BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-// - ECPv6.15.20//NONSGML v1.0//EN
CALSCALE:GREGORIAN
METHOD:PUBLISH
X-ORIGINAL-URL:https://schluss-mit-austeritaet.de
X-WR-CALDESC:Veranstaltungen für 
REFRESH-INTERVAL;VALUE=DURATION:PT1H
X-Robots-Tag:noindex
X-PUBLISHED-TTL:PT1H
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
BEGIN:DAYLIGHT
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
DTSTART:20250330T010000
END:DAYLIGHT
BEGIN:STANDARD
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:CET
DTSTART:20251026T010000
END:STANDARD
BEGIN:DAYLIGHT
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
DTSTART:20260329T010000
END:DAYLIGHT
BEGIN:STANDARD
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:CET
DTSTART:20261025T010000
END:STANDARD
BEGIN:DAYLIGHT
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
DTSTART:20270328T010000
END:DAYLIGHT
BEGIN:STANDARD
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:CET
DTSTART:20271031T010000
END:STANDARD
END:VTIMEZONE
BEGIN:VEVENT
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20260603T210000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20260603T233000
DTSTAMP:20260613T035533
CREATED:20260116T171035Z
LAST-MODIFIED:20260527T202504Z
UID:5416-1780520400-1780529400@schluss-mit-austeritaet.de
SUMMARY:Filmseminar: Minna von Barnhelm oder: Das Soldatenglück
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Martin Hellmann | DDR 1962 | 103 Min. | deu)\n\n„Eine Frage der Ehre?“: Der Krieg ist eine umfassend archaische\, menschenwidrige und zerstörerische Angelegenheit\, die längst überwunden sein könnte. Entsprechend vorgestrig sind auch die gesellschaftlichen Geisteshaltungen\, die mobilisiert werden müssen\, damit er akzeptiert\, vorbereitet und mitgemacht wird. Die allgegenwärtig verlangte „Kriegstauglichkeit“ soll jeglichen Anspruch zur Verwirklichung einer zivilen\, humanen und solidarischen Gesellschafts- und Persönlichkeitsentwicklung als verweichlicht\, naiv und unzeitgemäß erscheinen lassen. Diese giftige Mär geht hinter fundamentale Erkenntnisse der Aufklärung zurück. Höchste Zeit also\, die Aufklärer selbst neu zu Wort kommen zu lassen. \nGotthold Ephraim Lessing (1729-1781) ist einer ihrer wegweisendsten Verfechter in der deutschen (Literatur-)Geschichte. Sein 1767 in Hamburg erstaufgeführtes Lustspiel „Minna von Barnhelm“ gilt zurecht als Meilenstein in der Begründung des modernen Theaters und ist in direkter Verarbeitung des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) entstanden\, der als erster weltumspannender Krieg der europäischen Großmächte in die Geschichte einging. Die äußerst werknahe DEFA-Verfilmung von 1962 bringt den revolutionären Gehalt des Bühnenstücks in einzigartig-aktueller Weise zur Entfaltung. \nDie Handlung des Stücks kurz skizziert: Das wohlhabende\, adelige Fräulein Minna von Barnhelm aus dem kriegsunterlegenen Sachsen reist nach Berlin\, um ihren Verlobten\, den Major Tellheim wiederzufinden\, der zwar in der siegreichen preußischen Armee gedient hat\, sich aber verweigerte\, die Kontributionen aus den besetzten Gebieten einzutreiben und durch solch menschenfreundliche Güte in Minna eine Gleichgesinnte fand. Nach Kriegsende wurde er jedoch wegen dieser „Feindesbegünstigung“ in Ungnaden aus der Armee entlassen. Auf diese Weise „entehrt“\, verarmt und zudem kriegsversehrt sieht er sich der Liebe Minnas und jeder freundschaftlichen Zuwendung als unwürdig an und will die Verbindung lösen. Von dieser starrsinnigen Selbstminderung empört\, inszeniert Minna ihrerseits eine fundamentale gesellschaftliche Ächtung ihrer Person (ihr