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SUMMARY:Filmseminar: In der Hitze der Nacht
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: N. Jewison | USA 1967 | 109 Min. | deu) \n\nRassismus ist nicht nur eine menschenfeindliche Ideologie\, die gesellschaftlich gemachte Ungleichheiten naturalisiert und Gewalt gegen so herabgewürdigte Menschen legitimieren soll. Er dient – gerade in Krisenzeiten – auch der Verschleierung und Aufrechterhaltung infragestehender Ausbeutungsstrukturen\, die diese Ungleichheiten bedingen\, und richtet sich insofern gegen Alle. Die US-amerikanische „Black Lives Matter“-Bewegung\, die sich aus dem wachsenden Unmut über Polizeigewalt\, Diskriminierung\, jahrzehntelang neoliberale Prekarisierung und soziale Entrechtung – durch die Corona-Maßnahmen der Trump-Regierung exorbitant verschärft – speist\, gewinnt ihre stetig wachsende Wirkung gerade dadurch\, dass sie den Kampf für die Rechte der People of Colour mit dem Kampf für Frieden und soziale Gleichheit als Voraussetzung für die freie Entfaltung Aller verbindet. Eine die Gesellschaft grundlegend transformierende Bedeutung haben diese wie vergleichbare aktuelle Bewegungen weltweit auch deshalb\, weil sie Erkenntnisse und Erfahrungen der 68er- und Bürgerrechts-Bewegung aufgreifen und aktualisiert zur Geltung bringen. \nEin bahnbrechendes Dokument dieser Bewegung ist der vielfach preisgekrönte\, multiple Tabus brechende Film „In the Heat of the Night.“ \nVirgil Tibbs gespielt von Sidney Poitier\, seinerzeit der erste afroamerikanische Hauptdarsteller in einem Hollywood-Film\, wird am Bahnhof des Provinzstädtchens Sparta\, im tief rassistisch geprägten Mississippi\, allein aufgrund seiner Hautfarbe des Mordes an einem reichen Industriellen beschuldigt und verhaftet. Als klar wird\, dass er ein in Mordaufklärung spezialisierter Polizeibeamter aus Philadelphia ist\, beginnt die Auseinandersetzung mit dem ebenfalls nicht wenig vorurteilsbehafteten örtlichen Polizeichef (Rod Steiger) um die Klärung des Falls\, in deren Verlauf die tief rückständigen\, provinziell-biederen\, sozial und kulturell verrohten Strukturen und Mentalitäten des feudal gebliebenen Südstaaten-Amerikas immer stärker zu Tage gefördert und filmisch selbst auf die Anklagebank gebracht werden. Aus unterschiedlichen Motiven an der Wahrheitsfindung interessiert\, nähern sich die auf ihre Weise den gängigen Klischees widersprechenden Polizeibeamten an. Ihre Verbundenheit in der Sache und die streitbar entwickelte Erkenntnis ihrer soziokulturellen Gemeinsamkeiten lässt sie schädliche Vorurteile überwinden und den Fall letztlich erfolgreich lösen. Die Schlussszene ist die Manifestation einer gegen alle Widrigkeiten errungenen Freundschaft\, die versinnbildlicht\, worum es gesellschaftlich geht: Eine Welt\, in der der Mensch dem Menschen ein Freund ist. \nMit dem engagierten Verwirklichen dieser Perspektive gelingt die Überwindung von sozialer Ungleichheit\, Vorurteilen und Einschränkungen aller Art. Die Persönlichkeiten wachsen in der gesellschaftlichen Kontroverse darum. Jede Bewegung in diesem Sinne ist lohnend und weitet den Horizont. \nEin lehrreicher Meilenstein der Filmgeschichte\, von denen es heute durchaus mehr geben darf.\nInsofern und jetzt erst Recht – International solidarisch: Schluss mit Austerität! \n„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht\, daß alle Menschen gleich erschaffen worden\, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet worden sind\, worunter sind Leben\, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. […]Wenn aber eine lange Reihe von Mißhandlungen und gewaltsamen Eingriffen\, unabläßlich auf denselben Gegenstand gerichtet\, eine Form erkennen lässt\, sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen\, so ist es ihr Recht\, ja ihre Pflicht\, solche Regierung abzuwerfen\, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen.“\nUnabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten\, Präambel\, 4. Juli 1776. \nDen Flyer findet ihr hier auch als pdf.
