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SUMMARY:Filmseminar: Die Musik der Partisanen
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Lev Golub | SU 1971 | 89 Min. | OmU)\n  \nAm 22. Juni 1941 begann die faschistische\, deutsche Wehrmacht mit dem Überfall auf die Sowjetunion den grausamsten Raub- und Vernichtungsfeldzug in der Geschichte der Menschheit. Über 27 Millionen Sowjetbürger:innen wurden ermordet\, ganze Landstriche verwüstet\, entvölkert und auf Jahrzehnte unbewohnbar gemacht. Vier Jahre später gelang es den gemarterten Menschen der sozialistischen Sowjetrepubliken (im Verbund mit den internationalen Kräften der Anti-Hitler-Koalition)\, die Welt von der Geißel des Faschismus zu befreien. Bereits zum zweiten Mal beendete ihre revolutionäre Friedenstat einen vom deutschen Militarismus entfesselten Weltkrieg. \nNicht nur diese Geschichte soll heute vergessen gemacht werden\, wenn der Krieg in der Ukraine zum Vorwand dienen soll\, Deutschland erneut für eine militärische Niederschlagung Russlands zu rüsten. Auch die aktuell umso drängender zu verwirklichenden historischen Lehren\, wie es gelang\, Faschismus und Krieg zu überwinden\, sollen auf diese Weise getilgt werden. Einen entscheidenden Anteil daran hatte die mit dem proletarischen Internationalismus verbundene\, gesellschaftliche Verallgemeinerung des kulturellen Menschheitserbes\, wie sie in der Sowjetunion beispielgebend realisiert wurde. \nVon der unbezwingbaren Qualität dieses revolutionären Bewegers kündet der 1971 nach einer authentischen literarischen Vorlage entstandene Film „Die Musik der Partisanen“ des belarussischen Regisseurs Lev Golub. \nDer 8-jährige Wassilij\, durch den Überfall der Deutschen zum Waisen gemacht und aus seinem Dorf vertrieben\, zieht Geige spielend durch das besetzte Belarus\, um sich durchzuschlagen. Mit seinem virtuosen Spiel alter Volksweisen gibt er den Menschen Hoffnung\, was den Besatzern ein Dorn im Auge ist. Von ihnen verjagt\, trifft Wassilij im Wald auf Partisanen und überzeugt sie von seinem Nutzen für den Widerstand. Er hilft ihnen mit seiner Musik bei Sabotageakten gegen die Nachschublinien der Faschisten. Mit seinem neuen „Ziehvater“ Maxim wird er jedoch nach einer heiklen Mission gefasst. Während die Nazis brutale Vergeltungsmaßnahmen gegen die städtische Zivilbevölkerung vorbereiten und Maxim misshandeln\, um Informationen über die Widerständler zu erpressen\, lernt Wassilij den ebenfalls inhaftierten und für die Lagermusik abgestellten polnischen Pianisten Franek kennen. Gegen anfänglich tief gesätes Misstrauen erkennen die beiden über die Musik einander als zutiefst humanistisch bewegte Gegner der Nazis mit gemeinsamer Geschichte und zu erstreitender Zukunft. Auf diese unverbrüchliche Weise verbunden gelingt ihnen der Plan\, die umliegenden Partisanen zu kontaktieren und mithilfe der Oginskischen Polonaise – eines aufklärerischen Widerstandsliedes – die Befreiung der Inhaftierten vom Nazijoch ins Werk zu setzen. Ihre klangvoll begründete Freundschaft bildet so den Nukleus für den Aufbau der neuen\, besseren Gesellschaft jenseits von Krieg\, Ausbeutung\, Unterdrückung und Elend. \nSo vermittelt die schauspielerisch einzigartig in Szene gesetzte Filmparabel einen erkenntnisreichen Eindruck von der revolutionären Tragweite aufklärerischer Kunst\, radikal-egalitärer Sympathie und der Herausbildung ästhetisch-qualifizierter\, historischer Persönlichkeiten für die Schaffung einer Welt\, in der der Mensch dem Menschen prinzipiell\, vorbehaltlos und in stetig genussvoll-anregender\, gegenseitig förderlicher Gestaltung ein Freund sein kann. Die auf diese Weise substantiierte Menschenliebe überwindet jede Barbarei. Lernend aus der Geschichte bildet sie die Gegenwart für eine unumkehrbar erfreuliche Zukunft des Gattungswesens Mensch. Ein:e Jede:r möge daran teilhaben. „Und aus Niemals wird: Heute noch!“ \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Eines Abends hörte Lenin in Moskau bei Frau E.P. Peschkowa Beethovensche Sonaten in der Wiedergabe von Issai Dobrowejn und machte die Bemerkung: >Ich kenne nichts Schöneres als die ‚Appassionata‘ und könnte sie jeden Tag hören. Eine wunderbare\, nicht mehr menschliche Musik! Ich denke immer mit Stolz\, vielleicht naivem Stolz: Seht mal an\, solche Wunderwerke können die Menschen schaffen!<“\nMaxim Gorki\, „Erinnerungen an Zeitgenossen“\, 1928. \nDen Flyer findeht ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Minna von Barnhelm oder: Das Soldatenglück
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Martin Hellmann | DDR 1962 | 103 Min. | deu)\n\n„Eine Frage der Ehre?“: Der Krieg ist eine umfassend archaische\, menschenwidrige und zerstörerische Angelegenheit\, die längst überwunden sein könnte. Entsprechend vorgestrig sind auch die gesellschaftlichen Geisteshaltungen\, die mobilisiert werden müssen\, damit er akzeptiert\, vorbereitet und mitgemacht wird. Die allgegenwärtig verlangte „Kriegstauglichkeit“ soll jeglichen Anspruch zur Verwirklichung einer zivilen\, humanen und solidarischen Gesellschafts- und Persönlichkeitsentwicklung als verweichlicht\, naiv und unzeitgemäß erscheinen lassen. Diese giftige Mär geht hinter fundamentale Erkenntnisse der Aufklärung zurück. Höchste Zeit also\, die Aufklärer selbst neu zu Wort kommen zu lassen. \nGotthold Ephraim Lessing (1729-1781) ist einer ihrer wegweisendsten Verfechter in der deutschen (Literatur-)Geschichte. Sein 1767 in Hamburg erstaufgeführtes Lustspiel „Minna von Barnhelm“ gilt zurecht als Meilenstein in der Begründung des modernen Theaters und ist in direkter Verarbeitung des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) entstanden\, der als erster weltumspannender Krieg der europäischen Großmächte in die Geschichte einging. Die äußerst werknahe DEFA-Verfilmung von 1962 bringt den revolutionären Gehalt des Bühnenstücks in einzigartig-aktueller Weise zur Entfaltung. \nDie Handlung des Stücks kurz skizziert: Das wohlhabende\, adelige Fräulein Minna von Barnhelm aus dem kriegsunterlegenen Sachsen reist nach Berlin\, um ihren Verlobten\, den Major Tellheim wiederzufinden\, der zwar in der siegreichen preußischen Armee gedient hat\, sich aber verweigerte\, die Kontributionen aus den besetzten Gebieten einzutreiben und durch solch menschenfreundliche Güte in Minna eine Gleichgesinnte fand. Nach Kriegsende wurde er jedoch wegen dieser „Feindesbegünstigung“ in Ungnaden aus der Armee entlassen. Auf diese Weise „entehrt“\, verarmt und zudem kriegsversehrt sieht er sich der Liebe Minnas und jeder freundschaftlichen Zuwendung als unwürdig an und will die Verbindung lösen. Von dieser starrsinnigen Selbstminderung empört\, inszeniert Minna ihrerseits eine fundamentale gesellschaftliche Ächtung ihrer Person (ihr Onkel habe sie wegen ihrer unstatthaften Verlobung mit Tellheim enterbt und verstoßen). So soll das vernagelt-militärische „Ehr“-Prinzip\, dem Tellheim verhaftet blieb\, ausgehebelt und seine wahrhaftige Humanität in neuer\, kämpferischer Qualität zur Entfaltung gebracht werden. Mithilfe zahlreicher Beteiligter gelingt der gewagte Coup und die „Gleichheit als festestes Band der Liebe“ kann auf neuem Niveau verwirklicht werden. \nDiesem Gelingen liegt ein tieferer\, in der Dramaturgie des Stückes vermittelter Sinngehalt zugrunde: Die beispielgebende Sympathie als grenzenüberschreitendes\, ziviles Entwicklungsprinzip triumphiert gegen den rohen Ungeist aller im kriegerischen Prinzip vermittelten Ungleichwertigkeitsvorstellungen und stellt damit – auf spielerische Weise eine egalitäre Gesellschaft vorwegnehmend – das strukturelle Herrschaftsverhältnis gänzlich in Frage. \nDiese fundamental-aufklärerische Sprengkraft entfaltet das Lustspiel wesentlich in den dialogischen Kontroversen und dynamischen Konfliktkonstellationen der involvierten Charaktere. Bereits vor 260 Jahren thematisierte Lessing die entscheidenden Fragen zur Herausbildung einer neuen Gesellschaft – in dem zivilisatorisch eindeutig zu entscheidenden Gegensatz von Krieg und Frieden. Dem grandiosen Schauspiel\, der lebendigen Historizität des Bühnenbilds und der erbeverständigen Regie des Films ist es zu verdanken\, dass sie heute – da diese Fragen unter erheblich besseren materiellen Bedingungen in umso größerer Dringlichkeit gestellt sind – mindestens ebenso radikal-egalitär\, humanistisch-emanzipatorisch und humorvoll-kulturkritisch beantwortet werden können wie damals. Ein menschheitsrelevanter Genuss. Dem sollte niemand entsagen. „Lieber Major\, das Lachen erhält uns vernünftiger\, als der Verdruss.“ (Minna\, ebd.) \nDarum: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Die Großen haben sich überzeugt\, daß ein Soldat aus Neigung für sie ganz wenig; aus Pflicht nicht viel mehr: aber alles seiner eignen Ehre wegen tut. Was können sie ihm also schuldig zu sein glauben? […] und am Ende ist ihnen niemand unentbehrlich.“\nGotthold E. Lessing\, „Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück“\, 1767. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Harold and Maude
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Hal Ashby | USA 1971 | 91 Min. | deu) \n\n(Qualifizierte) Lebensfreude und gesellschaftliche Konventionen bilden einen spannungsreichen Gegensatz mit systemischer Tragweite. Die konforme Formierung der Persönlichkeiten in Ehe\, Familie\, Beruf und öffentlichem Alltagsleben ist unverzichtbar für eine Ausbeutungsgesellschaft – zumal wenn sie zunehmend nur noch mit kriegerischen Mitteln aufrechterhaltbar scheint. Nicht umsonst wird nun der pflichtschuldige\, militärische „Dienst am Vaterland“ wieder eingeführt und schon Kindern und Jugendlichen als „Schule des Lebens“ anempfohlen. Denn: Wer (aus der Reihe) tanzt\, steht nicht stramm. Die freche\, widerständige\, lebenslustige Entfaltung solidarisch-aufgeklärter Persönlichkeiten stellt das Konkurrenzgebot der auf Verwertungstauglichkeit orientierten Gesellschaft fundamental in Frage. In kooperativ-bewusst realisierter Weise bildet sie den Ausgangspunkt weitreichend oppositionellen Engagements für Frieden\, Humanität und soziale Gleichheit und kann somit entscheidend zur progressiven Transformation einer strukturell unmenschlichen Gesellschaft beitragen. So geschehen in Folge der weltweiten 1968er-Bewegung\, die in den USA nach dem Motto „Stell Dir vor\, es ist Krieg und keiner geht hin“ entscheidend zur Beendigung des Vietnamkriegs beitrug. \nEin künstlerisch bemerkenswertes Plädoyer für eine solche Haltung und Handlungsweise bildet die 1971 von Hal Ashby veröffentlichte\, satirische Filmkomödie „Harold und Maude“. \nDer 20-jährige Harold\, aufgewachsen in wohlbegüterten