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SUMMARY:Jakarta Disorder
DESCRIPTION:(Doku | Regie: A. Breuer | D/INA 2013 | 87 Min. | OmU) \n\nJakarta Disorder ist eine filmische Manifestation des hoffnungsstiftenden\, gemeinsamen Aufbegehrens in Zeiten tiefster verordneter Alternativlosigkeit. Wenn die Geschichte\, die er dokumentiert\, nicht real wäre\, müsste man sie erfinden. \nDie Ausgangsbedingungen für die marginalisierten Bewohner der „Kampungs“ (Slums)\, zu ihren politischen\, sozialen und kulturellen Rechten\, zu ihrer Würde\, zu gesellschaftlichem Einfluss und einem besseren Leben zu kommen\, könnten schwieriger kaum sein: in den Sümpfen der 20-Millionen-Metropole\, unter katastrophalen hygienischen Zuständen\, ist ihnen nicht nur der Zugang zu sauberem Trinkwasser\, Mobilität\, Gesundheitsversorgung und weiteren Lebensgrundlagen weitestgehend verwehrt. Sie befinden sich mit ihrem Wohnen\, Arbeiten (falls überhaupt möglich) und Leben stets am Rande der Rechtlosigkeit.  \nNun soll auch noch ihr sozialer Zusammenhang und ärmlicher Lebensraum zerstört werden: durch die Regierung und ihre brutal vorgehende Militärpolizei unterstützt\, wollen Investoren Jakarta neoliberal modernisieren und für die kleine\, obere Mittelschicht Indonesiens neue Wohnkomplexe auf dem Boden der Kampungs errichten.  \nMithilfe des UPC („Urban Poor Consortium) und unter der unnachgiebig engagierten Anleitung der Aktivistin Wardah Hafidz organisieren sich die Bewohner zum Widerstand. Ein geradezu revolutionärer Akt – insbesondere in Indonesien. Nach dem US-gestützten Militärregime (1967-1998) des Generals Suharto\, dem nicht nur ein Großteil der gesellschaftlichen Linken zum Opfer fiel (die ehemals drittgrößte kommunistische Partei der Welt wurde quasi ausgelöscht)\, kehrte das Land vor allem dank studentischer Bewegung zwar formal zur Demokratie zurück. Nach wie vor gilt aber fast jeder sozial-progressiver Organisierungsversuch als Staatsverrat.  \nDie Kampung-Aktivisten um die 66-jährige Oma Dela\, die unverdrossen kämpfende gute Seele\, die sich durch das Engagement\, die gemeinsamen Protest- und Qualifizierungsaktivitäten zum moralisch-motivational überzeugungsstarken Zentrum der Bewegung entwickelt\, lassen sich davon keineswegs abbringen. \nNachdem sie einen Forderungskatalog für die Linderung des unmittelbaren Elends entwickelt haben (Bildung\, Arbeit\, Wohnen\, Gesundheitsversorgung\, soziale Absicherung und rechtlicher Schutz für Alle)\, die sie in einem politischen Vertrag mit den Präsidentschaftskandidaten festgehalten sehen wollen\, den aber niemand bereit ist\, zu unterzeichnen\, machen sie sich auf in die anderen Kampungs\, um die Armen und Entrechteten zusammenzubringen\, aufzuklären und alle für das Engagement für die eigenen\, gemeinsamen Interessen zu mobilisieren. Schon logistisch keine Kleinigkeit\, müssen sie dabei auch mit dem tief geschürten Misstrauen\, politisch hergestellter Resignation und Unwissenheit aufräumen. \nDie selbstgeschaffene\, greifbare Hoffnung\, mit dem eigenen Wirken in historisch nie dagewesener Weise ein besseres Leben für Millionen schaffen zu können\, lässt sie dabei über sich hinauswachsen. „Eine Orange isst keine Orange“\, so einfach und überzeugend kann eine politische Wahrheit ausgesprochen werden. \nDurch die nicht aufzuhaltende Bewegung wird 2014 mit Joko Widodo ein linker Präsident gewählt\, der nicht nur den politischen Vertrag der Armen unterschreibt\, sondern weitreichende soziale Transformationen im Land durchzusetzen beginnt und damit ein neues historisches Kapitel für die jahrhundertelang kolonial\, imperial und militärisch geknechtete Bevölkerung des Landes öffnet.  \nSo ist ein unvergleichlich lehrreiches Beispiel geschaffen – für alle\, überall\, zu jeder Zeit. „Wer seine Lage erkannt hat\, wie soll der aufzuhalten sein.“ Ein Leben in Frieden\, Würde und Wohlentwicklung für Alle ist längst möglich. Schluss mit den Einschränkungen – Schluss mit Austerität. Jetzt erst Recht. \n„Wenn Menschen widerstehen\, handeln Tatsachen.“ Heinrich Mann\, „Es kommt der Tag“\, 1936. \nHier findet ihr den Flyer auch als pdf. \n  \n 
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SUMMARY:Anti-Austerity-Aktiventreffen
DESCRIPTION:Alle zwei Wochen findet\, im Wechsel zur Kinoreihe gegen Austerität\, dass Aktiventreffen der Kampagne gegen die Schuldenbremse im Syntagma statt. Ihr seid herzlich eingeladen!
