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SUMMARY:Filmseminar: Les jours heureux
DESCRIPTION:(Doku | Regie: G. Peret | F 2012 | 97 Min. | OmU) \n\nWie lässt sich die Marginalisierung und Überwindung extrem reaktionärer Kräfte und Tendenzen in der Gesellschaft bewirken? Die Geschichte lehrt dabei: es reicht nicht aus\, die formal-demokratischen Errungenschaften\, Institutionen\, Strukturen\, Werte und Gepflogenheiten in jener Verfasstheit zu verteidigen\, welche das Erstarken roher Menschenfeindlichkeit möglich gemacht hat. Vielmehr sind diese Grundlagen aufgeklärt-gesellschaftlicher Entwicklung in neuer Qualität engagiert sozial zu verwirklichen. Die weitreichenden Schlussfolgerungen aus der gelungenen Befreiung von Faschismus und Weltkrieg 1945 wurden nie in Gänze realisiert und sind über die letzten drei Jahrzehnte durch eine neoliberale Politik steter Privatisierung\, Kapitalbegünstigung\, Sozialstaatsabbau und Remilitarisierung in ganz Europa (und weltweit) schrittweise revidiert und empfindlich ausgehöhlt worden. Das ist eine wesentliche Ursache der gegenwärtig zu behebenden Misere. Insofern scheint geboten\, sich der kämpferischen Hervorbringungen jener Zeit neu gewahr zu werden. \nEinen entscheidenden Beitrag dazu liefert die von Gilles Perret 2013 veröffentlichte Dokumentation über den Inhalt und das Zustandekommen der „Glücklichen Tage“ („Les Jours Heureux“).  \nUnter diesem Titel beschloss der 1943 gebildete\, im Untergrund operierende Conseil National de la Résistance (CNR) ein revolutionäres Programm zur Befreiung Frankreichs von der faschistischen Okkupation und zur sozialen Neugestaltung der Gesellschaft\, das bis heute die strukturellen Eckpfeiler desfranzösischen Staatswesens prägt. \nEs umfasste Maßnahmen zur Verstaatlichung der Energieversorgung\, des Banken- und Versicherungswesens und des Automobilkonzerns Renault\, zur Verankerung weitreichender Arbeitsrechte\, zur betrieblichen Mitbestimmung\, zur Etablierung der Sozialversicherungskassen und der damit einhergehenden Garantie des Rechts auf Bildung\, Kultur\, Gesundheit\, gesellschaftliche Teilhabe und ein dauerhaft gesichertes Leben in Würde für Alle\, zur Demokratisierung der öffentlichen Verwaltung und vieles mehr.  \nVielmehr noch als der Inhalt dürfte jedoch das Zustandekommen dieser Programmatik als revolutionär zu bezeichnen sein: Dem CNR gehörten neben Kommunisten\, Sozialisten\, bürgerlichenRadikal- und Christdemokraten wie auch nationalkonservativenRepublikanern (als Parteienvertreter der 1940 besiegten Dritten Republik) auch die führenden Repräsentanten der weltanschaulich ähnlich plural organisierten Widerstandsgruppen sowie der kämpferischen Gewerkschaften an. Die erreichte Einigung der zuvor zersplitterten Kräfte folgte der aus dem Widerstand erwachsenen Einsicht in die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung der Strukturen\, die die Besatzung und das Kollaborationsregime des Marschall Pétain möglich gemacht hatten und war das Ergebnis intensivster\, subversiver Koordinations-\, Organisations- und Vermittlungstätigkeit zwischen den vornehmlich arbeiterbewegten Widerstandsgruppen im Land und den finanziell und logistisch besser ausgestatten\, eher nationalgesinnten Gegnern der Kollaboration im Exil. \nDer Film porträtiert dabei bekanntgewordene\, aber vor allem auchvergessen-gemachte Protagonisten des CNR wie Pierre Villon\, den Vertreter der kommunistischen Franc-Tireurs et Partisans\, ohne die die programmatische Einigung nicht zustande gekommen wäre. Er zeichnet den widerspruchsvollen