bürgerlichen Verhältnissen in San Francisco\, ist seines jungen Lebens zutiefst überdrüssig. Immer wieder inszeniert er Selbstmordversuche\, um seiner in geschäftig-hohler Selbstbezüglichkeit\, konventioneller Egomanie und herablassender Bevormundung erstarrten Mutter irgendeine menschliche Regung abzutrotzen. Sie hingegen bemüht den lokalen Pfarrer\, einen beim Militär tätigen Onkel\, ein Eheanbahnungsinstitut und einen Psychologen\, um Harold auf die nach ihrer Vorstellung „rechte Bahn“ des Lebens zurückzuführen. Da der Psychologie ihm rät\, Dinge zu tun\, die ihm Freude bereiten\, geht Harold immer häufiger auf Beerdigungen. Bei dieser Gelegenheit lernt er die 79-jährige Maude kennen\, die ihn mit ihrer anarchischen\, unkonventionellen\, lebenslustigen Grundhaltung irritiert und in Bann zieht. Maude liebt die Kunst\, die Natur und die Menschen und hat eine bewegte Lebensgeschichte\, die Harold nach und nach erfährt\, je vertrauter die beiden einander werden. Die neu entdeckte Möglichkeit eines gemeinsamen\, genussreichen\, erfreulichen Lebens gegen alle Konventionen erweckt Harolds aufmüpfigen Geist zu kreativem Widerstand gegen die Obrigkeiten. Gemeinsam schmieden die beiden einen Plan\, der erfolgreich Harolds Einberufung zum Kriegsdienst vereitelt. Der offene Affront gegen alle konformen Normierungsversuche gipfelt in der Bekundung von Harolds Absicht\, Maude heiraten zu wollen. Die Reaktionen der versammelten konservativen „Tugendritter“ sind ein satirischer Filmgenuss für sich. Der Heiratsplan kommt nicht zur Vollendung. Harold ist jedoch der sinnentleerten\, strukturell verlogenen bürgerlichen Gesellschaft unumkehrbar abtrünnig geworden und folglich im Stande\, eine bessere\, tatsächlich menschengemäße Gesellschaft mit hervorzubringen. \nMit dieser äußerst humorvoll erzählten\, beispielgebenden Parabel bannt der Film eine Vielzahl wegweisender Erkenntnisse von aktueller Relevanz auf die Leinwand: Die vielbeschworene „Normalität“ selbst ist das Grauen. Jede Auflehnung dagegen ist von grundlegend vermenschlichender Bedeutung. Die Persönlichkeit bildet sich im Widerstreit zum normierenden Gang und Gäbe. Jeder Schritt in diese Richtung lässt einander als Seinesgleichen besser erkennen und begreifen. Die so begründete Sympathie versetzt sprichwörtlich Berge. Sie kann Kriege beenden und ist der Schlüssel für das Gelingen eines menschenwürdigen Daseins im globalen Maßstab. Die Welt braucht eindeutig mehr davon. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Dies ist\, glaube ich\, die Fundamentalregel alles Seins: ›Das Leben ist gar nicht so. Es ist ganz anders.‹“\nKurt Tucholsky\, „Schnipsel“\, 1925. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Die Abenteuer des Werner Holt
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Joachim Kunert | DDR 1965 | 165 Min. | deu)\n  \n\nDer 8. Mai 1945 markiert eine der wichtigsten positiven Zäsuren der jüngeren Menschheitsgeschichte. Mit der Niederringung des deutschen Faschismus und der Beendigung seines Welteroberungsfeldzugs schuf die weltanschauungs- und systemübergreifende\, internationale Allianz humanistisch-antifaschistischer Kräfte – zusammengefasst in der Anti-Hitler-Koalition – die Voraussetzungen für eine in Frieden und sozialer Gleichheit geeinten Menschheit. In der Gründungscharta der Vereinten Nationen\, dem modernen Völkerrecht\, dem deutschen Grundgesetz\, der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte u.v.m. wurden normative Maßgaben einer gewaltfreien sozialen\, kulturellen\, politischen und ökonomischen Entwicklung verankert\, die Krieg\, Elend\, Ausbeutung und Unterdrückung für alle Zeiten unmöglich machen sollten. Heute steht die Verwirklichung dieser Grundsätze umso dringlicher auf der gesellschaftlichen Tagesordnung. Zugleich werden sie jedoch zu pervertieren versucht zugunsten einer profitgetriebenen (Re-)Militarisierung der Gesellschaft\, indem z.B. der Wehrdienst wieder als „Abenteuer“ angepriesen wird. In diesem Zusammenhang sind die historischen Erfahrungen und Erkenntnisse\, die zur Befreiung führten\, mit neuer Tragweite handlungsleitend zu Bewusstsein zu bringen. \nEine herausragende Gelegenheit dazu bietet die 1965 von Joachim Kunert geschaffene Verfilmung des antifaschistischen Antikriegsromans „Die Abenteuer des Werner Holt“. \nEr schildert anhand des Werdegangs seines Protagonisten\, welche strukturellen\, mentalen und soziokulturellen Vergiftungen zu beseitigen sind\, damit der Mensch seine Friedensfähigkeit entfalten kann. Der 18-jährige Wehrmachtssoldat Holt ist im April 1945 mit seinem langjährigen Weggefährten Wolzow als Teil eines letzten Aufgebotes zur Verteidigung einer deutschen Kleinstadt gegen die herannahende Sowjetarmee abkommandiert. In aussichtsloser Lage steht er vor der Entscheidung\, den Fahneneid\, für „Führer und Vaterland“ bis zum letzten Mann zu kämpfen\, loyal zu erfüllen\, oder sich gegen seinen fanatisierten „Kameraden“ wendend\, die Waffen zu strecken und dem Frieden den Weg zu bahnen. In Rückblenden rekapituliert er die Stationen\, die ihn an diesen Punkt geführt haben. Ausgehend von der Schulzeit\, in der die 16-jährigen sich noch begeistert freiwillig für den Wehrdienst meldeten\, wird dabei ein innerer Desillusionierungsprozess ausgeleuchtet\, den zahlreiche Akteure in Holts Umfeld katalysieren. Mit ihren widerstreitenden Verarbeitungsweisen des zunehmend grauenvollen Kriegsgeschehens verdeutlichen sie dem naiven Jüngling\, dass es eine passive Rolle zwischen Barbarei und Humanität nicht gibt. Die geweckte Anteilnahme am Schicksal Anderer\, seien es Mitschüler\, Kriegsgefangene\, Partisan:innen oder KZ-Insassen\, nährt Holts geistige Abspaltung vom anachronistischen Ideal des „edlen Kriegers“. Sie lässt ihn zunehmend erkennen\, wer wahrhaft Freund und Feind war bzw. ist und schärft die Sinne für das zu gewinnende bessere Leben. Da die Unterdrückung der Humanität allerdings viel zu lange deformierend wirken konnte\, gewinnt die befreiende Entscheidung\, sich gegen die Gewalttäter zu wenden\, ebenfalls gewaltsame Züge. Sie ist jedoch als Mahnung an die Nachwelt zu begreifen\, es nie wieder soweit kommen zu lassen. \nAuf diese Weise verdeutlicht die bewegende Filmerzählung nachdrücklich die tatsächliche Aufgabenstellung für das heute zu realisierende „Nie wieder!“: alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens sind auf die zivile\, solidarische Entwicklung der menschlichen Weltgemeinschaft zu orientieren. „Einander im Geiste des Friedens zu begegnen“ ist die streitbar zu verwirklichende Maxime in allen gesellschaftlichen Beziehungen. Dafür bedarf es der aufgeklärt-mündigen Persönlichkeiten\, die assoziiert-engagiert die Welt nach Maßgabe der Schönheit gestalten. \nEin:e Jede:r ist dabei gefragt. Der 8. Mai ist zum gesetzlichen Feiertag zu machen. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Gleich Kindern laßt ihr euch betrügen\,\nBis ihr zu spät erkennt\, o weh! –\nDie Wacht am Rhein wird nicht genügen\,\nDer schlimmste Feind steht an der Spree.“\nGeorg Herwegh\, „Der schlimmste Feind“\, 1871. \nDen Flyer findest du hier als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Die Buntkarierten
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Kurt Maetzig | DDR 1949 | 97 Min. | deu) \n\nWer sind eigentlich die vielbeschworenen\, „einfachen“ Leute\, „für“ die gern Politik gemacht wird? In der Regel ein ideologisches Konstrukt\, bemüht mit niederer Zwecksetzung: Solange es „Große Herren“ gibt\, deren Funktion es ist\, die Weltgeschicke zu lenken und „einfache Leute“\, die ihr so bestimmtes Schicksal im Rahmen einer gewissen Variationsbreite hinnehmen\, bleibt alles mehr oder weniger so\, wie es ist. Wenn nun aber diese landläufige Erzählung\, wie Geschichte verläuft\, in Frage gestellt wird\, und die „einfachen Leute“ ihre gesellschaftlich-historische Wirkungsmacht erkennen\, dann kann es ungemütlich werden für die „Großen Herren“. Dann können Revolutionen ausbrechen\, Weltkriege beendet werden und das globale\, soziale Ungleichheitsgefüge in seinen Grundfesten aus den Angeln gehoben werden. Dieser Erkenntnis- und Bewusstseinsbildungsprozess ist jedoch selbst ein Kampf. Dabei lässt sich allerdings auf bereits gemachte historische Erfahrungen beziehen\, wie auch auf deren künstlerische Verarbeitung. \nGenau in diesem Sinne ist der 1949 unter Regie von Kurt Maetzig entstandene Film „Die Buntkarierten“\, nach einem Hörspiel von Berta Waterstradt\, besonders lehrreich\, denn er reflektiert die umkämpfte Geschichte vom deutschen Kaiserreich bis zur Befreiung vom Faschismus aus der Sicht einer Arbeiterfamilie. \nGuste wird im Jahre 1883 als Tochter eines Dienstmädchens geboren. Obwohl sie früh dagegen aufbegehrt\, scheint ihr der Werdegang in ewig „niederer“ Stellung vorherbestimmt. Sie lernt jedoch den Malermeister Paul Schmiedecke kennen\, der es ihr ermöglicht\, das entwürdigende Dienstverhältnis zu verlassen. Der Erste Weltkrieg trifft die junge Familie jedoch schwer. Paul muss an die Front und Guste allein die beiden Kinder durchbringen. Als Ungelernte findet sie Arbeit in einer Rüstungsfabrik. Als sie begreift\, dass ihre Granaten den Krieg verlängern und wer daran verdient\, schmeißt sie auch diese Arbeit hin. Die jüdischen Nachbarn Lewin helfen aus\, bis Paul unversehrt von der Front zurückkehrt und die Revolution den Krieg beendet. Mit der Republik brechen bessere Zeiten an. Paul kämpft in der Gewerkschaft für die Ausweitung der Arbeiterrechte und die Kinder wachsen heran. Mit der Wirtschaftskrise und dem aufkommenden Faschismus bricht das Unheil jedoch umso heftiger herein. Die Gewerkschaft verrät ihre Überzeugungen und wird verboten. Paul geht daran zugrunde. Guste\, nun wieder alleinstehend\, kann nichts gegen die Enteignung und Deportation der Lewins ausrichten. Ihr Groll gegen das Unrechtsregime wächst ins Unermessliche\, als sie erfährt\, dass ihr Sohn Hans in einer Granatenfabrik arbeitet und sich ihre Vorausahnung bewahrheitet\, dass es wieder Krieg geben wird. Dessen Ende erlebt sie aus dem Gefängnis. Die ganze Tragweite der Befreiung wird der durch die Kämpfe gereiften\, ehemaligen Dienstmagd jedoch erst bewusst\, als die einzig überlebende Enkelin Christel sich als Studentin an der neu gegründeten Arbeiter- und Bauernfakultät einschreiben kann. Zur Feier des Tages näht Guste ihr ein Kleid aus der buntkarierten Bettwäsche\, die sie einst als Hochzeitsgeschenk von ihrer früheren Herrschaft erhalten hatte. Eine Bettwäsche\, wie sie stets dem Dienstpersonal zugewiesen wurde. Das Schicksal ist gebrochen. Die Geschichte wird neu geschrieben. \nMit dieser symbolträchtigen Parabel trifft der unglaublich wirklichkeitsnah erzählte Film am persönlichen Beispiel eine paradigmatische Aussage von historischer Tragweite: Wir haben es in der Hand\, wenn Elend\, Ungleichheit\, Entwürdigung\, Krieg\, Ausbeutung und Unterdrückung fortbestehen. Wir haben es ebenfalls in der Hand\, dass sie überwunden werden. Wer sich auflehnt\, erkennt Seinesgleichen und kann sich zur wahren menschlichen Größe der solidarischen Gestaltung einer umfassend humanen Welt erheben. Und aus „Niemals“ wird „Heute noch“! \nDaher: International solidarisch – Schluss mit Austerität. \n„Wer baute das siebentorige Theben?\nIn den Büchern stehen die Namen von Königen.\nHaben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt? \n[…]Der junge Alexander eroberte Indien.\nEr allein?\nCäsar schlug die Gallier.\nHatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?\nPhilipp von Spanien weinte\, als seine Flotte\nUntergegangen war. Weinte sonst niemand?\nFriedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer\nSiegte außer ihm?\nJede Seite ein Sieg.\nWer kochte den Siegesschmaus?\nAlle zehn Jahre ein großer Mann.\nWer bezahlte die Spesen?“\nBertolt Brecht\, „Fragen eines lesenden Arbeiters“\, 1936 \n\n\nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Tantura