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SUMMARY:Der Name der Rose
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: J.-J. Annaud | FR/ITA 1986 | 126 Min. | deu) \n\nItalien im Jahre 1327: die Mönche einer Benediktiner-Abtei mitten in den Bergen des Apennin bereiten sich auf einen entscheidenden kircheninternen Disput vor. Der aufmüpfige Franziskaner-Orden\, der die Berechtigung der Kirche\, Reichtümer anzuhäufen\, in Frage stellt\, und sie auf ihren sozialen Dienst an den Armen und Unterdrückten verpflichten will\, soll durch eine Gelehrten-Delegation des ebenfalls benediktinischen Papstes zurechtgewiesen und die weltliche Herrschaft der Kirche gegen zunehmende Zersetzungs-Tendenzen gesichert werden. Die Vorbereitungen werden jedoch von mysteriösen Todesfällen in der Abtei überschattet: mehrere junge Mönche\, die in der weltweit einzigartigen Bibliothek der Abtei an griechischen Übersetzungen gearbeitet haben\, werden auf bestialische Weise ermordet. Während die Altvorderen des Ordens den Teufel selbst am Werk sehen und das Jüngste Gericht prophezeien\, macht sich der bereits im Kloster weilende William von Baskerville (Sean Connery)\, ein der Humanität und Wahrheit besonders zugetaner Franziskaner\, mit seinem Novizen (Christian Slater) an die Aufklärung der Fälle\, bei der er zunehmend auch die Abstrusitäten des streng regulierten Glaubenslebens der Abtei aufdeckt. Als er auch noch den mystizistischen Schuldurteilen des obersten Inquisitors widerspricht\, der ein armes Bauernmädchen und zwei geläuterte Dolzinianer (bekannt für ihre glaubensmotivierten Anschläge auf reiche Kirchenleute) als Sündenböcke ausmacht und ohne jeden Beleg auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen will\, gerät William selbst ins Visier der Glaubenskrieger. Mithilfe einiger heimlich sympathisierender Mönche gelingt ihm jedoch\, das streng behütete Geheimnis zu lüften. Alle Ermordeten studierten das von den Benediktinern verbotene 2. Buch der Poetik des Aristoteles über die Komödie. Der Geist der Aufsässigkeit\, der Lebensbejahung und des Genusses\, der von den satirischen Zeichnungen und Texten ausging\, stellte in seiner Verbreitung die größte Bedrohung für die auf Askese\, Verzicht\, Hierarchiegläubigkeit und normativer Sozialkontrolle beruhenden Ordnung der Kirchenherrschaft dar. „Wer lacht\, hat keine Angst vor dem Teufel. Und wer den Teufel nicht fürchtet\, braucht keinen Gott.“ \nPointierter lässt sich die hochaktuelle\, systemüberwindende Sprengkraft aufgeklärter Kultur und die Weitung der Ansprüche an ein kultiviertes\, solidarisches\, für alle erfreuliches und menschenwürdig zu gestaltendes\, gesellschaftliches Leben\, kaum fassen. \nIn der schauspielerisch und inszenatorisch grandios verfilmten Romanvorlage verarbeitet Humberto Eco auch die politische Krise Italiens der 1970er-Jahre und die Ermordung Aldo Moros\, des linkskonservativen Ministerpräsidenten der Democrazia Cristiana\, dessen Zusammenarbeit mit den Kommunisten eine beispielgebende Perspektive sozialer Transformation in den Westländern und eine fundamentale Infragestellung der NATO-Nachkriegsordnung darstellte. \nAus der Geschichte lässt sich lernen. Dogmen sind keine gute Medizin. Ein besseres Leben für alle ist längst möglich. Es gesellschaftlich zu erwirken ist die erfreuliche Angelegenheit Aller. Jetzt erst Recht: Schluss mit der Enge. Schluss mit Austerität! \n„Alle haben die vage Intuition\, daß sie\, indem sie aus dem Katholizismus eine Lebensnorm machen\, fehlgehen\, wofür jedenfalls spricht\, daß niemand sich an den Katholizismus als Lebensnorm hält\, auch wenn er sich Katholik nennt. Ein integraler Katholik\, der also bei jedem Lebensakt die katholischen Normen anwenden würde\, käme uns wie ein Monster vor\, was\, wenn man es recht bedenkt\, die schärfste Kritik des Katholizismus selbst ist\, auch die unumstößlichste. […]Was vom philosophischen Standpunkt am Katholizismus nicht befriedigt\, ist die Tatsache\, daß dieser trotz allem die Ursache des Bösen in den Menschen als Individuum selbst verlegt\, das heißt\, den Menschen als genau definiertes und begrenztes Individuum auffaßt. […] An diesem Punkt muß man den Begriff des Menschen reformieren.“ Antonio Gramsci\, „Gefängnishefte“\, Bd. 6\, Heft 10\, Teil II\, § (54)\, 1932-35. \nHier findest du den Flyer auch als pdf. \n  \n 