Onkel habe sie wegen ihrer unstatthaften Verlobung mit Tellheim enterbt und verstoßen). So soll das vernagelt-militärische „Ehr“-Prinzip\, dem Tellheim verhaftet blieb\, ausgehebelt und seine wahrhaftige Humanität in neuer\, kämpferischer Qualität zur Entfaltung gebracht werden. Mithilfe zahlreicher Beteiligter gelingt der gewagte Coup und die „Gleichheit als festestes Band der Liebe“ kann auf neuem Niveau verwirklicht werden. \nDiesem Gelingen liegt ein tieferer\, in der Dramaturgie des Stückes vermittelter Sinngehalt zugrunde: Die beispielgebende Sympathie als grenzenüberschreitendes\, ziviles Entwicklungsprinzip triumphiert gegen den rohen Ungeist aller im kriegerischen Prinzip vermittelten Ungleichwertigkeitsvorstellungen und stellt damit – auf spielerische Weise eine egalitäre Gesellschaft vorwegnehmend – das strukturelle Herrschaftsverhältnis gänzlich in Frage. \nDiese fundamental-aufklärerische Sprengkraft entfaltet das Lustspiel wesentlich in den dialogischen Kontroversen und dynamischen Konfliktkonstellationen der involvierten Charaktere. Bereits vor 260 Jahren thematisierte Lessing die entscheidenden Fragen zur Herausbildung einer neuen Gesellschaft – in dem zivilisatorisch eindeutig zu entscheidenden Gegensatz von Krieg und Frieden. Dem grandiosen Schauspiel\, der lebendigen Historizität des Bühnenbilds und der erbeverständigen Regie des Films ist es zu verdanken\, dass sie heute – da diese Fragen unter erheblich besseren materiellen Bedingungen in umso größerer Dringlichkeit gestellt sind – mindestens ebenso radikal-egalitär\, humanistisch-emanzipatorisch und humorvoll-kulturkritisch beantwortet werden können wie damals. Ein menschheitsrelevanter Genuss. Dem sollte niemand entsagen. „Lieber Major\, das Lachen erhält uns vernünftiger\, als der Verdruss.“ (Minna\, ebd.) \nDarum: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Die Großen haben sich überzeugt\, daß ein Soldat aus Neigung für sie ganz wenig; aus Pflicht nicht viel mehr: aber alles seiner eignen Ehre wegen tut. Was können sie ihm also schuldig zu sein glauben? […] und am Ende ist ihnen niemand unentbehrlich.“\nGotthold E. Lessing\, „Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück“\, 1767. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
URL:https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-minna-von-barnhelm-oder-das-soldatenglueck
CATEGORIES:Kino
END:VEVENT
BEGIN:VEVENT
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20260617T210000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20260617T233000
DTSTAMP:20260613T035533
CREATED:20260116T170908Z
LAST-MODIFIED:20260606T090654Z
UID:5414-1781730000-1781739000@schluss-mit-austeritaet.de
SUMMARY:Filmseminar: Die Musik der Partisanen
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Lev Golub | SU 1971 | 89 Min. | OmU)\n  \nAm 22. Juni 1941 begann die faschistische\, deutsche Wehrmacht mit dem Überfall auf die Sowjetunion den grausamsten Raub- und Vernichtungsfeldzug in der Geschichte der Menschheit. Über 27 Millionen Sowjetbürger:innen wurden ermordet\, ganze Landstriche verwüstet\, entvölkert und auf Jahrzehnte unbewohnbar gemacht. Vier Jahre später gelang es den gemarterten Menschen der sozialistischen Sowjetrepubliken (im Verbund mit den internationalen Kräften der Anti-Hitler-Koalition)\, die Welt von der Geißel des Faschismus zu befreien. Bereits zum zweiten Mal beendete ihre revolutionäre Friedenstat einen vom deutschen Militarismus entfesselten Weltkrieg. \nNicht nur diese Geschichte soll heute vergessen gemacht werden\, wenn der Krieg in der Ukraine zum Vorwand dienen soll\, Deutschland