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Alon Schwarz | ISR 2022 | 95 Min. | OmU) \n\n\nAufklärung ist Macht. Der Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran\, Libanon und die palästinensischen Autonomiegebiete entbehrt offenkundig jeder völkerrechtlichen Legitimität und ist sofort zu beenden. Die fundamentale Erosion der US-dominierten Weltunrechtsordnung ist auch durch immer willkürlichere militärische Gewaltanwendung nicht zu stoppen. Die internationale Weltgemeinschaft ist hierbei jedoch gefordert\, der Stärke des 1945 errungenen Rechts der Völker in völlig neuer\, unhintergehbarer Weise globale Geltung zu verschaffen. Wie jeder Krieg mit einer Lüge beginnt\, beginnt jeder Frieden mit der Rückgewinnung historischer Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Das gilt insbesondere für die unabdingbare Befreiung des palästinensischen Volkes aus jahrzehntelanger Besatzung\, Unterdrückung und Entrechtung. \nEinen eindrucksvollen Beitrag zu dieser umkämpften Arbeit friedensbildender Wahrheitsfindung stellt der 2022 veröffentlichte Dokumentarfilm „Tantura“ des israelischen Regisseurs Alon Schwarz dar. \nBasierend auf der 1998 an der Universität Haifa ausgezeichneten Master-Arbeit des damaligen Geschichtsstudenten Teddy Katz rekonstruiert er am Beispiel des 1948 besetzten palästinensischen Fischerdorfes Tantura die bis heute tabuisierten Kriegsverbrechen\, auf denen die israelische Staatsgründung beruht. Die filmische Recherche-Arbeit selbst wird dabei zu einem Kaleidoskop der psychologisch-institutionellen Verdrängungsleistungen\, die eine Gesellschaft aufbringen muss\, um sich ihrer historischen Verantwortung zu entziehen und ihren weltgeschichtlichen Nimbus als moralisch-integre „Opfergemeinschaft der Auserwählten“ aufrecht zu erhalten. \nIm Zuge des Osloer Friedensprozesses wurde Katz‘ Arbeit\, die anhand von Zeugenaussagen und Tonbandmitschnitten Belege dafür anführt\, dass es in Tantura 1948 zu einem Massaker an der gesamten männlichen Dorfbevölkerung durch die jüdische Miliz der Alexandroni-Brigade gekommen sein muss\, in der akademischen Community noch gewürdigt. Wenige Jahre später\, während der zweiten Intifada\, publizierte ein israelischer Fernsehsender die Ergebnisse der Studie und ein wütender Mob zog bis vor das Oberste Gericht\, um Katz zum Widerruf seiner Thesen zu zwingen und die Arbeit aus den Bibliotheken entfernen zu lassen. Widerlegt werden konnten die Erkenntnisse dabei nicht. Sie wurden lediglich mit der von Ben-Gurion 1949 bereits zur systematischen Leugnung der „Nakba“ ausgegebenen Parole vom Tisch gewischt\, alle Palästinenser:innen hätten im „Unabhängigkeitskrieg“ freiwillig oder auf Geheiß ihrer lokalen Vertreter:innen ihre Wohnstätten und Dörfer verlassen. Jedoch: auch unterdrückte Tatsachen wirken fort. Selbst im Bewusstsein ihrer Unterdrücker. So gelingt es dem Filmteam durch eine neuerliche\, akribische Konfrontation der damals beteiligten Milizionäre\, Richter usw.\, den Wahrheitsgehalt ihrer 1998 getroffenen Aussagen – allen Verdrehungen zum Trotz – unzweifelhaft nachzuweisen. Namhafte Wissenschaftler:innen bestätigen folglich\, dass es sich 1948 um eine gezielte Kampagne ethnischer Säuberung und entsprechender Deportationen handelte – nur wenige Jahre nachdem die jüdische Bevölkerung Europas ungleich Schlimmeres unter dem NS-Terror zu erleiden hatte. Die Reaktionen sind entsprechend erschütternd. Eine Aufarbeitung steht bis heute aus. \nGenau darin besteht jedoch das beispielgebende Plädoyer dieses couragierten Films: die Spirale aus Gewalt\, Leugnung und Vergeltung zu durchbrechen ist elementare Grundvoraussetzung für die zivilisierte\, solidarische Entwicklung eines jeden souveränen Volkes. Frieden\, Abrüstung\, diplomatische Konfliktregulierung\, soziale Gerechtigkeit und engagierte Wahrheitsfindung bilden eine untrennbare Einheit. Das beinhaltet das unmissverständliche\, rechenschaftspflichtige Benennen jeglichen historischen Unrechts und seiner Verantwortlichen. Die Gewalt zu überwinden ist ein unermesslicher Souveränitätsgewinn für die gesamte Menschheit. Jeder Schritt tatsächlicher Aufklärung wirkt. Eine humane Weltordnung erlangt Gestalt. \nDaher: International solidarisch – Schluss mit Austerität. \n„Wer die Wahrheit nicht weiß\, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt\, der ist ein Verbrecher!“\nBertolt Brecht\, „Das Leben des Galilei“\, 1939. \n  \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Unruhige Nacht
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Falk Harnack | BRD 1958 | 95 Min. | deu) \n\nDer Krieg ist die Ultima Irratio. Die globale Nahrungsmittelproduktion würde ausreichen\, um die Weltbevölkerung 2\,5mal zu ernähren. Mit dem nuklearen Waffenpotenzial der Großmächte könnte sie mehr als 20mal zerstört werden. Das Welternährungsprogramm der UN verfügt über ein Jahresbudget von 6 Mrd. Euro. Die weltweiten Rüstungsausgaben betrugen 2024 2700 Milliarden Euro. Dennoch wird gesellschaftlich die Idiotie genährt\, Abrüstung\, Diplomatie\, zivile Konfliktlösung und das Primat der Gewaltfreiheit als Voraussetzung für eine humane\, soziale Entwicklung seien naiv – Abschreckung\, Gewalt und Machtpolitik alternativlos. Eine literarisch-filmische Geschichtsstunde kann hier Abhilfe verschaffen. \nUnter der Regie von Falk Harnack (Mitglied der „Weißen Rose“ im antifaschistischen Widerstand) entstand 1958 die Verfilmung von „Unruhige Nacht“\, einer bereits 1950 veröffentlichten Novelle des evangelischen Theologen und ehemaligen „Wehrmachtsgeistlichen“ Albrecht Goes\, der sich u.a. an der Seite Gustav Heinemanns vehement gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik engagierte. \nOrt der Handlung ist die faschistisch besetzte Ukraine im Kriegsjahr 1942. Der Militärpfarrer Brunner (Bernhard Wicki) wird von seinem Lazarettdienst zur nahegelegenen Kommandantur Proskurow beordert\, um den zum Tode verurteilten Deserteur Baranowski (Hansjörg Felmy) zu dessen für den nächsten Morgen anberaumter Hinrichtung zu geleiten. Was den militärischen Offiziellen als rein rechtlich vorgesehener Verwaltungsakt gilt\, wird für den gläubigen Christen zum kathartischen Erkenntnisprozess über das zutiefst barbarische Wesen des Kriegs und die humane Verantwortung des Einzelnen gegenüber Seinesgleichen und der Geschichte. Entgegen der Usancen vertieft sich Brunner in die Gerichtsakten und erfährt dabei die Handlungsmotive Baranowskis. Der als Waise aufgewachsene Soldat hatte versucht\, bei einer ukrainischen Zivilistin und ihrem Sohn menschliche Nähe\, produktiven Sinn und humane Zuflucht vor der rohen Stupidität des Kriegsdienstes zu finden und wurde dabei ertappt. An den menschenfreundlichen\, lebensbefürwortenden Absichten Baranowskis kann Brunner keinerlei Schuld entdecken. Umso tiefgreifender erschüttert ihn das himmelschreiende Unrecht des Todesurteils. Ein zufälliges Gespräch mit dem bestellten Kommandeur des Erschießungstrupps öffnet ihm zusätzlich die Augen über die menschliche Verkommenheit derjenigen\, die diese Kriegsmaschinerie aufrechterhalten. Auch seine eigene Rolle darin muss Brunner fundamental neu reflektieren. Die Vollstreckung des Todesurteils kann er letztlich nicht mehr verhindern. Die daraus zu ziehende Konsequenz ist jedoch unfraglich: damit das Unrecht prinzipiell beseitigt werden kann\, ist der Krieg zu beenden und für alle Zeiten unmöglich zu machen. Darauf ist jegliche menschliche Courage zu richten. Die unverbrüchliche Menschenliebe Baranowskis ist dafür beispielgebendes Movens mit verallgemeinerungswürdiger Bedeutung. \nAuf diese Weise entfaltet die durch ihre figurative und dialogische Konfliktzeichnung bewegend erzählte filmische Parabel eine Erkenntniswirkung von höchster Aktualität: die persönlich-engagiert vertretene Ablehnung von Gewalt\, Ungleichheit und Inhumanität hat zivilisationsgeschichtlich fundamental befreiende Bedeutung. Das Überleben und Besser-Leben der Menschheit gelingt\, indem diese konsequente Haltung solidarisch-qualifiziert gesellschaftliche Verallgemeinerung findet. „Die Menschheit von der Geißel des Krieges zu befreien“ (Präambel der UN-Charta) ist der akute Entwicklungsauftrag Aller. Lernen hat dabei noch nie jemandem geschadet. Schon gar nicht aus der Geschichte. Freude sei der Maßstab des Gelingens. \nDaher: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Nun ja; Böses tun\, um Böseres zu verhüten: ist es diese Melodie? Das Amt des Schwertes als das Amt der Ordnung. Aber was für eine Ordnung halten wir denn aufrecht mit unserem Krieg? Die Ordnung der Friedhöfe. Und den letzten Friedhof\, den größten dann\, den belegen wir selbst.“\nAlbrecht Goes\, „Unruhige Nacht“\, 1950. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Venezuela: Revolution from the inside out
