischen Grundlagen dieses beispielgebenden Wirkens bringt der 1960 produzierte DEFA-Film „Fünf Patronenhülsen“ von Frank Beyer so reflexiv-bewegend zur Anschauung wie kein zweiter. \nDie filmische Erzählung begleitet eine Gruppe kommunistischer Freiwilliger bei ihrem herausfordernden Auftrag\, ein republikanisches Bataillon zu decken\, das sich wegen Wasser- und Nachschubmangel vor der vorrückenden faschistischen Armee zurückziehen muss. Als die Gruppe von den Franco-Truppen eingekesselt wird\, wird sie auch von ihrem sowjetischen Funker getrennt. Daraufhin entscheidet der bereits schwer verwundete „Kommandeur“ Witting\, dass die Suche nach dem Genossen Wasja oberste Priorität hat und übergibt den verbliebenen Fünf eine „Geheimnachricht“\, die auf einem zerrissenen Zettel in fünf leere Patronenhülsen verteilt unbedingt den Bataillonsstab erreichen soll. Mit diesem Auftrag begeben sich der Pole Oleg\, der Bulgarier Dimitri\, der Deutsche Willi\, der Franzose Pierre und der Spanier José in die Berge und es gelingt ihnen\, den beinahe verdursteten Wasja aus den Händen der Guardia Civil zu befreien. Da die Faschisten alle Wasserstellen besetzt haben\, droht auch ihnen der Hitzetod und die Konflikte\, wie man mit dieser Lage umgeht\, spitzen sich zu. Pierre\, der die Sinnhaftigkeit ihres Auftrags beginnt anzuzweifeln\, weil er nicht an eine Rettungsmission durch die Republikaner glaubt\, setzt sich von der Gruppe ab und findet an einer Wasserstelle den Tod. Wasja kommt bei einer Rettungsaktion ebenfalls ums Leben. Den verbliebenen Vier gelingt mit Hilfe der in neuer Entschiedenheit solidarischen Republikaner die Flucht ans rettende Ufer und die Überbringung der Geheimnachricht. Sie enthält keine militärische Information\, sondern die humanistisch-überzeugende\, motivationale Quintessenz des gemeinschaftlich-kämpferischen Wirkens. \nUnaufgeregt\, dialogisch-tiefgründig und dezidiert antiheroisch erzählt\, untermauert der Film kohärent diese hochaktuelle Kernaussage: der solidarische Kampf für das Leben und die Entfaltung eines jeden Einzelnen bildet eine untrennbare Einheit mit dem Kampf für eine Gesellschaft\, in der der Mensch dem Menschen prinzipiell ein Freund ist. Diese radikal-egalitäre Praxis bedarf der stetigen\, solidarischen Initiative. Sie hat mit Märtyrertum nichts zu tun\, sondern ist in Haltung\, Movens\, Modus und Zweck die persönlich-bewegende\, umfassend verallgemeinerbare Tatsache der Vermenschlichung selbst. Auf diese Weise kann eine neue Qualität der unumkehrbaren\, prinzipiell gewaltfreien\, dauerhaft erfreulichen\, kooperativen Entfaltung des Menschseins in jeglicher Hinsicht gelingen. Ein:e Jede:r ist dabei gefragt. \nDaher: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Me-Ti sagte: Ein schlechtes Leben muss man mehr fürchten als den Tod. Ihr müsst vielleicht mitunter euer schlechtes Leben riskieren\, um ein besseres zu gewinnen\, aber den sicheren Tod sollt ihr niemals aufsuchen.“\nBertolt Brecht\, „Me-ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er Jahre.\n \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Yallah Gaza
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Roland Nurier | F 2023 | 101 Min. | OmU) \n\n\nEinführung und anschließende Diskussion mit Dr. Wesam Amer\, Dekan der Fakultät für Kommunikation und Sprachen an der Universität Gaza \n„Nichts hingegen ist ernsthafter als der Zorn schöner Augen.