Weg von der Herausbildung der Résistance bis zur Umsetzung des Programms ab 1945 ebenso nach wie die jüngsten Kontroversen um dessen aktuelle Relevanz und lässt dafür zahlreiche Kampfgefährten der damaligen Zeit eindrucksvoll zu Wort kommen. \nSo erwachsen historische Einsichten von akut-nachhaltiger Bedeutung: ohne den im Angesicht der tiefsten Barbarei entwickelten Entwurf einer grundlegenden sozialen Neugestaltung der Gesellschaft wäre die Befreiung vom Faschismus nicht gelungen. Diese lebensnah skizzierte Vision einer besseren Welt\, in der der Mensch dem Menschen ein Freund sein kann\, steht heute – unter erheblich günstigeren Umständen – mehr denn je zur engagierten Verwirklichung an. Human ambitioniert\, strategisch orientiert\, solidarisch assoziiert und persönlich couragiert wird aus Hoffnung Zuversicht und aus Zuversicht Tatsächlichkeit. Der frohe Sinn wächst mit jedem Schritt neu geschaffener Weite. \nInsofern: Brot\, Frieden\, Würde – jetzt! International solidarisch: Schluss mit Austerität. \n  \n„Jeder lebendige Geist\, das ist eine Tatsache\, erkennt in einem gerechteren sozialen und ökonomischen Ausgleich die Forderung der Weltstunde\, und es ist ebenfalls gar keine Frage\, daß diese moralisch lebenswichtige Forderung sich nicht nur auf die innere Struktur der Staaten\, sondern auch auf die Staatengesellschaft selbst und ihr Zusammenleben zu erstrecken hat.“\nThomas Mann\, „Vom kommenden Sieg der Demokratie“\, 1938. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf]. \n 
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SUMMARY:Der Hamburger Hafen ist Gemeineigentum: DEMONSTRATION von ver.di „Stoppen wir die Privatisierung!“
DESCRIPTION:Mittwoch\, 21.02.24 | 17 Uhr | St. Annenplatz \nDie Kampagne „International solidarisch: Schluss mit Austerität!“ ist Teil der Kämpfe gegen den geplanten Verkauf des Hamburger Hafens an die weltgrößte Container-Reederei MSC. Der Hamburger Hafen ist Gemeineigentum – er gehört in öffentliche Hand! Wir sind solidarisch mit den Kolleg:innen im Kampf für massive Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Wir streiten für eine Offensive zur Sozialisierung der gesamten kritischen Infrastruktur und Daseinsvorsorge\, wie Nahverkehr\, Krankenhäuser und Pflege! \nGeld ist genug da!  \nWir wissen\, nicht zuletzt durch die anschauliche Diskrepanz der verhältnismäßig geringfügigen öffentlichen Verschuldung der Stadt Hamburg und den obszön anwachsenden Vermögen des reichsten Zehntels in Hamburg: Geld ist genug da. Durch Kreditaufnahmen\, Einführung einer Vermögenssteuer und allein dem konsequenten Eintreiben bestehender Steuern (ins-besondere bei Konzernen und Reichen) kann nicht nur der Hamburger Hafen in öffentlicher Hand gehalten\, sondern der Rückkauf weiterer Anteile betrieben und massiv in die öffentliche Daseinsvorsorge investiert werden. Zudem bringen die städtischen Anteile an der Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) dauerhaft zusätzliche Finanzmit-tel in die Staatskassen. Die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte mit Sozialstaatskürzungen\, Lohndrückerei\, Privatisierung öffentlichen Eigentums und Kapitalbegünstigung hat keine Zukunft. Sie ist die gesellschaftliche Krise selbst und muss endgültig durch die soziale Bewegung der Vielen überwunden werden. Damit der gesellschaftliche Reichtum auch denen zugutekommt\, die ihn schaffen! \nInternational solidarisch: \n Die Krise im Hamburger Hafen\, wie der Rückgang des Container-Umschlags\, ist Teil der aktuell tiefgreifenden\, globalen Kapitalverwertungskrise