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Clifton Ross | USA/VEN 2007 | 85 Min. | OmU) \n\n\nWer erkämpft das Menschenrecht? Mit dem völkerrechtswidrigen Angriff der größten Militärmacht der Welt (USA) auf das erdölreichste Land der Welt (Venezuela) am 3. Januar diesen Jahres und den ausweichenden regierungsamtlichen Reaktionen der NATO-Staaten haben die Parteigänger des selbsternannten „Werte-Westens“ bewiesen\, was sie von den Schlussfolgerungen aus zwei Weltkriegen\, Faschismus und Kolonialismus halten. Das in der UN-Charta kodifizierte unbedingte Gewaltverbot\, die Verpflichtung zu Abrüstung\, Diplomatie\, ziviler Konfliktlösung und kooperativen internationalen Beziehungen sowie das Selbstbestimmungsrecht der Völker sollen im Zweifelsfall durch das „Recht des Stärkeren“ ersetzt werden können. Der gefährliche Rückgriff auf das Primat der (militärischen) Gewalt ist die letzte Auflehnung einer anachronistischen Weltausbeutungsordnung und seiner Profiteure gegen eine Welt im Aufbruch. Die Perspektive einer menschenwürdigen Zivilisationsentwicklung\, in der die Bevölkerung weltweit ihre Lebensbedingungen bewusst\, planvoll und solidarisch zum Wohle Aller gestaltet\, steht unabweisbar auf der zu verwirklichenden gesellschaftlichen Tagesordnung. Gerade die bolivarische Revolution in Venezuela seit 1999 ist ein bemerkenswertes Beispiel für die mögliche Hervorbringung einer solchen Perspektive. Es lohnt also\, diesen Prozess erkenntnisbildend zu reflektieren. \nGenau dies ermöglicht der 2007 entstandene Dokumentarfilm „Venezuela: Revolution from the inside out“ des US-Regisseurs Clifton Ross. \nAnhand von zahlreichen Interviews mit Basisaktivist:innen der verschiedenen venezolanischen Bewegungen zum Aufbau des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ beleuchtet er die politische\, ökonomische und soziokulturelle Entwicklung des über 400 Jahre lang in kolonialer Abhängigkeit gehaltenen Landes seit der Wahl von Hugo Chávez zum Präsidenten im Jahre 1999. Entscheidende Qualität ist dabei das stets neu austarierte Wechselverhältnis von zentraler Leitungsinitiative und partizipativer Massendemokratie auf allen Ebenen der Gesellschaft. Bereits die Wahl selbst war Ausdruck dieser Qualität: Als der Massenaufstand („Caracazo“) gegen die neoliberale Ausplünderung des Landes im Jahre 1989 vom Militär blutig niedergeschlagen wurde\, sammelte Chávez eine Gruppe von Mit-Offizieren um sich\, die sich der Gewalt widersetzte und die Forderungen der Protestierenden nach gesellschaftlicher Transformation zu eigen machte. Dafür wurde er zehn Jahre später gewählt. Die erste Amtshandlung bestand in der Initiierung eines plebiszitären Verfassungsgebungsprozesses\, der alle Basisbewegungen und Bevölkerungsschichten inkludierte und die Grundlagen für die folgenden sozio-ökonomischen Veränderungen schuf. Zu diesen gehörte nicht nur die Teilverstaatlichung der Ölindustrie und weiterer wichtiger Schlüsselsektoren der venezolanischen Wirtschaft. Mithilfe von neugebildeten Kooperativen\, Selbstverwaltungsstrukturen und Räten bis zur Nachbarschaftsebene wurden kostenlose Bildungsinstitutionen\, Gesundheits- und Lebensmittelversorgungsstrukturen\, kulturelle Entwicklungsprogramme\, Medieneinrichtungen und Infrastrukturprojekte geschaffen\, die nicht nur inhaltlich-konzeptionell den Interessen der bis dahin marginalisierten Bevölkerungsschichten verpflichtet sind\, sondern auch von diesen selbst organisatorisch ausgestaltet und bestimmt werden. Auf diese Weise haben die Venezolaner:innen zum ersten Mal in der Geschichte nicht nur die Verwirklichung ihrer grundlegenden sozialen\, kulturellen und politischen Rechte erlangt\, sondern auch die Souveränität\, über den weiteren Gang der gesellschaftlichen Entwicklung kollektiv zu verfügen. \nDer Film zeigt auf anschauliche Weise\, warum dieser widerspruchsreiche Emanzipationsprozess eine fundamentale Provokation für die herrschende Ungleichheitsordnung des globalen Nordens darstellt. Er vermittelt dabei zugleich\, was vom venezolanischen Beispiel gelernt werden kann\, um sie global nachhaltig zu überwinden. Eine Bevölkerung\, die sich selbst regiert\, kann nicht geputscht werden. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Der Schüler Ro sagte: Daß es Arme und Reiche gibt\, das ist eine Ungerechtigkeit. Me-Ti fügte hinzu: der Reichen. Der Schüler Ro sagte: Die Liebe zur Gerechtigkeit ist bei den Armen größer. Me-Ti sagte: Das weiß ich nicht. Aber die Armen sind auf die Gerechtigkeit angewiesen\, die Reichen sind auf die Ungerechtigkeit angewiesen\, das entscheidet.“\nBertolt Brecht\, „Me-Ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er Jahre. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Kein Land für niemand
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Maik Lüdemann/Max Ahrens | D 2025 | 112 Min. | deu) \n\nDas Recht auf Asyl ist eine zwingend positive Schlussfolgerung aus der Überwindung von Faschismus und Weltkrieg. In seiner 1949 uneingeschränkten\, grundgesetzlich verankerten\, ursprünglichen Form bildet es eine untrennbare Einheit mit der Friedenfinalität des Grundgesetzes\, dem Gleichheitsprinzip der unantastbaren Menschenwürde\, dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie der weiteren Grundrechte\, dem Sozialstaatsgebot als gesellschaftlichem Entwicklungsauftrag\, dem Verbot von jeglicher Vorbereitung eines Angriffskriegs (inklusive der Bildung einer deutschen Armee)\, der Allgemeinwohlverpflichtung des Eigentums und der direkten Geltung von Völker- und Menschenrecht als deutschem Recht. Die Aggressivität der Infragestellung des Asylrechts und die damit verbundene sozialdarwinistische Demagogik\, mit der insbesondere Migrant:innen und Geflüchtete zu gesellschaftlichen Sündenböcken erklärt werden sollen\, denen gegenüber jegliche Inhumanität gerechtfertigt sei\, steht im Zusammenhang mit der fundamental neu zu entscheidenden\, gesamtgesellschaftlichen Entwicklungskontroverse unserer Zeit: globale Verwirklichung der historischen Maßstäbe und Errungenschaften einer humanen Zivilisationsentwicklung oder Rückfall in die Barbarei. \nIn dieser Kontroverse bildet der 2025 von Max Ahrens und Maik Lüdemann veröffentlichte Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand“ einen unverzichtbaren Aufklärungsbeitrag. \nAusgehend von der These\, dass der Anfang 2025 mithilfe einer Mehrheit von AfD und CDU gefasste Bundestagsbeschluss zur „Schließung“ der deutschen Außengrenzen eine negative historische Zäsur darstellt\, beleuchtet er die politisch-medialen und gesellschaftlichen Dynamiken\, die zu diesem Ereignis geführt haben\, sowie das vielzahlige\, zivilgesellschaftliche Engagement für eine notwendige Tendenzwende. Im Fokus steht dabei zum einen der schädliche Zusammenhang zwischen einer neoliberalen (Austeritäts-)Politik\, die seit Jahrzehnten sozialstaatliche Errungenschaften untergräbt\, dem wachsenden Unmut über die damit geschaffene Perspektivlosigkeit in weiten Teilen der Bevölkerung\, der zunehmend von extrem rechten Kräften über irrationale Angstdiskurse zu einer Verrohung der Alltagskultur hat umgelenkt werden können\, die wiederum eine immer offener menschenfeindliche\, repressive Abschottungspolitik nach Außen und eine „Teile und Herrsche“-Agenda nach Innen befördert. Gleichzeitig wird aber auch der unermüdliche\, humanitäre Einsatz einer wachsenden Zahl solidarisch-verantwortungsbewusster Akteure in den Blick genommen\, deren beispielgebendes Wirken u.a. in der zivilen Seenotrettung in Verbindung mit dem politischen Kampf um die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte einen gewichtigen\, hoffnungsstiftenden Beitrag zur Herausbildung einer humanen Alternative darstellt. Anhand von zahlreichen Interviews mit den Protagonist:innen dieser Bewegung\, mit Politiker:innen\, Migrationsforscher:innen und Medienexpert:innen wird auf profunde und anschauliche Weise das ideologische Grundtheorem aus den Angeln gehoben\, eine vom Maßstab der Humanität bestimmte Migrationspolitik sei mit den sozialen Interessen der bundesdeutschen Bevölkerung unvereinbar. \nAuf diese Weise trägt der Film nachdrücklich dazu bei\, den gegenteiligen Zusammenhang zu erkennen und praktisch relevant zur Geltung zu bringen: erst mit der radikal-egalitären Verwirklichung des grundlegenden Humanitätsgebots und des Rechts auf Persönlichkeitsentfaltung eine:s Jede:n – unabhängig von Herkunft\, Geschlecht\, sozialem Status\, etc. – gelingt die Verwirklichung der solidarischen Entfaltung Aller. So gewinnt die Schlussfolgerung „Nie wieder Faschismus\, nie wieder Krieg!“ neu aktuelle\, persönlich handlungsleitende\, gesellschaftliche Bedeutung. Eine bessere Welt ist möglich! Jede:r hat dafür Bedeutung. \nDarum: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“\nGrundgesetz Art. 16 (2) in der ursprünglichen Fassung\, 1949-1993. \nDen Flyer findet ihr auch als [pdf] zum Download. \n 
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SUMMARY:Filmseminar: Les mains libres
DESCRIPTION:Aufgrund eines Wasserschadens im Phil-Turm wird der Film heute im WiWi-Bunker (VMP 5) in Hörsaal A gezeigt. \n\n\n\n(Spielfilm | Regie: Ennio Lorenzini | IT/ALG 1964 | 56 Min. | OmU)\n\nWer verwirklicht Freiheit\, Demokratie\, Frieden und die Souveränität der Völker? Die regierungsamtlich-medialen Kreuzritter der „westlichen Werteordnung“ jedenfalls tun das Gegenteil. Wenn es um die Absicherung oder Ausweitung der eigenen geopolitischen Einflusssphären\, Handelsrouten\, Rohstoffzugänge und Absatzmärkte geht\, dann treten sie das gegenüber unliebsamen Staaten gern in Anschlag gebrachte Völkerrecht und die damit verbundenen zivilisatorischen Errungenschaften aus der Befreiung vom Faschismus mit Stiefeln. Die Länder des globalen Südens kennen diese Doppelmoral zur Genüge – nicht erst seit der jüngsten völkerrechtswidrigen US-Invasion in Venezuela. Schon der Kolonialismus basierte auf dem Prinzip der gewaltsamen Unterdrückung im Namen der „Zivilisation“. Die Herausforderungen\, die mit seiner Überwindung verbunden waren\, können daher heute neu lehrreich reflektiert werden für die tatsächliche Verwirklichung einer gewaltfreien\, solidarischen\, menschenwürdigen Zivilisationsentwicklung. \nBesonders gute Anregungen dazu bietet der 1964 veröffentlichte Dokumentarfilm „Les mains libres“ des italienischen Regisseurs Ennio Lorenzini über das gerade (1962) seine Unabhängigkeit erkämpft habende Algerien. \nDas lange Zeit in Archiven verschüttete Filmwerk entstand unter Mitwirkung der sozialistisch orientierten\, ersten Regierung Algeriens\, gebildet von den Befreiungskämpfer:innen der FLN und skizziert episodenhaft den widerspruchsreichen Aufbruch eines über 130 Jahre lang in Unterentwicklung gehaltenen Volkes – hin zur souveränen Gestaltung der eigenen Gegenwart und Zukunft unter ökonomisch und soziokulturell schwierigsten Bedingungen. \nBeleuchtet wird dabei zunächst das Ringen um die Aufhebung des durch den Kolonialismus massiv verschärften Widerspruchs zwischen Stadt und Land respektive „moderner“ und „traditioneller“ Lebensweise. Sinnbildlich dafür steht die wechselhafte Geschichte des Hafens von Algier\, der als Zentrum des Seehandels über das Mittelmeer das Tor zur Welt darstellt\, von dem gleichzeitig Öl-Pipelines