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SUMMARY:Herrenpartie
DESCRIPTION:Spielfilm | Regie: Wolfgang Staudte | D/YUG 1964 | 92 Min.| deu \n\nFrieden\, internationale Solidarität\, globale soziale Wohlentwicklung und eine aufgeklärte\, sinnstiftende\, produktive und erfreuliche Alltagskultur – kurz eine Welt\, in der der Mensch dem Menschen ein Freund ist: Das ist\, wofür aus der (deutschen) Geschichte zu lernen ist. Allemal am 1. September\, dem Jahrestag des faschistischen Überfalls auf Polen\, mit dem 1939 der deutsche Raub- und Vernichtungsfeldzug begann\, der im größten Menschheitsverbrechen mit weltweit über 65 Millionen Todesopfern endete. \nViel zu oft schon sollte „am deutschen Wesen die Welt genesen“. Auch die nun bereits seit 10 Jahren den europäischen Nachbarn mit verheerenden ökonomischen\, sozialen\, gesundheitlichen und politischen Folgen aufgezwungene Doktrin der finanzpolitischen Austerität reiht sich in diesen teutomanen Ungeist ein. Mindestens dreimal im letzten Jahrhundert\, im 1. und 2. Weltkrieg wie auch im wesentlich vom „wiedervereinigten“ Deutschland mitforcierten NATO-Krieg 1999\, waren die Bewohner*innen der jugoslawischen Balkanstaaten Leidtragende dieser imperialen Expansionsbestrebungen. \nUmso eindrücklicher wirkt die filmische Aufarbeitung der Vergangenheit\, die Wolfgang Staudte 1964 mit seiner inhaltlich\, dramaturgisch und ästhetisch herausragenden\, bissigen Satire leistet. Im restaurativen Nachkriegsdeutschland als „üble Nestbeschmutzung“ diffamiert wurde sie in westdeutschen Kinos fast nie gezeigt. Wer den Film sieht\, mag verstehen\, warum. \nDie Kino-Größen des sozialistischen Jugoslawien\, das sich\, nach der weitgehenden Selbstbefreiung vom faschistischen Joch durch den unerschrockenen Kampf der Partisanen\, in den 1960er-Jahren mithilfe der von Tito mitgegründeten Bewegung der Blockfreien Staaten zum prosperierenden Vorzeigemodell einer international solidarischen Gesellschaft entwickelte\, band Staudtes Team höchst egalitär und gewinnbringend für alle Beteiligten in die Ko-Produktion ein. So entstand ein filmischer Meilenstein der Völkerverständigung und schonungslosen Enttabuisierung der hierzulande verschwiegenen Verbrechensgeschichte und der fortwirkenden Mentalitäten\, die diese Verbrechen und das neuerliche Verschweigen ermöglichten. \nEin kleinbürgerlicher deutscher Männergesangsverein bleibt bei der Abreise vom Urlaub an der montenegrinischen Adriaküste mit seinem Mercedes-Bus liegen und sucht im nahen\, ausschließlich von Frauen bewohnten Dorf nach Unterkunft und Treibstoff. Als die Bewohner*innen\, die\, wie sich herausstellt\, die einzigen Überlebenden eines 1943 von der Wehrmacht als Vergeltungsaktion verübten Massakers sind\, ihnen mit offener Ablehnung begegnen\, wird das zunächst einfältig-harmlos erscheinende Wesen der Spießbürger mehr und mehr zu seiner herrenrassisch-besatzerischen Kenntlichkeit entstellt. Der chauvinistisch-vulgäre\, provinziell-ignorante und bieder-autoritäre Kern der deutsch-romantischen Heile-Welt-Idylle – Triebkraft aller restaurativen Umtriebe bis heute – wird umso anschaulicher gemacht durch die stringente\, überzeugende Kontrastierung: die rückwärtsgewandten Herren der „freien Welt“ führen erneut Krieg gegen die unbeugsame Würde der jugoslawischen Frauen\, den kämpferischen Anmut des Partisanengesangs und das solidarische Selbstbewusstsein im Erringen einer besseren Gesellschaft. Dabei wird auch Schritt für Schritt die tatsächliche Vergangenheit der Beteiligten ans Tageslicht gebracht. \nWem in dieser Kontrahenz die Zukunft gehört\, bleibt auch deswegen keine offene Frage\, weil nur eine der beiden Seiten in der Lage ist\, aus der Geschichte ihre Lehren zu ziehen. Und weil sie so eine neue Generation zum heiteren Bruch mit den althergebrachten Ungeistern zu bewegen vermag. \nEin heilsamer\, befreiender und erkenntnisreicher Auftrag für uns und alle Heutigen.\nDer national bornierte Biedersinn gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.\nSchluss mit der Enge! Heraus zum Weltfriedenstag! Nie wieder Faschismus\, nie wieder Krieg!\nUnd insofern auch: Schluss mit Austerität! \n„Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt hat\, müssen wir erforschen\, wenn wir zu wissen wünschen\, was jener will.“\nHeinrich Heine\, „Französische Zustände“\, 1832. \nDen Flyer findet ihr hier auch als pdf.
