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SUMMARY:Filmseminar: Professor Mamlock
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Konrad Wolf | DDR 1961 | 100 Min. | deu) \n\nAm 9. November vor 86 Jahren brannten in Deutschland die Synagogen. Die von den faschistischen Machthabern orchestrierte „Reichspogromnacht“ ebnete ideologisch den Weg für den völkischen Rassenwahn\, der im Vernichtungsfeldzug des Zweiten Weltkriegs und dem industriellen Massenmord an 6 Millionen Jüdinnen und Juden kulminierte. Ihr vorausgegangen war die Verfolgung\, Inhaftierung und Ausschaltung aller sozialkritisch-humanistisch orientierten\, politisch und kulturell oppositionellen Kräfte\, deren systematische Bekämpfung bereits in der Weimarer Republik um sich griff und auch von jenen „demokratischen“ Kreisen mitbetrieben wurde\, die später selbst der Nazi-Diktatur zum Opfer fielen. \nDie Präsentation von Sündenböcken\, die als „Störenfriede“ für alle Krisenphänomene einer auf sozialer Ungleichheit beruhenden Gesellschaft schuldhaft verantwortlich gemacht werden sollen\, folgt einer unheilvollen Tradition inhumaner Herrschaftssicherung. Die mentale Verdrängung des grundlegenden Interessengegensatzes zwischen Oben und Unten zugunsten einer verschärften Konkurrenz vermeintlich homogener Gruppen untereinander (z.B. „Einheimische“ vs. „Geflüchtete“) soll repressiven\, antidemokratischen und militärisch-expansiven Schein-Krisenlösungen Legitimität verschaffen. So soll die objektiv notwendig gewordene humane\, zivile\, demokratisch-aufgeklärte Überwindung der globalen Ungleichheit verhindert werden. \nZur tatsächlichen Verwirklichung dieses zivilisatorischen Erfordernisses ist also (gerade) aus der (deutschen) Geschichte zu lernen\, dass Niemand aus der positiven Verantwortung zu entlassen ist\, jeglicher Verunglimpfung bestimmter Personen und gesellschaftlicher Gruppen schon im Ansatz fundamental couragiert zu widersprechen und solidarisch-rational entgegenzuwirken. \nKaum ein künstlerisches Werk illustriert die widerspruchsvolle Herausbildung dieser historischen Einsicht so anschaulich wie die 1961 (zur Zeit der beginnenden „Auschwitz-Prozesse“ in der BRD) von Konrad Wolf für die DEFA realisierte Verfilmung des gleichnamigen\, 1933 von seinem Vater Friedrich Wolf veröffentlichten Dramas „Professor Mamlock“. \nSchon die Eingangsszenerie entfaltet die grundlegende Spannung des Aufklärungsstücks: im wohlsituierten Hause Mamlock feiert man das Neujahr 1933. Zu den Gästen des liberal-gesinnten jüdischen Professors\, der chefärztlich die Städtischen Frankfurter Kliniken leitet\, gehören Bankdirektor Schneider\, Zeitungsverleger Seidel und Oberarzt Carlsen – allesamt „arisch“\, den aufkommenden Nazis jedoch aus geschäftlichen\, konventionellen und geistigen Gründen eher skeptisch bis ablehnend gesinnt und aus denselben Gründen Mamlock persönlich wohlwollend verbunden. Während dieser in seiner Ansprache die Zuversicht bekundet\, dass Vernunftglaube\, demokratische Gesinnung und die Achtung der staatlichen Institutionen das Leben den Zeitläuften trotzend zum Guten wenden werden\, wird ein Freund seines mit Kommunisten verbandelten Sohns Rolf auf offener Straße von SA-Leuten brutal niedergestochen. Als Mamlock von dem Überfall erfährt\, rät er Rolf\, sich auf die A-Politik zu besinnen. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und dem inszenierten Reichstagsbrand nimmt jedoch auch die Judenverfolgung zu. Als ihn auch seine renommierte Stellung als Wissenschaftler und seine Weltkriegsverdienste nicht mehr vor der Entlassung und öffentlichen Demütigung durch die Nazis schützen\, seine vormaligen Freunde sich von ihm distanzieren und nur noch die Kommunisten für seine Rehabilitation kämpfen\, revidiert er zunehmend seine politische Zurückhaltung und beginnt\, sich zu wehren. Die Auflehnung erfolgt jedoch zu spät und so bleibt ihm nur noch\, der Nachwelt in Person der inzwischen geläuterten Pflegerin Ruoff nahezulegen\, aus seinem Schicksal zu lernen und einen anderen\, tätigen Weg des Widerstands zur Verwirklichung der Humanität zu beschreiten. \nSo macht der historisch weitsichtige\, präzise erzählte und dramaturgisch überzeugende Film nachhaltig erfassbar\, was mit „Wehret den Anfängen!“ tatsächlich gemeint ist: Es ist der solidarisch zu verwirklichende Auftrag zur Schaffung von Lebensverhältnissen\, in denen alle Menschen gleichermaßen in den vollen Genuss ihrer universellen sozialen\, kulturellen und politischen Rechte und Entfaltungsmöglichkeiten kommen. Die Würde des Menschen duldet keine Ungleichheit. Persönlich\, gemeinschaftlich\, global: ein Jeder ist dabei von Belang. Nie wieder Faschismus\, nie wieder Krieg! \n„Als die Nazis die Kommunisten holten\, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.\nAls sie die Sozialdemokraten holten\, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.\nAls sie die Gewerkschaftler holten\, habe ich geschwiegen\, ich war ja kein Gewerkschaftler.\nAls sie die Juden holten\, habe ich geschwiegen\, ich war ja kein Jude.\nAls sie mich holten\, gab es keinen mehr\, der protestieren konnte.“\nPastor Martin Niemöller\, im ev. Gemeinde-Saal Kaiserslautern\, Ostern 1976. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: The Panama Deception
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Barbara Trent | USA 1992 | 91 Min. | OmU) \nEinführung und anschließende Diskussion mit Pressefotograf und Panama-Kenner Hinrich Schultze \n\nDie Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten lässt die Börsenkurse von Großbanken\, Tech-Konzernen und Rüstungsindustrie an der Wall Street explodieren. Sein ultrareaktionärer\, autoritärer und rassistischer Chauvinismus hält europäische Regierungschefs nicht davon ab\, gebetsmühlenartig ihre wertebasierte Verbundenheit mit dem selbsternannten Leuchtturm von „Freedom and Democracy“ in der Welt hochzuhalten. \nDem Rest des Globus ist hingegen seit Jahrzehnten hinlänglich bewusst\, dass die westliche Beschwörungsformel von „Freiheit und Demokratie“ synonym ist mit der machtpolitischen Durchsetzung schnöder ökonomischer Profitinteressen und häufig Krieg bedeutet. Mit derselben Phraseologie wurde jede der unzähligen\, völkerrechtswidrigen Militär-Invasionen des NATO-Blocks und insbesondere der USA in den Ländern der sog. Dritten Welt seit 1945 mit scheinbar höheren Weihen zu umkränzen versucht. \nNicht anders – wenngleich global wenig beachtet – erging es der seit 1903 formal unabhängigen Republik Panama im Jahre 1989. Nach einer gezielten propagandistisch-medialen Vorbereitung landeten in der Nacht des 20. Dezember über 20.000 US-Soldaten in den größten Städten des mittelamerikanischen Landes. Sie besetzten die Kanalzone\, die strategisch wichtigsten Transportwege\, die Radiosender\, Fernsehstationen\, Zeitungsredaktionen und Universitäten\, verhafteten Regierungschef Noriega\, zerschlugen das panamaische Militär\, steckten ganze Wohnviertel in Brand und verfolgten jeglichen Protest