in die entlegensten Wüstenregionen ausgehen\, wo das kärgliche Leben der häufig nomadischen Landbevölkerung noch nach den Prinzipien einer weitestgehend geschlossenen Subsistenzwirtschaft organisiert ist. Der zweite Teil widmet sich den spezifisch kulturellen Herausforderungen bei der Überwindung des kolonialen Erbes\, denn Statuen\, Foltergefängnisse und auch unzählige Weingüter im Großgrundbesitz tragen die Spuren von Terror\, Gewalt und Entmenschlichung fort\, auch wenn sie niedergerissen\, umgestaltet und besseren Zwecken zugeführt werden können. Die dritte Episode rückt daher auch die Notwendigkeit der Herausbildung neuer demokratischer Strukturen\, Denk- und Handlungsweisen in den Vordergrund. Das betrifft unter anderem das neu eingeführte Prinzip der kollektiven Selbstverwaltung in der Landwirtschaft\, aber auch die Frage der öffentlichen Streitkultur\, z.B. in Debatten darüber\, wie die neue Entwicklungsetappe zu begreifen ist und wie dabei das Verhältnis widerstreitender Ideen- und Wertesysteme (z.B. Islam\, Sozialismus\, Partei- und Staatsbürokratie) in produktiven Einklang zu bringen ist. Durch alle Aspekte zieht sich jedoch ein Grundgedanke: Damit der Fortschritt in eine bessere\, humane Gesellschaft gelingt\, braucht es eine neue Kultur\, einen „neuen Menschen“\, der sich solidarisch verantwortlich begreift für das gemeinsame Schicksal von Seinesgleichen. \nSo vermittelt der Film den lebendigen Eindruck eines revolutionären Prozesses\, der zunächst darin mündet\, dass die zu gewärtigenden gesellschaftlichen Herausforderungen in neuer Klarheit zu Tage gefördert und als lösbar erkannt werden können. Die Welt braucht einen solchen Umbruch heute mehr denn je. Ein X ist kein U. Waffen schaffen keinen Frieden. Die Verwirklichung des Völkerrechts\, von Freiheit\, Demokratie und (sozialer) Souveränität können wir nur selber tun. \nDarum: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Me-Ti sagte: Das Vertrauen der Völker wird erschöpft\, in dem es beansprucht wird.“\nBertolt Brecht\, „Me-Ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er Jahre. \n  \nDen Flyer findest du hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Magere Zeiten - der Film mit dem Schwein
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Malcolm Mowbray | GB 1984 | 94 Min. | deu) \n\nVerzichtspolitik ist kriegsrelevant. Während die große Mehrheit der Bevölkerung unter Anrufung von allerlei Sekundärtugenden (Fleiß\, Disziplin\, Leistungswillen\, Opferbereitschaft\, etc.) soziokulturelle Entbehrungen (=Austerität) als alternativlos akzeptieren soll\, wissen einige Wenige gar nicht mehr wohin mit all den Milliardengeschenken aus öffentlicher Hand. Das nennt sich dann „eine nationale Kraftanstrengung“. Wer stattdessen begründet höhere Ansprüche an das gesellschaftliche Leben im Sinne einer zivilen\, egalitären und solidarischen Entwicklung vertritt\, gilt schnell als Lüstling\, Sozialneider oder Vaterlandsverräter. Die Versuche des individuellen Arrangements mit dieser schädlichen Doktrin treiben neurotische Blüten. Sie sind heiter aufzulösen. \nEin in dieser Hinsicht beispielgebendes Filmwerk ist die 1984 im scharfen Kontra zur Austeritätspolitik Margret Thatchers entstandene Satire „Magere Zeiten – der Film mit dem Schwein“ des britischen Regisseurs Malcolm Mowbray. \nDie Handlung spielt in einer englischen Provinzstadt des Jahres 1947. Nach dem Krieg sind durch die neugewählte Labour-Regierung weitreichende Sozialreformen ins Werk gesetzt worden\, die auf eine Egalisierung der Lebensverhältnisse zielen. Aufgrund der Kriegsschäden und der wirtschaftlichen Kujonierung durch die USA gilt jedoch noch eine strikte Lebensmittelrationierung\, die insbesondere den höheren Schichten ein Dorn im Auge ist. Die (klein-)bürgerlichen Honoratioren der Stadt – Buchhalter\, Jurist\, Arzt und Stadtverordneter – kollaborieren mit dem lokalen Schlachter\, der Polizei und einem Mastbauern\, um die rigiden Vorschriften zu umgehen. Sie wollen mit der Feierlichkeit für die anstehende Hochzeit des britischen Thronfolger-Paares ein Fanal für die Wiederherstellung der alten Ungleichheitsordnung setzen und mästen zu diesem Zwecke heimlich ein „undeklariertes“ Schwein. Doch nicht nur der staatliche Rationierungskontrolleur ist ihnen auf den Versen. Auch der unbescholtene Fußpfleger Chilvers\, der Prototyp des braven\, ordnungsliebenden Spießers\, droht\, ihre Pläne zu durchkreuzen. Nachdem er bei einer seiner Behandlungstouren das Schwein entdeckt\, nötigt ihn seine nach Aufstieg und Anerkennung gierende Frau\, es zu stehlen und zu Geld und Einfluss zu machen. In einem blutigen und erpresserischen Komplott verbündet sie sich mit dem reaktionären\, ärztlichen Drahtzieher der Affäre und setzt sich so gegen ihren skrupulösen Ehemann und die staatlichen Kontrollbehörden durch. Das Schwein wird geschlachtet\, das Festmahl findet statt\, die patriotische Hausfrau ist in die „feine Gesellschaft“ aufgenommen und die alte Ordnung im „Empire“ wiederhergestellt – zumindest nach außen hin. \nDie scheinbar harmlose Handlung dient dabei der Satire zur umso beißenderen\, aufklärerischen Auseinandersetzung mit ihrem eigentlichen Gegenstand: den bornierten Mentalitäten einer kulturell konservativen\, zutiefst verlogenen Sittenmoral. Ihr menschenfeindliches Wesen – alle genussreiche Entfaltung unter moralischen Bannfluch zu stellen\, damit die qualitative Wertigkeit von produktiven und sinnlich-vitalen Bedürfnissen zugunsten letzterer zu pervertieren\, ihre Einheit zu verneinen und so ihren jeweiligen Inhalt auf tierisches Niveau zu reduzieren – wird schonungslos offengelegt und der heiteren Kritik anheimgestellt. Auf diese Weise lässt sich ein substantiell überzeugendes Movens bilden für die grundlegende Infragestellung und Überwindung jeglicher Ungleichheit – politisch\, sozial und kulturell. Der allseitigen Entfaltung eines produktiven\, genussreichen\, erfreulichen\, rundum menschenwürdigen Daseins im globalen Maßstab seien keine Grenzen gesetzt. Das Lachen weist den Weg. Wir sind keine Tiere. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Sie sang das alte Entsagungslied\,\nDas Eiapopeia vom Himmel\,\nWomit man einlullt\, wenn es greint\,\nDas Volk\, den großen Lümmel.“\nHeinrich Heine\, „Deutschland. Ein Wintermärchen“\, 1844. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: El brigadista
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie:  Octavio Cortázar |  CU 1977 | 113 Min. | OmU) \n\n  \nMit Bleistift und Zettel gegen Gewehre und Granaten? Die derzeit in den westlichen Gesellschaften grassierende „Logik“ der „Kriegsertüchtigung“ soll den Eindruck vermitteln\, Gewalt\, Ausbeutung\, Konkurrenz und soziale Ungleichheit seien alternativlos. Das Gegenteil ist zutreffend und wird nicht zuletzt seit der Revolution 1959 durch das sozialistische Kuba tagtäglich bewiesen. Zu den eindrucksvollsten Belegen dieses Umstandes gehört die am 1. Januar 1961 gestartete Alphabetisierungskampagne des bis dahin über 400 Jahre lang in kolonialer Abhängigkeit und tiefster Unterentwicklung gehaltenen Landes. Auf Beschluss der Revolutionsregierung Fidel Castros erhielten alle Schüler:innen und Student:innen aus den größeren Städten ein Jahr lang unterrichtsfrei\, wenn sie sich für diesen Zeitraum verpflichteten\, aufs Land zu ziehen und der dort ansässigen Bevölkerung Lesen und Schreiben beizubringen. Über 100.000 Freiwillige der Brigada Conrado Benítez (der Jüngste war gerade 8 Jahre alt) senkten auf diese Weise nicht nur die Analphabetenrate von über 23% auf nahezu Null (die älteste „Schülerin“ war 102 Jahre alt). Sie vermittelten mit ihrer Aufklärungsmission zugleich die humanistischen Werte und Errungenschaften der Revolution bis in die entlegensten Winkel des Landes und hatten so entscheidenden Anteil an der Niederringung der im April 1961 von CIA\, US-Armee und konterrevolutionären Großgrundbesitzern gestarteten Militärinvasion in der Schweinebucht. \nEines der lehrreichsten Dokumente dieser herausforderungsvollen Emanzipationskampagne bildet der 1977 von Octavio Cortázar veröffentlichte Spielfilm „El brigadista“. \nIn Maneadero Chiquito\, einem entlegenen Köhlerdorf an der sumpfigen Südküste Kubas\, in dem es zu Beginn des Jahres 1961 weder Elektrizität oder befestigte Straßen\, noch sonst eine relevante Infrastruktur gibt\, herrscht helle Aufregung. Mit der verkündeten Bildungskampagne soll erstmals ein Lehrer ins Dorf kommen. Alle erwarten eine staatliche Respektsperson\, die alle Probleme des Dorflebens\, insbesondere die zunehmenden Reibereien mit einigen Anhängern des enteigneten Landbesitzers\, wird lösen können. Entsprechend enttäuscht und wütend ist der Dorfvorsteher Gonzalo zunächst\, als er den 15-jährigen Mario\, einen in seinen Augen „verzärtelten Grünschnabel“\, in Empfang nehmen muss. Mario – tatsächlich ein leicht schreckhafter Junge aus gehobeneren Verhältnissen\, aber von seiner revolutionären Mission überzeugt – gelingt es jedoch zunehmend\, das Vertrauen und den Respekt der Dorfgemeinschaft zu erlangen. Die in vielen Gesprächen und Begegnungen reifende Einsicht\, dass Bildung und Arbeit eine kämpferische Einheit zur gemeinsamen Souveränitätsgewinnung bilden\, lässt alle Beteiligten über sich hinauswachsen. Im Lichte der blutigen Eskalation der konterrevolutionären Gewalt schließen Gonzalo und Mario schließlich einen entscheidenden Pakt: Gonzalo lässt sich von Mario unterrichten und Mario lernt von Gonzalo\, seine Furcht zu überwinden. Auf diese Weise wird eine beispielgebende Freundschaft besiegelt\, die letztlich ermöglicht\, die Kontras zu entwaffnen und die Alphabetisierungskampagne zu einem Erfolg zu bringen\, der mit allen gewonnenen Erfahrungen bis heute tief im Bewusstsein des kubanischen Volkes verankert ist. \nKuba gehört zu den wenigen Ländern weltweit\, die – trotz der brutalen\, völkerrechtswidrigen US-Blockade – alle Millenniumsziele der Vereinten Nationen im Bereich „Bildung“ erfüllt haben und ist auf vielen weiteren Gebieten ein ebenso leuchtendes Beispiel für die mögliche Verwirklichung einer zivilen\, humanen und solidarischen Gesellschaftsentwicklung weltweit. \nDer Film zeigt auf eindringliche Weise\, warum und inwiefern das gelingen kann. Aufklärung und Emanzipation überwindet jegliche Gewalt. Wir können lernen. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Suche die Schule auf\, Obdachloser!\nVerschaffe dir Wissen\, Frierender!\nHungriger\, greif nach dem Buch:\nEs ist eine Waffe.\nDu mußt die Führung übernehmen.“\nBertolt Brecht\, „Lob des Lernens“\, 1932. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.  \nSowie auf Español [pdf].