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SUMMARY:Ratschlag öffentlicher Kultureinrichtungen
DESCRIPTION:Samstag\, 12.09.2020\, 18 Uhr\, Zentralbibliothek\, Hühnerposten 1\n(Eingang: Arno-Schmidt-Platz)\, Veranstaltungsbereich\, Ebene 1 \nNach einem Grußwort der Bücherhallen Hamburg diskutieren mit: \ndie interessierte Öffentlichkeit sowie Vertreter*innen von STADTKULTUR HAMBURG e. V.\, Kunsthalle Hamburg\, und weiteren Hamburger Museen\, Theatern\, Gedenkstätten\, Stadtteilkulturzentren und Aktive des Volksentscheids „Schuldenbremse streichen!“ \nDie öffentlichen Kultureinrichtungen von Bücherhallen über Theater\, Konzerthäuser\, Museen\, Film-\, Literatur- und Stadtteilkulturzentren bis hin zu Gedenk- und Begegnungsstätten sind Bildungs- und Aufklärungseinrichtungen von zentraler Bedeutung für ein lebendiges\, demokratisches und solidarisches Gemeinwesen. \nDort werden gesellschaftliche Widersprüche\, historische und aktuelle Fragestellungen und Erkenntnisse sowie lokale und internationale Sichtweisen spielerisch-kreativ\, künstlerisch-tätig und ästhetisch-anregend aneigenbar gemacht\, verarbeitet\, reflektiert und vermittelt. Diese Einrichtungen können somit tendenziell Allen die reichhaltigen Möglichkeiten dafür erschließen\, die gemeinsamen Lebensbedingungen produktiv und bewusst mitzugestalten. \nIn der momentanen gesellschaftlichen Polarisierung mit zunehmend roh auftretenden\, extrem rechten Kräften wächst zudem die ohnehin essenzielle Bedeutung der Kulturstätten für die Herausbildung und Erweiterung einer solidarischen Alltagsmentalität. Die verordneten Schließungen im Zuge der Corona-Pandemie haben die Kulturszene der Stadt in Teilen existenziell gefährdet und die Dringlichkeit ihrer großzügigen öffentlichen Förderung umso nachhaltiger bewiesen: Kunst und Kultur sind unverzichtbares Lebenselixier für Alle! \nUm ihre gesellschaftliche Aufgabe umfassend wahrnehmen zu können\, benötigen die öffentlichen Kultureinrichtungen erheblich mehr finanzielle Mittel aus öffentlicher Hand. Doch unter dem Kürzungsdruck der Schuldenbremsenpolitik in den letzten Jahren sind ihnen bereits empfindliche\, zum Teil substantielle Einschnitte zugemutet worden\, was allen schadet. Diesen Umstand wollen wir gemeinsam ändern\, denn der Erhalt und Ausbau von Kunst und Kultur geht alle an! \nÖffentlich ausfinanzierte\, inklusive\, räumlichkomfortable und reichhaltig ausgestattete Kulturstätten mit erheblich mehr sicher beschäftigtem\, wesentlich besser entlohntem und inhaltlich mitbestimmendem Personal\, die Allen kostengünstig und dauerhaft zugänglich sind und ihr kritisches Potential voll entfalten können\, sind kein Luxusgut\, sondern ein unabdingbarer Faktor der gesellschaftlichen Entwicklung zum Wohle Aller. \nAuf dem Ratschlag wollen wir uns gegenseitig über Arbeit und finanzielle Lage in den öffentlichen Kultureinrichtungen berichten\, über gemeinsame Perspektiven für die Erweiterung dieser Tätigkeiten diskutieren und Ausblick schaffen für ein neues Niveau materieller Sicherheit zur vollen Entfaltung des allgemeinwohlorientierten Potentials von Kunst und Kultur. Gemeinsame Aktivitäten zur Verbesserung unserer Situation und der Streichung der Schuldenbremse dafür sollen verabredet werden. \nDer Eintritt ist frei. Bitte beachten Sie für die Veranstaltungsteilnahme die Hygienemaßnahmen der Bücherhallen vor Ort. \n  \nDen Flyer findet ihr hier auch als pdf.
