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SUMMARY:Filmseminar: Checkpoint
DESCRIPTION:Wir können die erfreuliche Ankündigung machen\, dass der Regisseur Yoav Shamir den Film einführen und mit uns diskutieren wird.  \n(Doku | Regie: Yoav Shamir | ISR 2003 | 80 Min. | OmU) \n\nNur Frieden schafft Frieden. Diese viel zu oft als „trivial erscheinend“ abgetane Erkenntnis erhält derzeit fundamental\, global und politisch-praktisch neues Gewicht – nicht zuletzt angesichts der genozidale Formen annehmenden Kriegführung der israelischen Regierung gegenüber der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen. \nDie geopolitisch und rüstungsindustriell motivierte Unterstützung westlicher Regierungen für die von Beginn an völkerrechtswidrige  Vertreibungs-\, Expansions- und Besatzungspolitik Israels sowie für dessen Aufkündigung jeglichen Dialogs über eine gegenseitig akzeptierte\, souveräne Zwei-Staatlichkeit (Ende des Oslo-Friedensprozesses im Jahr 2000) hat mittlerweile rechtsextremen Siedlern zur Macht verholfen\, die aus ihren Vernichtungsabsichten gegenüber den Palästinenser:innen keinerlei Hehl mehr machen. Eine Tendenz\, die nur durch das beherzte Eingreifen der internationalen Zivilgesellschaft zu durchbrechen ist. \nEinen gewichtigen Beitrag dazu liefert der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „Checkpoint“ des israelischen Regisseurs Yoav Shamir. \nEr zeigt Begegnungen\, die sich während der Zweiten Intifada (2000-2005) zwischen palästinensischen Zivilist:innen und israelischen Militärs an den „Checkpoints“ abgespielt haben – jenen Straßensperren und Kontrollpunkten\, die die Armee im Zuge der Besatzung und Besiedlung überall verteilt im Westjordanland und (damals auch noch) im Gazastreifen errichtet hat. Sie bilden gewissermaßen den betonierten Ausdruck des alltäglich gewaltsamen Unrechts- und Unterdrückungsverhältnisses\, das mit dem Okkupationsregime 1967 etabliert wurde. \nUm von einem Dorf zum nächsten zu gelangen\, sind palästinensische Schulbusse\, Krankentransporte und Hochzeitsanwärter ebenso der Willkür waffenstrotzender Soldat:innen unterworfen wie behandlungsbedürftige Kindern oder bewegungseingeschränkte ältere Herren. \nStändig wechselnde Transitbestimmungen\, plötzliche Ausgangssperren und unkalkulierbare Wartezeiten machen schon im glimpflich verlaufenden Falle die Verrichtungen des alltäglichen Lebens zur peinigenden Qual für die Palästinenser:innen. \nAuf gänzlich unspektakuläre Weise vermitteln die eingefangenen Szenen zudem einen tiefen Eindruck vom allgegenwärtig-stummen Begleiter im Status der Rechtlosigkeit: demütigende Übergriffe\, willkürliche Verhaftungen oder körperliche Gewaltanwendung stehen als Möglichkeit stets drohend im Raum. Dass auf der anderen Seite in der Regel beinahe ebenso furchtgetriebene Wehrdienstleistende von kaum mehr als 20 Jahren agieren\, macht die Situation selten besser. \nBemerkenswert ist\, dass der Film keiner Kommentierung bedarf\, um seine aufklärerische Wirkung zu entfalten. Gerade indem er „alltägliche“ Szenen aus den besetzten Gebieten zeigt – die\, obwohl sie es vor der Kamera nicht tun\, jederzeit in physische Gewalt umschlagen könnten – offenbart er den realen Wesenskern der Besatzung: sie ist ein latentes\, strukturelles Gewaltverhältnis\, das die palästinensische Bevölkerung tagtäglich zu Geduldeten im eigenen Land degradiert und die israelische Gesellschaft in paranoider Verrohung erstarren lässt. \nSo entsteht erzählerisch eine Aussage von bestechender Klarheit und hochaktuellem Gewicht: Ohne die Beendigung der Apartheid wird es für keine Seite ein Leben in Frieden und Sicherheit\, Würde und Wohlentwicklung geben. \nDer Wille zu einer solchen nachhaltigen Friedenslösung ist in nicht unwesentlichen Teilen der Bevölkerung vor Ort trotz aller Gewalt noch immer vital vorhanden. \nEntscheidend für ihr Zustandekommen ist jedoch das international solidarische Engagement: für einen sofortigen Waffenstillstand\, für das Ende jeglicher Waffenlieferungen in die Region\, für die Verwirklichung der völkerrechtlich statuierten Zwei-Staaten-Lösung unter demilitarisierter Garantie der Vereinten Nationen sowie für die Verwirklichung der unteilbar gleichen kulturellen\, sozialen und politischen Grund- und Menschenrechte für Alle. Diese „einzig legitime Konsequenz aus dem singulären Menschheitsverbrechen des Holocaust“ (D. Feldman) stünde Unsereinem ganz besonders gut zu Gesicht. Ein Gebot der praktischen Vernunft mit paradigmatischer Bedeutung für die Zivilisationsentwicklung. Humanität kennt keine Grenzen! \nBrot\, Frieden\, Würde – jetzt! International solidarisch: Schluss mit Austerität. \n „Me-Ti sagte: Wichtiger\, als zu betonen\, wie unrichtig es ist\, Unrecht zu tun\, ist es\, zu betonen\, wie unrichtig es ist\, Unrecht zu dulden. Unrecht zu tun haben nur wenige die Gelegenheit\, Unrecht zu dulden viele.