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SUMMARY:Filmseminar: Oh\, what a lovely war
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Richard Attenborough | GB 1969 | 141 Min. | OmU)\n\nKann jemand ein Held sein\, der bereit ist\, auf ein Gebrüll hin seinen Verstand auszuschalten\, hinterrücks Menschen zu ermorden und für hohle Phrasen zu sterben\, wie „Freiheit“\, „Demokratie“ oder „Vaterland“? Wenn es nach der Fantasie der Rüstungsindustrie\, der medialen Schreibstuben-Feldherren und der ganz großen Koalition der Wehrpflichtbefürworter und Kriegsertauglicher im Lande ginge\, schon. Die historische Erfahrung zweier genauso „nie gewollter“\, auf merkwürdige Weise aber doch vorbereiteter\, begonnener und verlorener Weltkriege lehrt das Gegenteil. Die Zeit ist überreif\, daraus endlich die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. \nDa kommt eine Geschichtsstunde\, wie sie der 1969 veröffentlichte satirische Antikriegsfilm „Oh! What a lovely war“ des britischen Regisseurs Richard Attenborough bietet\, gerade recht. \nDas ursprünglich als Bühnenstück konzipierte Werk kontrastiert mithilfe von zwischen 1914 und 1918 in Großbritannien populär gewordenen Soldatenliedern den himmelschreienden Widerspruch zwischen der beschönigenden Propaganda und dem realen Geschehen des Ersten Weltkriegs. \nWährend die großen europäischen Herrscherhäuser – man kennt sich und intrigiert familiär – einander ihre Friedensliebe bekundet haben\, laufen ihre Kriegsmobilisierungen bereits auf Hochtouren. Öffentlich genügt ihnen das Attentat auf den österreichischen Kronprinzen Franz Ferdinand\, um das tödliche Spiel mit ihren Untertanen-Armeen zu beginnen. Damit diese auch mitmachen\, wird die Völkerschlacht wie eine Jahrmarkt-Attraktion inszeniert. Mit Pomp und Gloria\, den Verlockungen eines schnellen Siegs und der Möglichkeit einer ruhmreichen Bewährung auf dem „Feld der Ehre“ werden Millionen Freiwillige rekrutiert. Darunter auch die Söhne der Familie Smith. Als die ersten Offensiven ins Stocken geraten\, beginnt die Fassade jedoch schnell zu bröckeln. Verwundete Kriegsheimkehrer stören das Bild. Durchhaltegesänge müssen her\, während die sozialen Gegensätze auch in der Armee immer offener zu Tage treten. Als die Situation im Felde festgefahren ist und die desillusionierten einfachen Soldaten beginnen\, sich mit den ebenso elendig leidenden „Feinden“ jenseits des Grabens zu verbrüdern\, werden sie von der eigenen Artillerie beschossen. Alle Tünche von der „gemeinsamen Sache“ für Freiheit\, Volk und Vaterland zerstiebt. Die Generalität und die heimischen Kriegsprofiteure wollen den Sieg um jeden Preis. Sie rechnen mit den Bevölkerungszahlen als Menschenmaterial. Hunderttausende werden in sinnlosen Angriffen geopfert. Die anfänglich beschworene Euphorie schlägt in bitteren Sarkasmus und beißenden Spott der Verratenen gegen die Verräter um. Von Ferne dringen die Nachrichten von Meuterei und Revolution zu den britischen Soldaten vor. Für die Smiths ist es zu spät. Mit Besiegelung des Waffenstillstands stirbt auch der letzte Sohn im Felde. Er ist einer von Millionen\, die – wie der Schlusssong intoniert – bis zuletzt nicht verstanden hatten\, wo tatsächlich die Front verlief. \nMit eindrucksvollen Bildmontagen\, großen Schauspielerleistungen\, tatsachennahen Erzählungen und bissigem Humor wird der dramaturgisch grandios choreographierte Film auf diese Weise von einem mahnenden Zeitdokument zu einem zutiefst aufklärerischen Plädoyer\, allen Kriegsvorbereitungen – seien sie ideologischer oder materieller Art – ein für allemal das Handwerk zu legen. \nDer Frieden ist zu gewinnen\, nicht der Krieg. Er ist die prioritäre Angelegenheit Aller\, die von Elend\, Unterdrückung\, Ungleichheit und Gewalt strukturell nicht profitieren. Der Pazifismus als kämpferische Haltung für die zivile Entfaltung eines global menschenwürdigen\, erfreulichen Daseins ist die einzig sinnvolle\, persönlich-verallgemeinerungswürdige Lehre aus der Geschichte zweier Weltkriege. Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen. Und: Wer lachen kann\, braucht keine Helden. \nDarum: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Der Mensch ist ein nützliches Lebewesen\, weil er dazu dient\, durch den Soldatentod Petroleumaktien in die Höhe zu treiben\, durch den Bergmannstod den Profit der Grubenherren zu erhöhen\, sowie auch Kultur\, Kunst und Wissenschaft.“\nKurt Tucholsky\, „Der Mensch“\, 1931. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download. \nSowie in English [pdf]. \n 
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SUMMARY:Filmseminar: Rückkehr nach Haifa
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Kassem Hawal | PAL/DDR 1982 | 73 Min. | OmU) \nMit Videobotschaft des Regisseurs Kassem Hawal\, Einführung und Diskussion mit Prof. Dr. Abed Schokry (Gaza) \n\nKunst und Kultur sind ein Lebensmittel. Kritisch und aufgeklärt schaffen sie ein universelles Bewusstsein von der Veränderbarkeit der historisch-gesellschaftlichen Wirklichkeit für eine humanere Zukunft. In Zeiten existenzieller Bedrohung können sie überlebenswichtige Bedeutung erlangen. Nicht zuletzt deswegen zielen völkermörderische Absichten auch immer auf die Zerstörung der Geschichte und Kultur eines Volkes. Der Kampf der Palästinenser:innen um Befreiung\, souveräne Staatlichkeit und eine menschenwürdige Entwicklungsperspektive – untrennbar verbunden mit dem globalen Kampf für gewaltfreie\, zivile und solidarische Lebensverhältnisse – ist auch deswegen so unverbrüchlich und beispielgebend\, weil er sich auf einen vitalen kulturellen Fundus des Widerstands stützt. \nZu den zentralen Werken dieses Fundus gehört der 1972 veröffentlichte Roman „Rückkehr nach Haifa“ von Ghassan Kanafani\, der zehn Jahre später von Kassem Hawal als eine der ersten eigenständigen Leinwand-Produktionen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) im libanesischen Exil verfilmt wurde. Die Geschichte ist eine symbolträchtige Allegorie auf den mit der gewaltsamen israelischen Staatsgründung 1948 verbundenen Konflikt um das Land Palästina selbst. \nSaid und Saffiya entschließen sich widerwillig dazu\, die infolge der militärischen Okkupation des Westjordanlands 1967 kurzzeitig eingeräumte Möglichkeit wahrzunehmen\, ihre frühere Wohnstätte in Haifa aufzusuchen\, aus der sie 1948 von den marodierenden Milizen der Haganah vertrieben wurden. Gespeist ist diese spannungsreiche Fahrt in die verlorene Heimat von der vagen Hoffnung\, eine Spur ihres erstgeborenen Sohnes Khaldoun zu finden\, den sie – damals 5 Monate alt – in den Wirren der jäh erzwungenen Flucht zurücklassen mussten. In ihrem äußerlich kaum veränderten Haus empfängt sie die nunmehrige Bewohnerin Mirjam\, eine 1947 aus Polen geflohene Jüdin und KZ-Überlebende. Ihr und ihrem zwischenzeitlich verstorbenen Mann hatte die zionistische Besatzungsbehörde nach der Vertreibung der arabischen Bevölkerung Haifas das Haus übergeben\, unter der Bedingung\, dass sie das darin befindliche Kind adoptieren\, was Mirjam – obwohl von den rabiaten Methoden der Armee zutiefst entsetzt und desillusioniert – akzeptierte. Der Disput zwischen den Dreien über Recht und Unrecht der Vergangenheit endet zunächst mit der salomonischen Einigung\, dass der adoptierte Sohn nun selbst entscheiden solle\, zu wem er sich zugehörig sieht. Als dieser jedoch in der Uniform der israelischen Wehrdienstleistenden den Raum betritt\, wird schnell deutlich\, dass die Einigung auf verzerrten Prämissen beruht. Das 19-jährige Aufwachsen als Israeli haben Khaldoun\, der nun Dov heißt\, unempfänglich gemacht für das leidgeprüfte Schicksal seiner leiblichen Eltern und deren Ringen um Versöhnung und Wiedergutmachung. Desillusioniert reisen Said und Saffiya ab\, während sich ihr zweitgeborener Sohn Khaled den Fedajin anschließt. \nDie in leisen Tönen erzählte Filmparabel entfaltet über das dialogische Prinzip eine hochaktuelle\, zutiefst humanistische\, aufklärerisch-reflexive Wirkung\, indem sie widerspruchsreich all jene historisch entstandenen Verletzungen beleuchtet\, die zu verstehen und zu heilen sind\, damit es zu einem gerechten Frieden und einer zivilen Entwicklungsperspektive kommen kann. \nDafür wiederum ist heute entscheidend\, dass die Ursachen des Übels – der westliche Kolonialismus\, Rassismus\, Imperialismus – nachhaltig überwunden und die im internationalen Recht verankerten Konsequenzen aus der Befreiung 1945 tatsächlich global verwirklicht werden. Das beinhaltet auch eine umfassende Entmilitarisierung der internationalen Beziehungen\, die sofortige Beendigung aller Waffenexporte und die weltgemeinschaftliche Garantie eines eigenständig lebensfähigen palästinensischen Staates. Aus der Geschichte ist zu lernen. Das kulturelle Erbe weist den Weg. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Alles\, was die Kulturentwicklung fördert\, arbeitet auch gegen den Krieg.“\nSigmund Freud\, Briefwechsel mit Albert Einstein in: „Warum Krieg?“\, 1933. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download. \nSowie in English [pdf] und Arabic [pdf].
