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SUMMARY:Filmseminar: Julius Caesar
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Joseph L. Mankiewicz | USA 1953 | 120 Min. | deu) \n\nDemokratische Gestaltung eines humanen Gemeinwesens durch die Vielen oder autoritäre Willkürherrschaft der Wenigen? Dieser fundamentale gesellschaftliche Entwicklungskonflikt verläuft nicht\, wie landläufig propagiert\, entlang von Landesgrenzen. Es ist vielmehr der akut zur Entscheidung drängende Widerspruch der globalen Zivilisationsentwicklung insgesamt und findet somit auch seine Entsprechung in den inneren Auseinandersetzungen eines jeden Landes. Seit 1990 beweist der vorläufig „siegreiche“ Kapitalismus in jeder Hinsicht tagtäglich mehr\, dass er nicht das postulierte „Ende der Geschichte“ sein kann. Das hält seine wenigen milliardenschweren Profiteure (s. Musk/Trump) jedoch nicht davon ab\, ihn umso mehr zu diesem machen zu wollen. Die menschliche Gattung ist\, um ihrer tatsächlichen historischen Selbstverwirklichung willen\, gehalten\, dieses Joch nachhaltig abzustreifen. Dafür kann sie auf mehrtausendjährige Erfahrungen und Erkenntnisse zurückgreifen\, in denen diese grundlegende Kontroverse künstlerisch-ästhetisch\, philosophisch-kategorial und historisch-materiell verarbeitet worden ist. \nEinen wahren Meilenstein in diesem Sinne bildet das 1599 erstaufgeführte Drama „Julius Cäsar“ von William Shakespeare. In der Phase des an inneren Widersprüchen krankenden\, aufgeklärten Absolutismus der britischen Regentin Elisabeth I. reflektiert der Dichter in seinem bis dahin politisch aufrührerischsten Stück (eine einzelne Aufführung im Londoner Globe Theatre erreichte nahezu 3% der gesamten Stadtbevölkerung) die Voraussetzungen\, Möglichkeiten und Grenzen eines Umsturzes der herrschenden Ordnung zugunsten eines wahrhaft humanen\, republikanisch gestalteten Gemeinwesens. Dazu arbeitet er den bereits damals weitbekannten\, historischen Stoff der „Verschwörung“ um Brutus und Cassius gegen Julius Cäsar auf und gibt ihm eine aktuell-revolutionäre Deutung. \nAls Konsul im antiken Rom genießt Cäsar aufgrund zahlreicher Eroberungen\, geschickter Inszenierungen und sozialer Wohltaten großes Vertrauen im Volk und plant\, dieses für die Ausschaltung des Senats und die Errichtung einer diktatorischen Alleinherrschaft zu nutzen. Cassius – als Senator überzeugter Anhänger der Republik – ist diese Entwicklung zuwider. Als Machtmensch durchschaut er auch die inneren Schwächen Cäsars und seiner Pläne und sammelt einen Kreis von Widerständigen um sich\, dem sich auch der zunächst zögernde\, aber umso tiefer von der Notwendigkeit einer demokratischen Umwälzung überzeugte Brutus anschließt. Am Tag der geplanten Krönungszeremonie töten sie Cäsar im Senat und Brutus legt dem Volk in einem öffentlichen Plädoyer für die egalitäre Selbstherrschaft der vernunftbegabten Bürger eines freien Roms die Macht in die Hand. Die folgende Grabrede des Marcus Antonius\, ergebenster Anhänger des Julius Cäsars\, wendet jedoch die Entwicklung fundamental. Mit seiner an rhetorischer Perfidie\, emotionalisierender Manipulation und populistischer Demagogik kaum zu übertreffenden Ansprache gelingt es Marcus Antonius\, das soeben befreite Volk gegen die „Verschwörer“ aufzuhetzen und sich als blutrünstiger Tyrann an die Spitze der so heraufbeschworenen Gewaltherrschaft zu stellen. Im folgenden Bürgerkrieg behält er die Oberhand über die Befreiungsarmeen Brutus‘ und Cassius‘\, die sich schließlich geschlagen in das Schwert ihrer Gefolgsleute stürzen. \nDieses Scheitern im Stück ist jedoch keineswegs als Wertung Shakespeares über die Verfehltheit der Aufständischen und ihrer Motive zu deuten. Im Gegenteil: die dramatische Anlage hat eine fundamental aufklärerische Wirkung. Anhand der widerspruchsreichen Entwicklung der Protagonist:innen und ihres nachdrücklich vor Augen geführten Widerhalls im Volk lassen sich umso tiefgreifendere\, überzeitlich relevante Erkenntnisse dafür bilden\, welche Voraussetzungen geistig-materieller Natur dafür zu schaffen sind\, damit die Befreiung der Menschheit von jeglicher Knechtschaft nachhaltig gelingen kann. Die kongeniale Verfilmung zur Hochphase des McCarthy-Regimes in den USA tut dazu ihr übriges. Ein intellektuell-aufrührerischer Hochgenuss. Wer aus der Geschichte lernt\, hat eine Welt zu gewinnen. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Kein Despotenfuß vermag festen und sichern Trittes auf einen Nacken zu treten\, als nur auf denjenigen\, der sich selbst unter ihm in den Staub auf eine Menschen unwürdige Weise hinabdrückt. Siegreich und triumphierend wird meistens derjenige seine geistigen und leiblichen Sklavenfesseln zersprengen\, der sich fest und unerschütterlich vornimmt: Ich will sie zersprengen.“ Gottfried August Bürger\, „Ermunterung zur Freiheit“\, 1. Februar 1790. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum download.