“\nBertolt Brecht\, „Me-Ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er-Jahre. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf]. \nSowie in English als [pdf] zum download.  \n 
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SUMMARY:Filmveranstaltung und Buchvorstellung: "Ein Polterabend"
DESCRIPTION:Seid herzlich eingeladen zu der Filmveranstaltung und Buchvorstellung von und mit Frank-Burkhard Habel \, über den jüdischen Schauspieler und Regisseur Curt Bois\, am Sonntag\, den 10. März 24\, um 16:30 im 3001-Kino (www.3001-kino.de)\, die wir im Rahmen der Kampagne „International solidarisch – Schluss mit Austerität!“ veranstalten. Der Filmhistoriker F.-B. Habel wird sein Buch  „Curt Bois – Schauspieler in zehn Jahrzehnten” vorstellen und wir schauen gemeinsam die Filmposse „Ein Polterabend“ von 1955 (DEFA)\, bei der Curt Bois Regie geführt hat. Vor der Filmvorführung wird F.-B. Habel aus seinem Buch lesen und von Curt Bois\, der in den sechziger Jahren am Deutschen Schauspielhaus in Moliére-Stücken gefeiert wurde\, erzählen. \n\nzu Curt Bois:\n„Der Schauspieler\, Regisseur\, Kabarettist und Autor Curt Bois (1901-1991) begann seine Laufbahn 1908 in Berlin und absolvierte seine letzten Auftritte im Umfeld seines 90. Geburtstags 1991. Neben seiner Theaterarbeit spielte er im deutschen Stummfilm u.a. bei Ernst Lubitsch und führte erstmals am Beginn des Tonfilmzeitalters Regie in dem Kurzfilm „Scherben bringen Glück“. Als Jude wurde er 1933 in die Emigration getrieben\, konnte in Hollywood Fuß fassen\, wo er neben Stars wie Ingrid Bergman\, Humphrey Bogart\, Buster Keaton und Charles Laughton spielte und sich mit Bertolt Brecht anfreundete. Nach Bois´ Rückkehr 1950 gab Brecht ihm die Rolle des „Herrn Puntila“ am Berliner Ensemble\, den er auch in einem österreichischen Film spielte. \nSein einziger DEFA-Film blieb seine zweite Filmregie mit der Posse „Ein Polterabend“ nach Motiven des Berliner Satirikers Adolf Glaßbrenner\, der unter dem Pseudonym „Brennglas“ die 1848er Revolution beförderte. Wir können den selten gezeigten Streifen in einer ganz frisch digital restaurierten Fassung vorstellen. \nIm Westen spielte der Charakterkomiker Curt Bois in Filmen von Kurt Hoffmann\, Wolfgang Staudte\, Peter Zadek\, Markus Imhoof sowie Helmut Dietl und gewann 1988 den ersten Europäischen Filmpreis für Wim Wenders´ „Der Himmel über Berlin“. \nÜber dieses erstaunliche Künstlerleben erzählt der Filmhistoriker F.-B. Habel anekdotenreich in dem Buch „Curt Bois – Schauspieler in zehn Jahrzehnten“\, das in der Reihe „Jüdische Miniaturen“ im Verlag Hentrich & Hentrich erschien. Vor der Filmvorführung wird er daraus lesen und von Curt Bois\, der in den sechziger Jahren am Deutschen Schauspielhaus in Moliére-Stücken gefeiert wurde\, erzählen. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Der lange Atem
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Christoph Boekel | BRD 1983 | 107 Min. | deu) \n\n\nSchon jede Aufrüstung beginnt mit einer Lüge. Denn wie vom Krieg profitieren von ihr nur die Wenigsten. Die Milliardenkredite zur „Ertüchtigung“ der Bundeswehr oder gar eine nuklear bewaffnete EU-Armee sichern weder „Freiheit“\, noch Wohlstand oder gar die Demokratie\, sondern lediglich die Profitmargen der Rüstungsindustrie. Marschflugkörper für die Ukraine sanieren keine Schulen\, bauen weder Bahn-Netz noch ÖPNV aus\, schaffen keinen sozialen Wohnungsbau\, bewirken keine Humanisierung des Gesundheitswesens\, bekämpfen erst recht nicht den Klimawandel und lösen auch sonst kein gesellschaftliches Problem. \nDennoch wird vor allem jenen Friedensengagierten\, die