erneut für eine militärische Niederschlagung Russlands zu rüsten. Auch die aktuell umso drängender zu verwirklichenden historischen Lehren\, wie es gelang\, Faschismus und Krieg zu überwinden\, sollen auf diese Weise getilgt werden. Einen entscheidenden Anteil daran hatte die mit dem proletarischen Internationalismus verbundene\, gesellschaftliche Verallgemeinerung des kulturellen Menschheitserbes\, wie sie in der Sowjetunion beispielgebend realisiert wurde. \nVon der unbezwingbaren Qualität dieses revolutionären Bewegers kündet der 1971 nach einer authentischen literarischen Vorlage entstandene Film „Die Musik der Partisanen“ des belarussischen Regisseurs Lev Golub. \nDer 8-jährige Wassilij\, durch den Überfall der Deutschen zum Waisen gemacht und aus seinem Dorf vertrieben\, zieht Geige spielend durch das besetzte Belarus\, um sich durchzuschlagen. Mit seinem virtuosen Spiel alter Volksweisen gibt er den Menschen Hoffnung\, was den Besatzern ein Dorn im Auge ist. Von ihnen verjagt\, trifft Wassilij im Wald auf Partisanen und überzeugt sie von seinem Nutzen für den Widerstand. Er hilft ihnen mit seiner Musik bei Sabotageakten gegen die Nachschublinien der Faschisten. Mit seinem neuen „Ziehvater“ Maxim wird er jedoch nach einer heiklen Mission gefasst. Während die Nazis brutale Vergeltungsmaßnahmen gegen die städtische Zivilbevölkerung vorbereiten und Maxim misshandeln\, um Informationen über die Widerständler zu erpressen\, lernt Wassilij den ebenfalls inhaftierten und für die Lagermusik abgestellten polnischen Pianisten Franek kennen. Gegen anfänglich tief gesätes Misstrauen erkennen die beiden über die Musik einander als zutiefst humanistisch bewegte Gegner der Nazis mit gemeinsamer Geschichte und zu erstreitender Zukunft. Auf diese unverbrüchliche Weise verbunden gelingt ihnen der Plan\, die umliegenden Partisanen zu kontaktieren und mithilfe der Oginskischen Polonaise – eines aufklärerischen Widerstandsliedes – die Befreiung der Inhaftierten vom Nazijoch ins Werk zu setzen. Ihre klangvoll begründete Freundschaft bildet so den Nukleus für den Aufbau der neuen\, besseren Gesellschaft jenseits von Krieg\, Ausbeutung\, Unterdrückung und Elend. \nSo vermittelt die schauspielerisch einzigartig in Szene gesetzte Filmparabel einen erkenntnisreichen Eindruck von der revolutionären Tragweite aufklärerischer Kunst\, radikal-egalitärer Sympathie und der Herausbildung ästhetisch-qualifizierter\, historischer Persönlichkeiten für die Schaffung einer Welt\, in der der Mensch dem Menschen prinzipiell\, vorbehaltlos und in stetig genussvoll-anregender\, gegenseitig förderlicher Gestaltung ein Freund sein kann. Die auf diese Weise substantiierte Menschenliebe überwindet jede Barbarei. Lernend aus der Geschichte bildet sie die Gegenwart für eine unumkehrbar erfreuliche Zukunft des Gattungswesens Mensch. Ein:e Jede:r möge daran teilhaben. „Und aus Niemals wird: Heute noch!“ \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Eines Abends hörte Lenin in Moskau bei Frau E.P. Peschkowa Beethovensche Sonaten in der Wiedergabe von Issai Dobrowejn und machte die Bemerkung: >Ich kenne nichts Schöneres als die ‚Appassionata‘ und könnte sie jeden Tag hören. Eine wunderbare\, nicht mehr menschliche Musik! Ich denke immer mit Stolz\, vielleicht naivem Stolz: Seht mal an\, solche Wunderwerke können die Menschen schaffen!<“\nMaxim Gorki\, „Erinnerungen an Zeitgenossen“\, 1928. \nDen Flyer findeht ihr hier auch als [pdf] zum Download.
URL:https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-die-musik-der-partisanen
CATEGORIES:Kino
END:VEVENT
END:VCALENDAR