und wird durch den Wirtschaftskrieg gegen Russland und China akut verschärft. Eine politische Umkehr steht an: Wir streiten für einen Hafen\, von dem internationale Solidarität ausgeht. Die allseits schädliche\, militaristisch verschärfte Standortkonkurrenz ist sofort zu beenden und diplomatische Verhandlungen für das Schweigen der Waffen\, für Abrüstung und zivile Kooperation in allen Regionen der Welt sofort aufzunehmen. Öffentliche Investitionen für ein solidarisches Gemeinwesen statt Privatisierung stehen auf der ge-sellschaftlichen Tagesordnung – nicht nur im Hafen! \nGesellschaftliche Gestaltungs-macht statt Austerität  \nAus den Erfahrungen der Geschichte des deutschen Monopolkapitals und seiner Rolle im Faschismus ist erkämpftermaßen das grundgesetzlich verankerte Sozialstaatsgebot (Art. 20) in Kombination mit der Kontroll- und Sozialisierungsmöglichkeit (Art. 14 und 15) sowie dem Recht auf gewerkschaftliche Vereinigung (Art. 9) als dauerhafter Gestaltungs- und Entwicklungsauftrag erwachsen. Es ist an der Zeit\, davon umfassend Gebrauch zu machen! In der Präambel der Hamburgischen Verfassung heißt es: „Um die politische\, soziale und wirtschaftliche Gleichberechtigung zu verwirklichen\, verbindet sich die politische Demokratie mit den Ideen der wirt-schaftlichen Demokratie.“ Es braucht den Ausbau der Mitbestimmung der Beschäftigten\, damit die technologische und ökonomische Entwicklung im Hafen sozial\, zivil und nachhaltig gestaltet wird. Es braucht Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich\, um die Arbeit prinzipiell human und sinnvoll organisieren zu können. Der Kampf um den Hamburger Hafen ist der Kampf um die persönliche Teilhabe an der gesellschaftlichen Gestaltung durch die Mehrheit für die Mehrheit – ein jeder tut gut und besser daran\, in diesem Kampf mitzuwirken. \nDie Kampagne „International solidarisch: Schluss mit Austerität!“ ruft dazu auf\, gemeinsam am 21.02.24 zu demonstrieren: Für den Hamburger Hafen in Gemeineigentum!  \n  \nHier findet ihr den Flyer auch als [pdf].
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SUMMARY:Filmseminar: M
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Fritz Lang | D 1931 | 107 Min. | deu) \nWir schauen und diskutieren zusammen den Film „M“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1931. Wir beginnen wie immer mit einer Einführung zum Film\, diesmal durch den Filmwissenschaftler\, Filmemacher und Publizisten Thomas Tode\, im Anschluss wird es Gelegenheit zur Diskussion geben. \n\nUnreflektierte Angst ist ein schlechter Ratgeber. Die aufgeklärte Entwicklung mündiger Persönlichkeiten und eines humanen Gemeinwesens erfordern die stete\, rational-kritische\, solidarische Erweiterung der kollektiven Handlungsfähigkeit. Das Heraufbeschwören diffuser Bedrohungsszenarien – ob mit realem Kern oder gänzlich konstruiert – ist hingegen ein beliebtes Herrschaftsinstrument zur Konservierung einer in Frage stehenden Ungleichheitsordnung. Wenn derlei Spuk in Krisenzeiten mit personifizierten Vorurteilsstrukturen gegen alles „Normabweichende“ und der Präsentation von Sündenböcken einhergeht\, dann ist eine gefährliche gesellschaftliche Drift in Gang gesetzt\, die dringend progressiv zu wenden ist. \nDie weitsichtige Kritik und sozialpsychologische Analyse solcher Tendenzen ist es\, die „M“ – 1931 von Fritz Lang auf künstlerisch einzigartige Weise inszeniert – zu einem hochaktuellen Klassiker der Filmkunst macht. \nGekonnt wird dabei mit den Erwartungshaltungen und Vorurteilsstrukturen eines