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SUMMARY:Germinal
DESCRIPTION:Spielfilm | Regie: Claude Berri\, F/B/IT 1993 | 158 Min. | deu \n\nDie Filmveranstaltung beginnt abweichend vom Flyer schon um 20 Uhr. \nGerminal – der Monat des Keimens – bezeichnet im französischen Revolutionskalender den Zeitraum des Jahres\, in dem die Saat aufzugehen beginnt. Émile Zolas gleichnamiger\, 1885 veröffentlichter Roman bildete nicht nur literaturhistorisch einen wesentlichen Grundstein für die Epoche des sozialkritischen Naturalismus. Er ist zugleich ein beeindruckend aktuelles\, ebenso realitätsgetreues wie prophetisches Dokument über die Entstehung und Herausbildung der Arbeiterbewegung in der modernen bürgerlichen Gesellschaft. \nZur Zeit der ersten größeren Krise des im Welthandel global expandierenden Industriekapitals heuert der wegen Aufsässigkeit jüngst entlassene Maschinist Etienne Lantier\, verzweifelt nach jeder Art von Anstellung suchend\, in einem nordfranzösischen Kohlebergwerk an. Die Familie Maheu\, vom Großvater bis zum 11-jährigen Sohn Tag und Nacht in der Mine von Voreux schuftend\, gewährt ihm Unterkunft. Die Minengesellschaft\, ein Sinnbild der modernen Industrie\, gehört einem unbekannten internationalen Trust und kontrolliert die gesamte Region\, die fast ausschließlich aus Arbeiter*innen wie den Maheus besteht\, deren rechtlose\, ausgebeutete und elende Existenz gänzlich dem profitablen Betrieb der Gruben dient. Als die Gesellschaft aufgrund der Krise den kärglichen Lohn noch weiter reduzieren will\, wachsen Unmut und Verzweiflung und Etienne beginnt\, mithilfe des Kneipenwirts\, der Kontakte zur gerade entstehenden Internationalen Arbeiterassoziation in London hat\, eine Versorgungskasse zu organisieren. Gegen mangelnde Bildung\, kulturelle Verrohung und die verbreiteten egoistischen Vorbehalte gelingt es ihm\, die Arbeiter von der existenziellen Bedeutung der Solidarität und der Aussicht auf ein besseres\, würdiges Leben zu überzeugen. Ein durch die Sparsucht der Gesellschaft verschuldetes Grubenunglück bringt das Fass zum Überlaufen und der Streik bricht los. Auch Erpressung\, Spaltungsversuche und destruktive Machenschaften in den eigenen Reihen halten die um ihr Leben und eine bessere Zukunft Kämpfenden nicht auf. Die im gemeinsamen Aufbegehren neu gewonnene Hoffnung lässt sie über sich hinauswachsen. Im Bewusstsein ihrer solidarischen Stärke werden auch die Nachbarzechen lahmgelegt. Schließlich spielt jedoch die Gesellschaft ihre internationale Macht aus und setzt von bewaffneter Gendarmerie geschützte Streikbrecher aus dem Ausland ein. Der Streik endet im Desaster: die Löhne werden gekürzt und nach einem anarchistischen Sabotageakt hat die halbe Familie Maheu ihr Leben verloren. Die Erkenntnisse und Lehren des Aufstandes jedoch sind unauslöschlich als Saat in das Bewusstsein der Nachfahren eingegangen. Eine neue Zeit des Keimens ist unvermeidbar im weiteren Gang der Entwicklung. \nDie trotz Kürzungen recht werkgetreue\, sehr gelungene Adaption von Claude Berri\, der den Film seinem Vater\, einem aus Polen emigrierten\, jüdischen Kommunisten widmete\, darf insofern auch als Kommentar zum 1990 mit der globalen Erosion sozialistischer Perspektiven ausgerufenen „Ende der Geschichte“ verstanden werden. \nSo mag die Geschichte zeigen: Wie widrig die Bedingungen auch sein mögen – kein widerständiges Handeln für eine menschlichere Welt ist jemals aussichtsloser als das Hinnehmen der Welt\, wie sie ist. Keine gestrige\, heutige oder morgige Annehmlichkeit ist denkbar\, die nicht Ergebnis von Kämpfen der Niedergehaltenen gegen die Profiteure ihrer Niedergehaltenheit wäre. Und: das solidarische Ringen um ein besseres Leben für Alle ist das gute Leben selbst. \nInsofern erst Recht – International solidarisch: Schluss mit Austerität! \n„Mi-en-leh nannte viele Bedingungen für den Umsturz. Aber er wußte keine Zeit\, wo nicht an ihm zu arbeiten war.“\nBertolt Brecht\, „Me-Ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er Jahre. \nDer Flyer findet ihr hier auch als pdf. 