“\nG. E. Lessing\, „Laokoon“\, 1766. \nDer Mensch ist ein vernunftbegabtes\, soziales und zutiefst empathisches Wesen. Unrecht gegenüber Seinesgleichen ist daher unausweichlich als Verletzung der eigenen Würde wahrnehmbar\, empört alle menschlichen Sinne und erweckt den spontanen Widerstand des humanen Bewusstseins. Die aktuell tiefgreifendste Missachtung aller über die Jahrhunderte errungenen Maßstäbe eines zivilisierten menschlichen Zusammenlebens stellt der derzeitige Umgang des israelischen Staates mit der palästinensischen Bevölkerung dar. Die genozidale Unterdrückung ihres Jahrzehnte währenden\, legitimen Kampfes um souveräne Staatlichkeit und ein würdiges Leben in Frieden und sozialer Gerechtigkeit ist ohne die geschichtsverdrehende Akzeptanz und verbrecherische Unterstützung durch die westlichen Gesellschaften undenkbar. Umso eindrucksvoller und beispielgebender ist der fortwährend unverbrüchliche\, solidarische Lebens- und Kampfesmut des palästinensischen Volkes – insbesondere im inzwischen beinahe unbewohnbar gemachten Gazastreifen. \nDer 2023 vom französischen Regisseur Roland Nurier veröffentlichte Dokumentarfilm „Yallah Gaza“ bildet in diesem Kontext ein unabdingbar lehrreiches\, historisch fundiertes und zutiefst bewegendes Plädoyer für die Verallgemeinerung dieses kämpferischen Lebenswillens. \nAnhand von zahlreichen Interviews mit Historiker:innen\, Künstler:innen\, politischen Verantwortungsträger:innen und engagierten zivilgesellschaftlichen Akteuren in Gaza\, Israel\, Frankreich\, Großbritannien und bei den Vereinten Nationen beleuchtet der Film zunächst die historischen Zusammenhänge des Konflikts um die sukzessive Landnahme in Palästina\, angefangen bei der Kolonialpolitik der Briten nach dem Ersten Weltkrieg über die israelische Staatsgründung und der stetig gesteigerten\, geopolitisch-rassistisch motivierten Entrechtung der arabischen Bevölkerung vor Ort bis zum jüngsten Gazakrieg im Jahre 2021. Gleichzeitig wird die historisch-tradierte Bedeutung des schmalen Küstenstreifens am Mittelmeer mitsamt der politisch-kulturellen Errungenschaften des Widerstandskampfes über mehrere Etappen bis in die Neuzeit dokumentiert. Der gezielten\, absichtsvollen Zerstörung aller Lebensgrundlagen durch die israelische Besatzungsmacht (spätestens seit dem Rückzug der IDF-Truppen im Jahre 2005)\, zu der die politische Isolation der gewählten Hamas-Regierung\, eine vollständige Blockade und Kontrolle aller Zufahrtswege zu Land\, zu Wasser und in der Luft\, die Vernichtung von Böden\, Energie-\, Wasser- und Nahrungsquellen und jeglicher kulturellen und sozialen Infrastruktur sowie wiederholte willkürliche Gewaltexzesse gegen die Zivilbevölkerung gehören\, setzen die Bewohner:innen des Gazastreifens eine immer wieder neu gebildete Qualität ziviler\, solidarischer Widerständigkeit entgegen. Dabei wird anhand eindrucksvoller Schilderungen und bewegender Beispiele alltäglich-selbstverständlichen\, persönlich-beispielgebenden Aufrichtungsengagements deutlich\, wie es mittels des gemeinsamen Kampfes gelingt\, auch die tiefgreifenden kulturellen\, weltanschaulichen\, konfessionellen\, geschlechts- und altersspezifischen Unterschiede in der palästinensischen Gesellschaft produktiv aufzuheben. \nAuf diese Weise entsteht durch das filmische Mosaik ein konzentriertes Bild der umfassend emanzipatorischen Bedeutung des tief verwurzelten Widerstandskampfes der palästinensischen Bevölkerung für die globale Verwirklichung einer auf Frieden\, Völkerrecht\, ziviler Entwicklung\, grenzen- überschreitender Kooperation und sozial-menschenwürdiger Entwicklung beruhenden\, neuen Weltordnung. Der Kampf um die Würde des palästinensischen Volkes ist ein gemeinsamer Kampf um die Würde Aller. Dabei ist jede:r Einzelne von entscheidender Bedeutung für das kollektive Gelingen. So ist das widerständige Wirken selbst eine rundum erfreuliche\, befreiende Angelegenheit. „Rechte werden nicht gewährt\, sie werden im Kampf errungen!“  \nInsofern: International solidarisch – Schluss mit Austerität!  \nWir zeigen den Film im französisch-englisch-arabischen Originalton mit deutschen Untertiteln. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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