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SUMMARY: Der marktgerechte Mensch
DESCRIPTION:Doku | Regie: L. Franke & H. Lorenz | D 2020 | 99 Min. | deu \n\nDie globale Dominanz des sich seit 1989 durchgesetzten Marktprinzips hat die Welt weder friedlicher\, gerechter\, gesünder\, erfreulicher\, sicherer\, umweltfreundlicher\, zukunftsfähiger oder gar menschengemäßer gemacht. Nichts zeigt sich in der aktuellen Krise so deutlich wie dies.\nDas hochaktuelle\, dokumentarische Werk der beiden Hamburger Filmemacher*innen beleuchtet dabei eindringlich die soziale\, ökonomische und kulturell-mentale Änderungswürdigkeit unserer Zeit wie unter dem Brennglas:\n„Flexibilisierte“\, befristete und prekarisierte Beschäftigungsverhältnisse ohne Kündigungsschutz\, Arbeitsrechte\, soziale Sicherungen\, Organisationsmöglichkeiten oder gar vertragliche Absicherung\, internationales Lohndumping\, gesteigerte Überwachung und Sozialkontrolle am Arbeitsplatz\, Entgrenzung der Arbeit\, Cloud-Working mit Logarithmen als „Vorgesetzten“\, wachsende Konkurrenz und Vereinzelung sind die moderne Form der Ausbeutung. Wenn sie auch im freundlichen\, freiheitlichen\, gar „hippen“ Antlitz daherkommen mag\, steigert sie den gesellschaftlichen Druck zur Selbstoptimierung – in jedem Bereich des Lebens. Wer nicht mitkommt\, ist eben ein Versager und selber Schuld. Werbung\, Partnerbörsen und Ratgeber helfen dem\, der es noch nicht begriffen hat. Die Profitrate freut sich.\nDass der Mensch so nicht ist\, zeigt sich nicht erst an den daraus resultierenden sozialen\, psychologischen und gesundheitlichen Deformationen\, sondern auch daran\, dass es anders eben besser geht.\nWissenschaftler*innen unterschiedlichster Disziplinen zeigen\, dass soziale Zusammenhänge und die produktive Gestaltbarkeit der Lebensbedingungen entscheidende Kriterien für eine hohe Lebenserwartung sind. Dass Soziabilität\, Empathie und Kooperativität bereits im frühesten Kindesalter erkennbare\, menschliche Bedürfnisse sind. Dass Kooperation geschichtlich stets maßgeblich für menschheitlichen Fortschritt war und ist. Dass Kultur ein elementarer Faktor für die bewusste Entfaltung und Verwirklichung des menschlichen Seins ist. Ökonomische Modellversuche belegen\, dass ziviles\, solidarisches und nachhaltiges Wirtschaften nicht nur angenehmer ist\, sondern auch besser gelingt als Marktanarchie.\nUnd schließlich verdeutlichen zivilgesellschaftliche Aktivisten\, engagierte Künstler\, sich kritisch zusammenschließende Arbeitnehmer und gewerkschaftlich organisiert Kämpfende\, dass ein besseres Leben schon hier und jetzt gelingen kann\, indem man bewusst für die Rechte und Interessen Seinesgleichen\, eine Besserung der Welt und ein genussreiches Leben für Alle streitet.\nSo bekommt auch die Arbeit einen neuen\, produktiven Sinn. Der verinnerlichte Verzicht hat eine erfreuliche Alternative. Schluss mit Austerität! \n„Daß der Mensch nicht anders als in Gesellschaft lebend begriffen werden kann\, ist ein Gemeinplatz\, doch werden nicht alle notwendigen\, auch individuellen\, Schlußfolgerungen daraus gezogen: daß eine bestimmte menschliche Gesellschaft eine bestimmte Gesellschaft der Sachen voraussetzt und daß die menschliche Gesellschaft nur möglich ist\, insofern eine bestimmte Gesellschaft der Sachen existiert\, ist ebenfalls ein Gemeinplatz. Es ist wahr\, daß diesen außer-individuellen Organismen bisher eine mechanistische und deterministische Bedeutung gegeben wurde: daher die Reaktion. Man muß eine Lehre erarbeiten\, in der all diese Verhältnisse tätig und in Bewegung sind\, wobei ganz deutlich festgestellt wird\, daß der Sitz dieser Tätigkeit das Bewußtsein des Einzelmenschen ist\, der erkennt\, will\, bewundert\, schafft\, insofern er bereits erkennt\, will\, bewundert\, schafft usw. und sich nicht als isoliert\, sondern als voller Möglichkeiten begreift\, die ihm von anderen Menschen und von der Gesellschaft der Dinge geboten werden\, wovon er unvermeidlich eine gewisse Kenntnis hat.“\nAntonio Gramsci\, „Gefängnishefte“\, Bd. 6\, Heft 10\, Teil II\, § (54)\, 1932-35.
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