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SUMMARY:Theater gegen Austerität: Die Hüter der sozialen Marktwirtschaft
DESCRIPTION:LIVE –  (Theateraufführung |Autor: C. Eldagsen/Regie: L. Jakschas | D 2019 | 90 Min. | deu) \nAbweichend im Hörsaal ESA A\, im Uni-Hauptgebäude. \n\nNäheres zum Stück:\n„Wer Visionen hat\, sollte zum Arzt gehen.“ Mit diesem programmatischen Satz lieferte seinerzeit Helmut Schmidt im Bundestagswahlkampf 1980 bereits die Vorschau auf die deutsche Variante des neoliberalen „There Is No Alternative“-Dogmas von Margaret Thatcher. Diese zunehmend in Frage gestellte gesellschaftliche Doktrin richtet sich seit jeher und bis heute gegen die sozial-progressiven\, emanzipatorischen Kämpfe und Errungenschaften der 68er Bewegung\, gegen das weltweit wachsende Engagement für Frieden und soziale Gerechtigkeit und damit gegen die zivilisationsgeschichtlich tatsächliche Bedeutung eines Jeden für die Verwirklichung global menschenwürdiger und erfreulicher Lebensverhältnisse. \nVisionen – einer solchen besseren Welt – hat auch der Protagonist dieses Theaterstückes. Und wird dafür in die Psychiatrie gesteckt. Dort malträtieren ihn zwei weiße Kittel medikamentös und versuchen ihm die „pubertären sozialistischen Flausen“ auszutreiben. Doch „der Fall“ möchte zeigen\, dass nicht er krank ist\, sondern die Gesellschaft: Privatisierung der Rente\, staatlich abgesegneter Steuerraub in Milliardenhöhe („Cum Ex“)\, ein Kampf Aller gegen Alle von Individuen und Standorten\, eine „Rettung“ Griechenlands die eigentlich eine der Banken ist\, neokoloniale Ausbeutung des globalen Südens etc. –  untrügliche Symptome eines pathologischen Geschehens. Und so entwickelt sich das anschließende Gerichtsverfahren\, das die Hüter der sozialen Marktwirtschaft gegen ihn wegen des Angriffs auf die „Eckpfeiler unserer christlich-transatlantischen Werteordnung“ führen\, zu einer Anklage gegen den neoliberalen Kapitalismus selbst. Punkt für Punkt entlarvt der Anwalt des Angeklagten die vorgebrachten „Argumente“ von Freiheit\, Alternativlosigkeit und Natürlichkeit des Status quo als bloße Verschleierung des profitablen Interesses Weniger an der Zerstörung von Mensch und Natur. \nDie satirisch-beißende Abrechnung mit der Dekadenz\, Brutalität und Menschenwidrigkeit des neoliberal für normal Erklärten ist eine heilsam-erkenntnisreiche Angelegenheit. Sie schärft die Sinne für die befreiende Bedeutung des konfliktfreudigen Engagements für eine solidarische Gesellschaft und Alltagspraxis und könnte damit aktueller kaum sein. \nGegen die widrigen Bedingungen einer kommerziell gegängelten\, jahrzehntelang strukturell unterfinanzierten und pandemiebedingt substanziell eingeschränkten Theater-Szene in Hamburg gelingt Christian Eldagsen in seinem ersten eigens geschaffenen Theaterstück ein im wahrsten Sinne des Wortes hochgradig vitalisierendes Stück Kultur\, das die umkämpfte Gesellschaftlichkeit der menschlichen Existenz lebendig\, begreifbar und veränderbar werden lässt und die Rezipient*innen geradewegs zu den „verfassungsmäßigen Waffen“ der Aufklärung ruft. \nMit dem Theater durch das Theater für mehr Theater! \n „Der politisch engagierte Stoff wird von der jungen Regisseurin Laura Jakschas so geschickt in die Zirkusarena verfrachtet\, dass es eine Freude ist\, den drei Darstellern dabei zuzusehen\, wie sie sich blitzschnell in ihre Zweit- und Drittrollen verwandeln und sich dabei gegenseitig zu immer neuen Höchstformen anregen. Voll humorvoller Einfälle\, liebevollem Witz\, blitzschneller Verwandlungskunst und mit einem grandiosem Ensemble bekommt dieses inhaltlich gut recherchierte und politisch bitter nötige Stück mehr als nur eine zusätzliche Ebene und gewinnt dabei so eine spielerische Leichtigkeit\, dass es nicht nur ein inhaltlich interessanter sondern auch höchst unterhaltsamer Abend wurde.“ (Birgit Schmalmack\, hamburgtheater.de\, 25.11.19) \n„Die letzte Phase einer weltgeschichtlichen Gestalt ist ihre Komödie. Die Götter Griechenlands\, die schon einmal tragisch zu Tode verwundet waren im gefesselten Prometheus des Äschylus\, mußten noch einmal komisch sterben in den Gesprächen Lucians. Warum dieser Gang der Geschichte? Damit die Menschheit heiter von ihrer Vergangenheit scheide.“  \nKarl Marx\, „Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“\, MEW Bd. 1\, S. 382\, 1844. \nHier findet ihr den Flyer auch als pdf.
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