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SUMMARY:Filmseminar: BlackRock – die unheimliche Macht  eines Finanzkonzerns
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Tom Ockers | D 2019 | 91 Min. | deu) \n\nDer Aufschwung extrem reaktionärer politischer Kräfte ist kein unaufhaltsames Mysterium. Er entspringt der zunehmend unregulierten Einflussnahme skrupelloser Profitinteressen auf Wirtschaft\, Politik\, Medien und gesellschaftliche Öffentlichkeit. So wie sich die rundum rassistische und menschenfeindliche AfD von Tech-Milliardär Elon Musk finanzieren lässt\, folgt auch die politische Agenda des CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz nicht dem Zufallsprinzip. Der „mittelständische“ Multimillionär bekleidete von 2016-2020 den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der BlackRock Asset Management Deutschland AG\, dem deutschen Ableger des US-Vermögensverwalters BlackRock\, und ist seitdem den gewichtigen Geldsorgen  des weltweit größten Finanzinvestors auf intimste Weise verbunden. \nSich der systemischen Tragweite dieser unheilvollen Allianz bewusst zu werden\, ist von zentraler Bedeutung dafür\, dass die schon längst auf der Tagesordnung stehende\, grundlegende Kehrtwende hin zu einer allseitig humanen\, zivilen\, solidarischen und demokratisch-aufgeklärten Entwicklung der Gesellschaft gelingen kann. \nEinen bedeutsamen Beitrag dazu leistet die 2019 veröffentlichte Dokumentation „BlackRock – die unheimliche Macht eines Finanzkonzerns“ von Tom Ockers. \nAnhand zahlreicher Interviews mit namhaften Finanzexpert:innen\, Wirtschaftswissenschaftler:innen und Börsen-Journalist:innen aus aller Welt beleuchtet er darin das Geschäftsmodell\, den Entstehungsprozess und den gravierenden Einfluss eines Finanzkonzerns\, der mit über 10 Billionen US-Dollar Anlagevermögen und über 17.000 Unternehmensbeteiligungen weltweit ganze Märkte und Aktienindizes kontrolliert. Als Vermögensverwalter unterliegt BlackRock keiner staatlichen Bankenkontrolle. Vielmehr wurden dem Konzern\, der aufgrund weitverzweigter Kapitalgeber und eines KI-gestützten Risikoanalyse-Programms über systemrelevante Marktdaten aus aller Welt verfügt\, im Zuge der Finanzkrise 2008/09 von vielen staatlichen Zentral- und Notenbanken über „Beratungs“-Aufträge sensibelste Daten und damit weitreichende Marktkontrollmöglichkeiten geradezu ausgehändigt. Diesen Einfluss nutzt BlackRock nicht nur\, um über besonders sicher erscheinende Fonds (sog. ETFs) das milliardenschwere Anlagegeschäft mit privaten Kleinsparern zu dominieren\, sondern auch\, um Preise zu bestimmen und sanktionsbewehrten\, politischen Druck zur Öffnung ganzer Marktsegmente für seine Anleger auszuüben. Besonders im Fokus stehen dabei die bislang staatlich regulierten Bereiche der Energieversorgung\, des Wohnungsmarktes und der Renten- und Altersvorsorge in Ländern der westlichen Hemisphäre wie auch – vermittelt über deren sog. Entwicklungshilfeagenturen – in Gesellschaften des globalen Südens. BlackRock ist Großaktionär oder Mehrheitseigner bei allen 40 DAX-Konzernen\, darunter auch Rheinmetall\, Deutsche Wohnen\, Vonovia\, RWE\, E.On\, usw. und nimmt über Aktionärsversammlungen und Aufsichtsratsposten aktiv Einfluss auf die Unternehmenspolitik. Über diese Marktmacht kann BlackRock ganze Volkswirtschaften in tiefe Krisen stürzen und politische Entscheidungen zugunsten seiner Profitinteressen erzwingen\, wie es jüngst gegenüber progressiven Regierungen in Griechenland oder Mexiko mehrfach der Fall gewesen ist. \nDer Film verdeutlicht jedoch nicht nur diese verhängnisvollen Zusammenhänge\, sondern zeigt zugleich\, welche entscheidende gesellschaftliche Bedeutung eine mündige\, aufgeklärte\, kritische Öffentlichkeit haben kann\, die sich bewusst für die Verwirklichung des tatsächlichen Allgemeinwohls engagiert und ihre sozialen\, politischen und kulturellen Interessen gegen eine solch vulgäre Monopolmacht und ihre politisch-ideologischen Helfershelfer durchzusetzen weiß. \nDie Welt ist längst reich genug\, um allen Menschen gleichermaßen ein Leben in Würde\, Frieden\, sozialer Wohlentwicklung und allseitig-produktiver Entfaltung zu ermöglichen. Das ist die wesentliche Emanzipationsaufgabe unserer Zeit. Wir haben mehr als nur die Wahl. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Mi-en-leh sagte: Man muss so radikal sein wie die Wirklichkeit.“\nBertolt Brecht\, „Me-Ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er Jahre. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum Download.
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