verstockt-sicherheitsorientierten\, kleinbürgerlichen Publikums gespielt. Was als scheinbar biederes Kriminaldrama beginnt\, wandelt sich zunehmend in eine beißende Satire mit den spannungsreichen Wendungen eines Thrillers und kulminiert in einer Gerichtsszene\, bei der es die „Justiz“ ist\, die eigentlich auf der Anklagebank sitzt. \nAusgangspunkt ist eine Serie von Kindsmorden\, die Berlin um 1930 in Unruhe versetzt. Der Zuschauer wird dabei Zeuge des mysteriösen Verschwindens der Kinder\, der sich verdichtenden Indizien über den vermeintlichen Täter und der Tathergänge. Vor allem aber wird er Zeuge der zur Dingfestmachung des Täters in Gang gesetzten\, öffentlichen Fahndungsaktivitäten der Sicherheitsbehörden und wie diese zum eigentlichen Quell der sich langsam bahnbrechenden Massenhysterie in der Bevölkerung werden. \nMit fadenscheinigen Methoden\, über die Presse verbreiteten Mutmaßungen\, Aufrufen zur Meldung verdächtiger Aktivitäten und willkürlichen Razzien wird ein Klima der allseitigen Überwachung geschaffen. Da dies auch die Geschäfte des organisierten Verbrechens empfindlich stört\, entschließt sich dessen Führung\, die Jagd nach dem „Mörder“ mit eigenen Mitteln zu betreiben und etabliert dafür ein umfassendes System des Spitzelwesens und Denunziantentums. Durch den orchestrierten Einbruch in ein leerstehendes Bürogebäude werden sie des Hauptverdächtigen\, der mittlerweile aufgrund der vielzahligen Andeutungen auch dem Publikum als „der Täter“ gelten muss\, habhaft. \nUnter dem Druck eines Scheinprozesses des aufgebrachten Lynchmobs\, der ihn von vornherein zum Tode verurteilt hat\, gesteht der Überführte seine ausnehmend psychisch-derangierten Wahnvorstellungen ein\, bittet um Gnade und verlangt nach einem fairen Prozess. In letzter Minute trifft die Staatsmacht ein. Der Ausgang bleibt auf gespenstische Weise offen. \nSo fällt der Vorhang und alle grundbürgerlichen Gewissheiten sind zutiefst erschüttert\, denn der geneigte Zuschauer muss sich fragen\, wer hier gerade welchen Verbrechens überführt wurde. \nDie Täterschaft des Kindsmörders ist unbewiesen. Aber der biedere Sinn für Ordnung und Sicherheit hat geholfen\, ein Verbrechensregime zu etablieren\, das die Menschenverachtung zum systemischen Prinzip erklärt. \nDer bewusst zweideutig gehaltene Arbeitstitel des Films lautete „Mörder unter uns“. Die Nazis verstanden\, dass sie gemeint waren und ließen den Film später verbieten. Im aufgewühlten Kinopublikum der Weimarer Zeit löste er wildeste Diskussionen um die notwendigen Konsequenzen zur Weiterentwicklung des Rechtsstaats\, zur Resozialisierung\, zur Abschaffung der Todesstrafe und zum sozialkritischen Verständnis psychischer Leiden sowie zur Realisierung der Menschenwürde auf allen gesellschaftlichen Ebenen aus. \nAus diesem eindrucksvollen Plädoyer gegen jegliche Form der Vorverurteilung und des Irrationalismus ist für das heutige „Nie Wieder!“ akut streitbar zu lernen. Ausbeutung\, Konkurrenz und Entfremdung sind nachhaltig zu überwindende Deformationen der humanen Vergesellschaftung. Das solidarische Engagement zur Schaffung allseitig menschenwürdiger Lebensbedingungen überwindet geschürte Verunsicherungen. Das menschliche Dasein ist global erfreulich zu gestalten. Jede:r ist dabei gefragt. \nBrot\, Frieden\, Würde – jetzt! International solidarisch: Schluss mit Austerität. \n „Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“\nBertolt Brecht\, „Die Dreigroschenoper“\, 1928. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf].
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