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SUMMARY:Filmseminar: Der Ghostwriter
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Roman Polanski | GB/F/D 2010 | 128 Min. | deu) \nFür die Einführung zu Beginn und die anschließende Diskussion können wir dieses Mal Sophie Bolt ankündigen\, sie ist General Secretary von Campaign for Nuclear Disarmament in Großbritannien. \n\nKrieg und Aufrüstung sind die größten Feinde von Freiheit\, Demokratie\, sozialer Gerechtigkeit und einer global menschenwürdigen Zivilisationsentwicklung. Für den allergrößten Teil der Menschheit gilt\, dass sie nur überleben und besser leben kann\, wenn keine Kriege mehr geführt werden können. Für einen verschwindend geringen\, aber äußerst einflussreichen Teil der Menschheit (Rüstungsindustrie\, transnationale Konzerne\, Großbanken\, Geheimdienste\, etc.) gilt\, dass sie nur überleben\, d.h. Geschäfte machen können\, wenn Kriege geführt werden. Aus diesem Gegensatz erklärt sich der enorme Aufwand\, der politisch und medial dafür betrieben wird\, Krieg und Aufrüstung als etwas erscheinen zu lassen\, das im Interesse der großen Mehrheit geschehe bzw. alternativlos sei. Unverzichtbar ist dafür die ideologische Konstruktion nationaler Interessengemeinschaften\, die durch äußere Feinde bedroht seien. „Kommunismus“\, „Terrorismus“\, „Autokratismus“ – die Feindbilder des selbsternannten „Westens“ sind austauschbar\, solange sie sich auf Militarismus reimen. Besonders brisant ist daher\, wenn die wahrhaft bedrohlichen Urheber und Nutznießer der Kriegsvorbereitung im eigenen Land an das Licht der Öffentlichkeit gebracht werden. \nEine eindrucksvolle Verarbeitung dieser Zusammenhänge bildet der 2010 von Roman Polanski verfilmte Polit-Thriller „Der Ghostwriter“ des britischen Autors und ehemaligen Labour-Mitglieds Robert Harris. Harris entwirft darin ein satirisch verdichtetes Erklärungsmodell dafür\, was seinen politischen Weggefährten\, den damaligen Premierminister Tony Blair\, dazu verleitet haben mag\, die Beteiligung Großbritanniens am 2003 begonnenen\, nachweislich auf Lügen basierenden\, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA gegen den Irak durchzusetzen – und zwar gegen den massiven Widerstand der weltgrößten Friedensbewegung und großer Teile der eigenen Partei inklusive des damaligen Außenministers Robin Cook. \nErzählt wird die fiktive Geschichte eines Ghostwriters\, der damit beauftragt ist\, die Memoiren des kürzlich zurückgetretenen britischen Premierministers Adam Lang fertigzustellen\, nachdem sein vorher engagierter Autoren-Kollege unter mysteriösen Umständen bei der biographischen Arbeit ums Leben kam. Der Ghostwriter begibt sich für den hochdotierten Job zu Lang in dessen strikt gesicherten US-Landsitz auf der Insel „Marthas Vineyard“\, wo dieser mit seinem Vertrautenstab Zuflucht gefunden hat\, um dem Zugriff des Internationalen Strafgerichtshofs zu entgehen\, der wegen Folterverbrechen im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg gegen ihn ermitteln könnte. Als die Ermittlungen tatsächlich eingeleitet werden und Richard Rycart\, der vormalige Außenminister Langs\, sich als Träger der Anklage erweist\, kommt Unruhe in das abgeschirmte Idyll. Friedensaktivisten bevölkern plötzlich die beschauliche Insel und erheben wüste Beschuldigungen. Der Ghostwriter\, bis dahin nur an seiner Karriere interessiert\, entdeckt bei der Arbeit am Manuskript seines Vorgängers immer mehr Ungereimtheiten\, die ihn an der Integrität seines Auftraggebers und an den Todesumständen seines Kollegen zunehmend Zweifeln lassen. Je mehr er diesen Spuren nachgeht\, desto engere Verbindungen entdeckt er zwischen der kometenhaften Karriere des ursprünglich politisch völlig desinteressierten Hobby-Schauspielers Lang\, dem US-Geheimdienst und eines mächtigen Rüstungskonzerns\, der am Irak-Krieg Milliarden verdiente. Die Buchveröffentlichung gerät so zu einer Frage von Leben und Tod – mit fundamentalen Konsequenzen für die Weltöffentlichkeit. \nDie spannungsreich inszenierte Filmparabel vermag auf diese Weise nicht nur das schöngefärbte Bild unseres über jeden Zweifel erhabenen\, vorbildhaften „Demokratiemodells“ produktiv-erkenntnisbildend in Frage zu stellen\, sondern ist zugleich ein geradezu aufrührerisches Plädoyer für die zivilisierende\, tatsächlich demokratische Bedeutung von Humanität und Aufklärung. Wenn eine kritisch-informierte Bevölkerung ihre sozialen Interessen erkennt und solidarisch engagiert in souveräner Gestaltung verwirklicht\, dann sind Kriege nicht mehr führbar und die Menschheit gewinnt auf befreiende Weise ungeahnte Entfaltungsmöglichkeiten. Jeder Schritt dahin lohnt. Es ist höchste Zeit. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Was für eine Welt könnten wir bauen\, wenn wir die Kräfte\, die ein Krieg entfesselt\, für den Aufbau einsetzten. Ein Zehntel der Energien\, ein Bruchteil des Geldes wäre hinreichend\, um den Menschen aller Länder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen.“\nAlbert Einstein\, „Für einen militanten Pazifismus“\, 1932. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Blicke in die Hölle