gegen die Besatzung mit blutiger Gewalt. \nDer Oscar-prämierte Dokumentarfilm „The Panama Deception“ der US-Regisseure Barbara Trent und David Kasper erhellt auf eindrucksvolle Weise die realen Hintergründe\, Zusammenhänge und Folgen dieser Militärinvasion\, die in der medialen Öffentlichkeit entweder totgeschwiegen oder als heroische Aktion zur Befreiung des panamaischen Volkes vom korrupten Militärmachthaber und Drogenhändler Noriega glorifiziert wurde. \nDurch zahlreiche Interviews mit involvierten US-Militärs\, Botschaftsangehörigen\, Regierungsberater:innen und Geheimdienstmitarbeitenden\, mit panamaischen Vertreter:innen von Opposition und Regierung sowie mit Betroffenen aus der Zivilbevölkerung und anhand umfangreichen Archivmaterials wird deutlich\, dass es der US-Administration Ronald Reagans mitsamt dem späteren Präsidenten George H. W. Bush Sr. seit 1980 um die Wahrung ihrer Kontrolle über den Panama-Kanal sowie der ökonomischen und geostrategischen Vormachtstellung in der Region ging. Dafür musste General Noriega\, der zuvor von der CIA angeworben worden war\, um den vormaligen Machthaber Torrijos abzusetzen und die USA über sein Drogenhandelsnetzwerk bei der Bekämpfung der sandinistischen Revolution in Nicaragua zu unterstützen\, beseitigt werden. Trotz aller finanzieller Unterstützung durch die USA hatte Noriega sich geweigert\, den 1977 zwischen US-Präsident Carter und General Torrijos nach massiven Studierenden- und Arbeiterprotesten ausgehandelten Vertrag zu revidieren\, der für das Jahr 1999 die vollständige Rückgabe der Kontrolle über den Panama-Kanal an die panamaischen Behörden sowie die Schließung der 14 US-Militärbasen im Land\, des Ausbildungszentrums für den Dschungelkrieg des US Southern Command und dem berüchtigten Folterausbildungszentrum „School of the Americas“ vorgesehen hatte. Zu bedeutsam waren (und sind) die Schifffahrtsroute und die Militärpräsenz im Zentrum Lateinamerikas für die Profitmargen der US-Ökonomie\, als dass sie dem statutarisch verbrieften Selbstbestimmungsrecht der panamaischen Bevölkerung überlassen werden könnten. \nMit tiefgreifend humanistisch motivierter\, investigativer Aufklärungstätigkeit und historisch-kritischem Realismus beleuchtet der Film dieses Kapitel der US-Außenpolitik und macht so zugleich unzweifelhaft deutlich\, dass der Grund\, warum die Welt mit dem Wegfall der realsozialistischen Staaten nach 1989 nicht friedlicher wurde\, wesentlich in der krisenhaft-imperialistischen\, lang tradierten Expansionspolitik der USA zu suchen ist. \nFrieden\, Abrüstung und die globale Verwirklichung von Völker- und Menschenrechten\, von sozialer Wohlentwicklung und demokratisch-aufgeklärter Entfaltung der Vielen bedürfen der grundlegenden Überwindung jener gesellschaftlichen Kräfte\, die ein ökonomisches Interesse am Gegenteil haben. Jedes Engagement in dieser Hinsicht lohnt und ist in neuer Weise gefragt. Ein X ist kein U. International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Die Dänen sind geiziger als die Italiener. Die spanischen Frauen geben sich leichter der verbotenen Liebe hin als die deutschen. Alle Letten stehlen. Alle Bulgaren riechen schlecht. Rumänen sind tapferer als Franzosen. Russen unterschlagen Geld. Das ist alles nicht wahr – wird aber im nächsten Kriege gedruckt zu lesen sein.“\nKurt Tucholsky\, „Nationales“\, 1924. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.  \nSowie auch in [Englisch].
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