diese Zusammenhänge problematisieren und für eine zivile\, soziale und humane Entwicklung der Gesellschaft eintreten\, medial unterstellt\, sie gefährdeten „die Demokratie“. Höchste Zeit also\, die historischen Fundamente dieser Demokratie\, der damit verbundenen Friedensbewegung sowie der Kräfte zur (Re-)Militarisierung der Bundesrepublik neu zu Bewusstsein zu bringen. \nGenau das tut der Dokumentarfilm „Der lange Atem“ von Christoph Boekel. \n1983 entstanden zeichnet der Film anhand historischer Dokumente und des Porträts von Oskar Neumann (kommunistischer Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Diktatur und Mitinitiator des „Hauptausschusses Volksbefragung“) nach\, welche kriminelle Energie die Regierung Adenauer und ihre US-Unterstützer aufbringen mussten\, um eine Wiederbewaffnung Deutschlands durchzusetzen. \nDas wache Bewusstsein über die immensen Verheerungen des vorangegangenen Krieges und das 1949 verabschiedete Grundgesetz\, das nicht nur die Vorbereitung eines Angriffskriegs unter Strafe stellte sondern auch den Wiederaufbau einer deutschen Armee und Rüstungsproduktion untersagte\, veranlassten den Kanzlerkandidaten Adenauer (CDU) bis 1950 öffentlich noch vehement das NEIN zu allen Wiederbewaffnungsplänen zu beschwören\, um gewählt zu werden. In geheimen Zirkeln jenseits von Kabinett\, Parlament und Öffentlichkeit betrieb er jedoch längst genau das Geleugnete. In enger Abstimmung mit US-Geheimdiensten und unter tätiger Mithilfe klandestin rehabilitierter\, ehemaliger Wehrmachtsgeneräle und Nazi-Kriegsverbrecher sollte die BRD unter dem Deckmantel einer „Europäischen Verteidigungsgemeinschaft“ zu einem militärischen Vorposten gegen „den Bolschewismus“ aufgerüstet werden. Je mehr von diesen offenkundig verfassungswidrigen Plänen ruchbar wurde\, desto entschiedener regte sich der zivilgesellschaftliche Widerstand. Vielfältige Kräfte – darunter Kommunisten\, Sozialdemokraten und bürgerliche Demokraten (wie Gustav Heinemann) sowie Gewerkschaften\, Jugend- und Kirchenverbände (u.a. um Pastor Niemöller) – versammelten sich 1951 unter dem Essener Manifest gegen die Remilitarisierung und forderten eine Volksabstimmung – das einzig denkbare\, rechtmäßige Mittel zur Entscheidung über diese Frage. \nTrotz Verbot und härtester Repression seitens der Regierung\, die zur Verfolgung der Aufrüstungsgegner auch nicht davor zurückschreckte\, neue Straftatbestände nach alter NS-Gesinnungsjustiz wieder einzuführen\, gelang es den Initiatoren mit tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung dennoch\, die Volksbefragung mit eigenen Mitteln durchzuführen. Von insgesamt 9 Millionen Beteiligten stimmten 94% gegen die Wiederbewaffnung. Die bloßgestellte Regierung hielt dies nicht davon ab\, mit den Pariser Verträgen 1955 den Aufbau der Bundeswehr und den Beitritt Westdeutschlands zur NATO zu besiegeln. Der Mythos der Vereinbarkeit von Demokratie\, Rechtsstaatlichkeit und antifaschistischer Konsequenz einerseits mit militärischer Aufrüstung andererseits ist seither jedoch gründlich widerlegt. \nZudem schuf die eindrucksvolle Initiative die Grundlagen für die Ostermarsch-Bewegung\, den sozial-progressiven Aufbruch von 1968 sowie die massive Friedensbewegung der 1980er-Jahre\, der es gelang\, ein systemübergreifendes Abrüstungsregime durchzusetzen\, das geradezu ein Lehrstück für die heute dringend erforderliche Perspektive einer Weltfriedensordnung bildet. So zeigt der Film beispielgebend: Wer aus der Geschichte lernt\, kann heute für eine bessere Zukunft wirken. Allem Säbelrasseln zum Trotz: der Frieden ist der Ernstfall. \nBrot\, Frieden\, Würde – jetzt! International solidarisch: Schluss mit Austerität. \n„Und dafür\, nein\, dafür haben die Toten ihr Blut nicht in den Schnee laufen lassen\, in den naßkalten Schnee ihr lebendiges mütterliches Blut: Daß dieselben Studienräte ihre Kinder nun benäseln\, die schon die Väter so brav für den Krieg präparierten. (Zwischen Langemarck und Stalingrad lag nur eine Mathematikstunde.) Nein\, Mütter\, dafür starbt ihr nicht in jedem Krieg zehntausendmal!“\nWolfgang Borchert\, „Das ist unser Manifest“\, 1947. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum download.
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