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Christoph Boekel | D 1999 | 90 Min. | deu) \n\nWer den Frieden erwirken will\, muss die geistigen und materiellen Ketten zerschlagen\, die der Krieg schmiedet. 430 Milliarden Euro geben die EU-Staaten pro Jahr zusammengenommen für militärische Zwecke aus (die USA mehr als doppelt so viel). Nach der Wahnvorstellung der allermeisten bundesdeutschen „Spitzenpolitiker:innen“\, Medien– und Wirtschaftsvertreter:innensoll diese Summe in den nächsten Jahren noch verdoppelt werden. Dank der völlig abstrusen\, aber gebetsmühlenartig wiederholten Beschwörung des archaischen Bedrohungsszenarios einer „Invasion Europas durch die russischen Horden aus dem Osten“ (Rüstungsausgaben: 300 Mrd. Euro pro Jahr) wissen die Großaktionäre von Rheinmetall und Co. gar nicht mehr wohin\, mit ihren Milliardengewinnen. \nAllein mit der Umwidmung der jetzigen europäischen Militärausgaben ließen sich die Probleme des Wohnungsmangels\, der Arbeitslosigkeit\, der maroden öffentlichen Infrastruktur\, der prekären sozialen Daseinsvorsorge\, der mangelhaften Gesundheitsversorgung\, des zu überwindenden Welthungers und der effektiven Bekämpfung des Klimawandels binnen kürzester Zeit lösen. Dieser Widerspruch ist nur durch die radikaleBeseitigung aller schon jetzt mehrfach vorhandenen\, militärischen Menschheitsvernichtungsmöglichkeiten aufzulösen. Dafür ist das Denken in den Kategorien von Abschreckung\, Machtpolitik\, Verteidigungs- und Kriegstauglichkeit zu durchbrechen. \nEinen gewichtigen Beitrag dazu leistet der 1999 veröffentlichte Dokumentarfilm „Blicke in die Hölle“\, in dem Regisseur Christoph Boekel die vergiftende Wirkung des militärischen Ungeists in Sprache und Architektur entlarvt und sie zugleich der verstandesmäßigen Kritik und alternierenden Perspektivbildung anheimstellt. \nEr begibt sich dafür auf die Spuren seines Großvaters\, der als deutscher Soldat in den Stellungen der Abnutzungsschlacht um Verdun (1916) ums Leben kam\, sowie seines Vaters\, der als Wehrmachtssoldat im Zweiten Weltkrieg zu einem gebrochenen Menschen gemacht wurde. Anhand von zahlreichen Interviews mit Nachfahren\, Überlebenden\, Zeitzeugen und Militärhistorikern arbeitet er die Geschichte der Kriegführung in Europa – beginnend mit der Schlacht um Hastings im Jahre 1066 bis zur Entwicklung der Atombombe – auf. Dabei zeichnet er nach\, wie die politisch forcierte Spirale der stetigen Weiterentwicklung von Verteidigungs- und Angriffsmitteln dazu führt\, dass die in produktiver Weltaneignung zur Kultivierung des menschlichen Daseins errungenen\, stetig anwachsenden zivilenEntwicklungsressourcen von Natur und Gesellschaft zu grausam zerstörerischen Zwecken pervertiert werden. \nIn diesem historischen Durchgang\, der mit dem „totalen Krieg“ der deutschen Faschisten und den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki kulminiert\, wird auf eindrucksvolle Weise erkenntlich\, inwiefern es im 21. Jahrhundert keinen gesellschaftlichen Bereich mehr gibt\, in dem nicht die Kontroverse zwischen humaner Verwirklichung der Gattung und ihrer potentiellen Vernichtung zu entscheiden wäre. \nAuf diese Weise ist auch nachdrücklich veranschaulicht\, welche Bedeutung die alltägliche Handlungsweise eine:s Jede:n dafür hat\, solidarisch organisiert und zivilgesellschaftlich engagiert zurÜberwindung der Gewalt und ihrer strukturellen Voraussetzungen im menschlichen Zusammenleben beizutragen. \nDie Befreiung von der „Geißel des Krieges“ für eine in Frieden geeinte Menschheit\, wie sie nach 1945 im Gründungsstatut der Vereinten Nationen als oberste Maßgabe allen staatlichen\, zwischenstaatlichen und gesellschaftlichen Handelns verankert wurde\, ist die historisch gewachsene Aufgabe der Zeit und der akut zu verwirklichende Sinn von mehreren Jahrtausenden Zivilisationsentwicklung. Die so zu realisierenden Möglichkeiten der Gestaltung eines allseits menschenwürdigen\, globalen Daseins sind von unbegrenzt reichhaltiger Schönheit.       \nNehmen wir sie couragiert wahr. Es gilt\, eine Welt zu gewinnen. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Du sollst nicht töten! hat einer gesagt.\nUnd die Menschheit hörts\, und die Menschheit klagt.\nWill das niemals anders werden?\nKrieg dem Kriege!\nUnd Friede auf Erden.“\nKurt Tucholsky\, „Krieg dem Kriege“\, 1919. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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