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SUMMARY:Filmseminar: Busch singt
DESCRIPTION:(Doku | Regie: Konrad Wolf | DDR 1982 | 124 Min. | deu) \n\n\nWehrpflicht\, Arbeitsdienst\, enthemmte militärische Aufrüstung\, rassistische Gesetzgebung und forcierte Verfolgung von „Andersdenkenden“ – mit diesen Maßnahmen des Jahres 1935 ebnete das faschistische Deutschland den Weg für den Beginn von Weltkrieg und Massenvernichtung vier Jahre später. Wenn die Geschichte auf diese Weise lebendig wird\, gewinnt auch das Lernen aus der Geschichte vitale gegenwärtige Bedeutung – insbesondere aus der Geschichte des Widerstands\, des Ringens um Humanität für eine Welt ohne Ausbeutung\, Krieg\, Gewalt und Elend und des Gelingens der Befreiung 1945. \nEinen der eindrucksvollsten Versuche\, eine lehrreiche Chronik dieses widerständigen Wirkens auf die Leinwand zu bannen\, stellt der Fragment gebliebene\, sechsteilige Dokumentarfilm „Busch singt“ von Konrad Wolf aus dem Jahre 1982 dar. \nDer 1925 geborene Regisseur Wolf\, Präsident der Akademie der Künste der DDR von 1965-1982\, jüngster Sohn einer jüdisch-deutschen Familie\, die als Kommunisten 1933 nach Moskau emigriert war\, wuchs mit den Liedern Ernst Buschs auf. Als freiwilliger Rotarmist war er 19-jährig an der Befreiung Berlins beteiligt. Sein Aufklärungsbataillon spielte an der Front über Lautsprecher u.a. auch Buschs Lieder und bewegte auf diese Weise zahllose deutsche Wehrmachtssoldaten zum Strecken der Waffen. Mit dem Film würdigt er das beispielgebende Lebenswerk seines späteren engen Freundes und Weggefährten\, des 1900 in Kiel geborenen Sängers\, Schauspielers und Antifaschisten Ernst Busch\, der zur selben Zeit (Ende April 1945) – gerade aus faschistischer Haft im Zuchthaus Brandenburg befreit – ebenfalls auf dem Weg nach Berlin gewesen war. \nBusch trat\, als Maurersohn aus ärmlichen Verhältnissen\, 1916 der Sozialistischen Arbeiterjugend\, später unter dem Eindruck des Matrosenaufstands der USPD und folgend der KPD bei. Mit einjährigem Gesangs- und Schauspielunterricht ausgestattet\, wurde er ab 1927 durch den Kreis um die Erwin Piscator in Berlin zur Stimme der proletarisch-revolutionären Bühnenkunst. Seine ausdrucksstarken\, bewegenden Interpretationen der Werke von Brecht\, Eisler\, Tucholsky\, Mühsam\, Weinert\, Kästner\, u.v.m. bildeten das Lebenselixir und entscheidenden Quell der Zuversicht für zahllose Widerständler:innen gegen Faschismus und Krieg in aller Welt. Auf Seiten der Volksfront gegen die Franco-Diktatur dichterisch kämpfend\, wurde Busch selbst 1940 in Frankreich interniert und der Gestapo überstellt. Angeklagt wegen „Hochverrats“ und bereits mehrfach totgesagt intonierte er vor den NS-Justizschergen das Lied von den „Moorsoldaten“ und überlebte die anschließende Zuchthaushaft. \nDie bewegte Lebensgeschichte Ernst Buschs steht geradezu beispielhaft für die befreiende Wirkung einer revolutionären Menschenliebe\, die im künstlerischen Schaffen als persönliche Haltung einen universellen\, kämpferischen Ausdruck findet. \nDas unermesslich bedeutsame Verdienst des Films von Konrad Wolf\, der im Freund Busch Seinesgleichen erkannte\, ist es\, diese Wirkungsweise lebendig zur Anschauung zu bringen und seine überzeitliche Aktualität auf diese Weise begreiflich und aneigenbar zu machen. \nDieses kulturelle Erbe des bereits errungenen Siegs der Humanität über die Barbarei ist Auftrag und Ermöglichung zugleich. \n„Nie wieder Faschismus\, nie wieder Krieg!“ bedeutet nicht zuletzt eben auch\, sich mit der ganzen Person bewusst in die Geschichte zu stellen und im Verbund mit Seinesgleichen für die globale Entfaltung des Humanen in seiner schönsten Gestalt leidenschaftlich zu streiten. \nDie Kunst ist dabei der entscheidende Beweger\, gänzlich und unumkehrbar von der allzu gegenwärtigen Vergangenheit zu scheiden. Der Mensch sei dem Menschen ein Freund\, immerzu. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Wo er sich zu Tisch setzt\nSetzt sich die Unzufriedenheit zu Tisch\nDas Essen wird schlecht\nUnd als eng wird erkannt die Kammer.\nWohin sie ihn jagen\, dorthin\nGeht der Aufruhr\, und wo er verjagt ist\nBleibt die Unruhe doch.“\nBertolt Brecht\, „Lob des Revolutionärs“\, 1932. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum download.
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SUMMARY:Filmseminar: Der Stellvertreter
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Costa Gavras | D/F/RO 2002 | 125 Min. | deu) \n\n„Schweigen ist Zustimmung“. Dieser schlichte Satz beinhaltet eine hochrelevante\, grundlegende Erkenntnis: Menschliches Handeln ist immer gesellschaftliches Handeln und deswegen niemals neutral. Kein Unrecht der Welt kann verübt werden ohne die duldende Komplizenschaft einer Mehrzahl von Mitwissenden. Das gilt von der kleinsten Alltäglichkeit bis hin zur Akzeptanz von fundamentalen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Auch das Gegenteil trifft zu: das couragierte Widerstehen und eingreifende Verändern hat sofortige Bedeutung für die Beendigung des Unrechts. So beweist nicht zuletzt die 1945 gelungene historische Befreiung vom deutschen Faschismus\, dass er von vornherein hätte verhindert bzw. in jeder Phase seiner Zuspitzung hätte beendet werden können. Eine Tatsache\, aus der – nach wie vor und heute erst Recht – tiefgreifende Konsequenzen für eine umfassend humane Persönlichkeits-\, Gesellschafts- und Zivilisationsentwicklung zu ziehen sind. \nEinen gewichtigen Beitrag dazu leistet die 2002 von Costa Gavras geschaffene Verfilmung des 1963 von Rolf Hochhuth veröffentlichten\, antifaschistischen Lehrstücks „Der Stellvertreter“. \nProtagonist der an umfangreiches Quellenmaterial angelehnten Erzählung ist Kurt Gerstein\, ein katholisch geprägter Chemiker und Hygienespezialist\, der auf Betreiben seines Vaters 1941 der Waffen-SS beigetreten und dort zum Obersturmführer aufgestiegen ist. Ohne der fanatischen Rassenideologie anzuhängen\, unterstützt er das Nazi-Regime aus patriotischer Gesinnung. Als er jedoch im Zuge der „Endlösung“ damit beauftragt wird\, die Konzentrationslager mit „Zyklon B“ zu versorgen und dabei die systematische Vernichtung der inhaftierten Jüdinnen und Juden zum ersten Mal mit eigenen Augen bezeugt\, überfallen ihn tiefgreifende Skrupel. Bei dem verzweifelten Versuch\, das Ausland über die abscheulichen Verbrechen zu informieren und zum Eingreifen zu bewegen\, stößt er jedoch auf taube Ohren. Auch der päpstliche Botschafter in Berlin weist ihn ab. Nur dessen Sekretär\, der junge Riccardo Fontana\, wird hellhörig und reist in den Vatikan\, um Papst Pius XII. dazu zu bewegen\, die Judenvernichtung mithilfe von Gersteins Informationen weltöffentlich zu verurteilen und zu stoppen. Je tiefer Fontana dabei in die Innereien des Machtgefüges der Kirche vordringt\, desto offenkundiger wird allerdings\, dass der „Stellvertreter Gottes auf Erden“ ein ganz eigenes Kalkül verfolgt: aus wirtschaftlichen Gründen will er es sich mit Hitler nicht verscherzen. Der Schutz der eigenen Anhänger hat Vorrang. Die Juden sind keine Christen und für die Christen stelle Sowjetrussland eine größere Gefahr dar als Hitlerdeutschland. Genau deswegen bleibt der entscheidende Protest der Kirche aus\, der Hunderttausenden das Leben hätte retten können. So konnte Gerstein sein umfangreiches Dokumentationsmaterial erst 1945 den Alliierten übergeben. Es lieferte später immerhin die entscheidende Beweisgrundlage für den Holocaust und die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. \nDie spannungsreich erzählte Filmparabel geht dabei weit über eine rein moralische Verurteilung der Gleichgültigkeit des Vatikans hinaus. Anhand der Ausleuchtung des gegenläufigen Agierens der Charaktere in diesem bis heute tabuisierten Kapitel der katholischen Kirche wird beispielgebend erhellt\, dass und wie weitreichend die persönlich überzeugte Handlungsweise eines Jeden ganz prinzipielle geschichtliche Tragweite hat. \nHumanität oder Opportunität bilden dabei einen Unterschied ums Ganze. \nAus der Prämisse\, dass „alle Menschen gleich an Würde und Rechten geboren sind“ (Art. 1\, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN\, 1948)\, folgt eine unumstößliche\, alltagspraktische Konsequenz: Menschlichkeit bedeutet\, zu jeder Zeit\, an jedem Ort solidarisch für Verhältnisse zu streiten\, in denen alle Ungleichsetzung von Menschen in Würde und Rechten überwunden ist. Der erfreulichen Entfaltung des Humanen seien keine Grenzen gesetzt. Wir haben eine Welt zu gewinnen. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Ein Stellvertreter Christi\, der ‚das‘ vor Augen hat und dennoch schweigt\, aus Staatsräson\, der sich nur einen Tag besinnt\, nur eine Stunde zögert\, die Stimme seines Schmerzes zu erheben zu einem Fluch\, der noch den letzten Menschen dieser Erde erschauern lässt –: ein solcher Papst ist … ein Verbrecher.“\nRolf Hochhuth\, „Der Stellvertreter“\, 1963. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Die Brücke
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Bernhard Wicki | BRD 1959 | 103 Min. | deu)\n\n  \nDie nächste Veranstaltung findet – dieses Mal mit drei Wochen Abstand – am Mittwoch\, den 15. Oktober 2025\, ab 20 Uhr (ct) statt. Im Kokoschka-Hörsaal (Phil D) im Philosophenturm (Von-Melle-Park 6) schauen und diskutieren wir zusammen den Film „Die Brücke“ von Bernhard Wicki aus dem Jahr 1959. Wir beginnen wie immer mit einer inhaltlichen Einführung und Kontextualisierung\, diesmal mit Gerhard Schäfer (Sozialwissenschaftler und Historiker\, aktiv im Bremer Friedensforum\, in der Norddeutschen Friedensbewegung und in der GEW). Im Anschluss wird es wieder Gelegenheit zur Diskussion des Gesehenen geben.