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SUMMARY:Filmseminar: The revolution will not be televised
DESCRIPTION:(Doku | Regie: D. O’Briain/K. Bartley | IRL/VEN 2003 | 72 Min. | OmU) \n\nDer seit dem 1989 ausgerufenen „Ende der Geschichte“ global waltende Neoliberalismus bezieht\, trotz verursachter Krise\, Kriegen\, sozialer Ungleichheit und Naturzerstörung\, seine Legitimation nach wie vor aus der Behauptung\, der beste Garant größtmöglicher Freiheit zu sein. Sein tatsächlich antiliberales\, autoritäres und gewalttätiges Wesen wird jedoch immer da besonders augenscheinlich\, wo er mit einer Alternative konfrontiert ist. \nDer von einem irischen Kamerateam eher zufällig dokumentierte Putsch-Versuch 2002 gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Hugo Chávez und den revolutionären\, bolivarischen Prozess in Venezuela ist ein eindrucksvolles Lehrstück über exakt diesen Zusammenhang. \nBis zur Wahl Chávez‘ 1998 galt Venezuela als der Inbegriff des lateinamerikanischen „Hinterhofs“ der USA: seit 1958 formaldemokratisch von zwei Systemparteien wechselseitig verwaltet\, treuer Rohstofflieferant und Vasall im Drogenhandel und den imperialistischen Kriegsabenteuern des „großen Bruders im Norden“ und dank einer durch und durch korrupten Funktionselite trotz des weltweit viertgrößten Erdöl-Vorkommens eines der ärmsten Länder des Subkontinents. Der ehemalige Oberstleutnant Chávez\, gewählt um diesem Elend ein Ende zu setzen\, eröffnete mit seinem Programm des Sozialismus des 21. Jahrhunderts die völlig neue Möglichkeit eines souveränen\, würdevollen und solidarischen Entwicklungswegs für die übergroße Mehrzahl der Bevölkerung mit paradigmatischer Bedeutung für ganz Lateinamerika. Nachdem 1999 die Venezolaner*innen in einem Referendum sich eine neue Verfassung mit grundlegenden sozialen Rechten gaben\, wurde ein beispielloses Reformprogramm zur sozialen\, kulturellen und politischen Entwicklung des Landes aufgelegt: Massenhafte Bildungs- und Alphabetisierungskampagnen\, die Etablierung kostenloser Gesundheitsversorgung\, besonders in den Elendsvierteln\, millionenfacher kostengünstiger staatlicher Wohnungsbau\, garantierte Lebensmittelgrundversorgung\, eine Landreform\, Unterstützung der Indigenen-Gemeinden und Wiederaufforstungsprogramme\, Aufklärungskampagnen über Arbeiterrechte und die Beförderung politischer Selbstorganisierung in Stadtteil-\, Gemeinde- und Militärräten\, massive Förderung der musischen und künstlerischen Bildung der marginalisiertesten Schichten und die Schaffung umfassender Mitbestimmungsmöglichkeiten ermöglichten eine nie dagewesene Beteiligung der bis dahin vollständig politisch missachteten Bevölkerungsteile an den zentralen Entscheidungen über die gesellschaftliche Entwicklung und senkten die Armutsrate in nur 7 Jahren von 50 auf 30%. \nAls dann 2002 die Regierung entschied\, zur Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums auch den staatlichen Ölkonzern PDVSA neu zu strukturieren\, liefen die alten Eliten Sturm. Mit Unterstützung der Bush-Administration\, die um ihre Öl-Profite fürchtete\, und den mächtigen privaten Medienkonzernen inszenierten sie den ersten der zahllos folgenden Putsch-Versuche\, besetzten den einzigen staatlichen Fernsehkanal\, drohten den Präsidentenpalast zu bombardieren und ließen Chavez entführen. Das unerschütterliche Engagement der bolivarischen Aktivisten\, gegen die Desinformationskampagne der Medien die Wahrheit zu verbreiten\, die massenhaft für ihre gewählte Regierung mutig protestierende Bevölkerung und das entschlossene\, verfassungstreue Handeln der demokratisch gesinnten Kräfte im Militär ließ den Putsch dennoch scheitern. Wer hier tatsächlich für Meinungs-\, Versammlungs-\, Presse- und sonstige Freiheiten eintritt\, darüber klärt der Film in sehr nachhaltig wirksamer und nach wie vor hoch aktueller Weise auf. Nicht ohne Grund wurde auch seine Veröffentlichung weltweit massiv bekämpft. \nSo mag deutlich werden und sei erkannt\, gesagt und getan: Es gibt immer eine Alternative.\nInternational solidarisch: Schluss mit Austerität! \n„An wem liegt es\, wenn die Unterdrückung bleibt? An uns.\nAn wem liegt es\, wenn sie zerbrochen wird?\nEbenfalls an uns.\nWer niedergeschlagen wird\, der erhebe sich!\nWer verloren ist\, kämpfe!\nWer seine Lage erkannt hat\, wie soll der aufzuhalten sein?\nDenn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen\,\nUnd aus Niemals wird: Heute noch!“\nBertolt Brecht\, „Lob der Dialektik“\, 1932. \nDen Flyer findet ihr hier auch als pdf.
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