\n\n„Große Aufgaben\, sichere Jobs\, Teamgeist und Abenteuer“ – mit schillernden Worten wird wieder für das soldatische Heldenmärchen geworben. Die Werbenden sitzen wie eh und je gut bezahlt in ihren Schreibstuben\, Chefsesseln und Abgeordneten-Büros und verjubeln willfährig die sozialen\, politischen und kulturellen Zukunftsaussichten von Millionen Menschen an übersättigte Rüstungsaktionäre. Die Zu-Werbenden sollen ihr Leben aber nicht für die Börse\, sondern für die „Freiheit“ geben (freiwillig\, versteht sich!). Die Jugend braucht schließlich Ideale. Und wer nicht mitmacht\, ist ein „Russenliebchen“. \nDas hatten wir schon zweimal – das wollen wir nie wieder! \nIn diesem Geiste entstand 1959 der eindrucksvolle Antikriegsfilm „Die Brücke“ von Bernhard Wicki. Vier Jahre zuvor hatte der westdeutsche Bundestag beschlossen\, wieder eine Armee\, eine Rüstungsindustrie und eine allgemeine Wehrpflicht einzuführen. \nDie Leinwandbearbeitung des autobiographischen Romans von Gregor Dorfmeister zeigt hingegen ungeschönt\, wohin jener militärische Ungeist nur 14 Jahre zuvor geführt hatte und warum das Grundgesetz (1949) alle Maßnahmen zu dessen Wiederbelebung ursprünglich kategorial ausgeschlossen hatte. \nGeschildert wird das Schicksal von sieben Jugendlichen in einer bayrischen Kleinstadt im Jahre 1945. Hans\, Albert\, Walter\, Jürgen\, Karl\, Klaus und Sigi gehen auf ihr 16. Lebensjahr zu und glauben noch immer an den militärischen „Endsieg“\, obwohl die Truppen der Anti-Hitler-Koalition bereits ins deutsche Reichsgebiet vordringen. Der Krieg hat tiefe Verheerungen im alltäglichen Leben der abgestumpften und desillusionierten Zivilbevölkerung der Stadt hinterlassen. Die „Führer“ haben längst begonnen\, ihre eigene Haut zu retten. Das „Herrenvolk“ zerfällt. Aber die Meisten machen gute Miene zum bösen Spiel. Defätismus gilt als Hochverrat. Auch deswegen fiebern die Halbstarken ihrer Einberufung zum „Volkssturm“ entgegen. Im Geiste des „totalen Kriegs“ erzogen\, beseelt sie der Gedanke\, dass von ihrem Einsatz\, ihrer Disziplin und ihrem Wagemut die Rettung des Reiches abhänge. Als pures „Kanonenfutter“ rekrutiert und gänzlich ungeübt werden sie von einem umsichtigen Leutnant zur Verteidigung einer strategisch unbedeutenden Brücke im Hinterland abkommandiert\, die im Ernstfall einfach gesprengt werden soll. Als jedoch die Panzerspitze der US-Armee schneller vorrückt als erwartet\, weil die Front längst zusammengebrochen ist\, liefern die verblendeten\, jugendlichen „Heroen“ ihr ein erbittertes Gefecht bis zum buchstäblichen „letzten Mann“. Ein Tod sinnloser als der andere. Die Brücke fällt. Der Krieg ist verloren. Ein Überlebender\, der 16-jährige Albert\, bleibt gebrochen zurück. Die Kamera übersieht das vorhersehbare „Trümmerfeld der Ehre“ und fragt stumm: wollt Ihr nicht endlich lernen\, dass es im Krieg keine Sieger gibt? \nDieses eindringlich gestaltete\, filmische Plädoyer könnte aktueller kaum sein. Die Menschheit hat genug Erfahrungen gesammelt\, um zu wissen\, dass es der Frieden ist\, den es zu gewinnen gilt. Wer Heldentum fordert und Stärke propagiert\, offenbart nicht nur geschichtsvergessene Dummheit\, sondern auch eine grenzenlose Zivilfeigheit. Globale Abrüstung\, Diplomatie\, Völkerverständigung\, zivile Entwicklung\, die Überwindung der sozialen Ungleichheit und die solidarische Gestaltung weltweit menschenwürdiger Lebensbedingungen sind das zivilisationsgeschichtliche Gebot der Stunde. Den Kriegstreibern und –profiteuren ist ein für allemal das schäbige Handwerk zu legen. Wir haben eine Welt zu gewinnen. Frei von Gewalt\, frei für die ungehemmte Entfaltung der Humanität. Dafür lohnt jede Courage. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Ihr sollt nicht strammstehn. Ihr sollt nicht dienen!\nIhr sollt frei sein! Zeigt es ihnen!\nUnd wenn sie euch kommen und drohn mit Pistolen –:\nGeht nicht! Sie sollen euch erst mal holen!\nKeine Wehrpflicht! Keine Soldaten!\nKeine Monokel-Potentaten!\nKeine Orden! Keine Spaliere!\nKeine Reserveoffiziere!\nIhr seid die Zukunft!\nEuer das Land! Schüttelt es ab\, das Knechtschaftsband!\nWenn ihr nur wollt\, seid ihr alle frei!\nEuer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!\nWenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!\n– Nie wieder Krieg –!“\nKurt Tucholsky\, „Drei Minuten Gehör“\, 1922. \nDen Flyer findet ihr hier demnächst auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Ein Polterabend
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Curt Bois | DDR 1955 | 90 Min. | deu) \nAls Freiluftkino geplant\, bei schlechtem Wetter im Anna-Siemsen-Hörsaal\, Von-Melle-Park 8. \n\nDie Zeit schreit nach Satire. Je unverhohlener die politisch-medialen Sachwalter der herrschenden Ordnung die Kriegstrommel rühren und dafür auch konventionelle\, geschlechtsspezifische Tugendbilder wieder aus der Mottenkiste zu holen bemüht sind\, desto beißenderen Spott braucht es zur zivilisierenden\, aufgeklärt-emanzipatorischen Überwindung diesermenschen- und menschheitswidrigen Anachronismen. \nEin herausragendes Lehrstück in dieser Hinsicht bildet das 1955 unter der Regie von Curt Bois inszenierte Lustspiel „Ein Polterabend“. Mitten in der Auseinandersetzung um die restaurativen Wiederaufrüstungsbestrebungen der Bundesrepublik West greift die Verfilmung der 1951 veröffentlichten Alt-Berliner Posse des Kabarettisten und DEFA-Autors Werner BernhardySzenarien aus dem Leben des Vormärz-Literaten und Satirikers Adolf Glaßbrenner (1810-1876) auf. \nGlaßbrenner gab mehrere Zeitschriften heraus\, in denen er mit scharfem\, mundartlich-sozialkritischem Witz die „niederen Stände“ gegen die preußisch-militaristische Obrigkeit aufwiegelte und wurde so nicht nur zu einem publizistischen Wegbereiter der demokratischen Revolution 1848 in Deutschland\, sondern in Folge ihres Scheiterns auch zur Zielscheibe des Verfolgungswahns der reinstallierten\, kaiserlich-preußischen\, biedermeierlichen Reaktion. \nIn der karikaturesk erzählten Filmsatire figuriert diese Reaktion im Kultusminister Presskopp\, der mithilfe der Baronin Tusnelda von Dunklage\, ihres Zeichens Vizepräsidentin des Tugendbundes preußischer Jungfrauen\, den oppositionellen „Brennglas“ domestizieren will\, indem er dessen Verlobte\, die Schauspielerin Adele Peroni\, mit einer vertraglichen Anstellung an das preußische Hoftheater in Berlin zu binden versucht. Da die Heirat mit einer zur Kaisertreue verpflichteten Staatskünstlerin ihn in den Augen seiner kritischen Anhängerschaft unwiderbringlich kompromittieren müsste\, versucht Brennglas die Premierenvorstellung zu sabotieren\, indem er Ausgaben seiner illegalen Flugschriften ans Theater schmuggelt. Auf Umwegen gelingt es Presskopp jedoch\, diese Tat erpresserisch gegen Adele zu wenden und sie zur Vertragsunterzeichnung zu zwingen. Dank des Vizegefreiten Pippich\, dem zunächst devoten Bediensteten der „Tugend“-Baronin\, dessen Aufsässigkeit im Laufe der Auseinandersetzung stetig wächst\, nehmen die turbulenten Verwicklungen schlussendlich allerdings eine glückliche Wendung: Im Laufe des finalen Polterabends\, bei dem alle relevanten Akteure der widerstreitenden gesellschaftlichen Schichten versammelt sind\, werden die Obrigkeiten selbst ihrer Verlogenheiten wegen überführt und im Bediensteten-Trakt des Freudenhauses festgesetzt. \nDas Lustspiel lebt allerdings weniger von der Aussagekraft seiner Handlung. Entscheidend für die zutiefst aufklärerische Wirkung dieser unterhaltsamen Groteske ist die treffsichere\, nachhaltige Verächtlichmachung all jener figürlich repräsentierten\, gesellschaftlichen Institutionen\, die mit ihren unumstößlich erscheinenden Sittlichkeitsgeboten das rigide Regime von Krieg\, Konkurrenz und Klassenherrschaft zum Naturgesetz zu erklärentrachten. \nDer Humor ist das Mittel\, das ihnen diese lähmende Macht nimmt. Er eröffnet nicht nur den unverstellten Blick auf das dürftig-überkommene Wesen hinter der autoritären Erscheinung\, sondern auch die Einsicht in die erfreuliche Möglichkeit der Gestaltung eines grundlegend anderen\, besseren\, menschenwürdigen Daseins.  \nWer lacht\, hat keine Angst vor dem Teufel und kann befreit\, genussreich und oppositionell engagiert wirken für Frieden\, Humanität und soziale Gleichheit. Das ist der übergreifende Sinn der Satire. Sie weist somit stets über ihre Zeit hinaus. Wir können ihr frohen Mutes folgen.   \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Denn das ist Humor: durch die Dinge durchsehen\, wie wenn sie aus Glas wären.“\nKurt Tucholsky\, „Brief an Mary Gerold“\, 4. Oktober 1918. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Machuca\, mein Freund
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Andres Wood | CHL 2004 | 116 Min. | deu) \n\n„Freiheit“ – ohne Gleichheit und Solidarität – bedeutet Ausbeutung\, Gewalt\, Elend und Krieg. Das hat die vielgepriesene „westliche Werteordnung“ des Neoliberalismus\, die uns – allen Krisenerscheinungen zum Trotz – seit Jahrzehnten als die beste aller denkbaren Welten verkauft werden soll\, schon mit Beginn ihres globalen „Siegeszuges“ vor 50 Jahren hinlänglich bewiesen. Am 11. September 1973 putschte sich in Chile das Militär unter General Pinochet mithilfe der CIA und weiterer westlicher Geheimdienste an die Macht. Ihre blutige Diktatur im Namen der „Freiheit“ richtete sich gegen die drei Jahre zuvor gewählte Regierung von Salvador Allende und der Unidad Popular\, die mithilfe der organisierten chilenischen Werktätigen den weltweit ersten Versuch unternommen hatte\, eine sozialistische Gesellschaft auf demokratisch-konstitutionellem Wege zu errichten. Die ökonomischen und soziokulturellen Umwälzungen\, die allein in diesen drei Jahren in Chile hatten hervorgebracht werden können\, werfen ein grelles Licht darauf\, welche befreiende Qualität solidarisch-egalitärer Gesellschaftsentwicklung heute erst recht möglich ist. Grund genug\, diese Alternative zur „Alternativlosigkeit“ neu zu Bewusstsein zu bringen. \nEinen besonders lebhaften\, beispielgebenden Eindruck davon vermittelt der 2004 von Andrés Wood veröffentlichte Film „Machuca\, mein Freund“. \nSeine fiktionalisierte Handlung ist zu Beginn der 1970er Jahre am St. George’s College in Santiago de Chile angesiedelt. Das frühere katholische Elitegymnasium ist in die Obhut von Father McEnroe\, einem Anhänger der Befreiungstheologie\, übergeben worden. In Abstimmung mit der Allende-Regierung beginnen die Padres in der Schule ein sozial-integratives Modellprojekt\, indem Kindern aus armen Familien das Schulgeld erlassen und ihnen so der Zugang zu höherer Bildung ermöglicht wird. Auf diese Weise lernt Gonzalo Infante\, wohlumsorgter Zögling reicher Eltern\, den Bauernsohn Pedro Machuca kennen\, der mit seiner alleinerziehenden Mutter in den nahegelegenen Slums wohnt. Zwischen beiden entwickelt sich eine innige Freundschaft\, die die tief verankerten Klassenschranken und die damit verbundenen Vorurteilsstrukturen fundamental in Frage stellt. Während das links-politisierte Umfeld Pedros\, das ständig ums Überleben und seine Würde kämpfen muss\, seine Skepsis gegenüber dem „privilegiert“ erscheinenden Gonzalo sukzessive abbaut\, steigern sich die elitären Kreise um Gonzalos Mutter zunehmend in einen reaktionären Klassenhass\, der auch die Freundschaft immer wieder auf eine harte Probe stellt. Die chauvinistischen getriebenen Roll-Back-Bestrebungen gipfeln schließlich in dem brutalen Putsch gegen die Allende-Regierung. Das Militär übernimmt die Schulleitung\, setzt die Befreiungstheologen ab\, beendet alle sozial-progressiven Reformprojekte und vertreibt mit tödlicher Gewalt die gesamte Bewohnerschaft der Elendssiedlungen. Die Freundschaft zwischen Pedro und Gonzalo wird durch diese Gewalt jäh zerrissen. Die in ihr angelegte\, zur Verwirklichung reifende Utopie einer klassenlosen Gesellschaft hat jedoch Einsichten hervorgebracht\, die einen neuen Versuch geradezu unausweichlich erscheinen lassen. \nAuf diese Weise schlägt der involvierend erzählte und klug inszenierte Film einen aufrüttelnden und erkenntnisreichen Bogen von einer besseren Vergangenheit in eine veränderungswürdige Gegenwart: Die Überwindung der sozialen Ungleichheit ist ein fundamentales\, gesellschaftliches Entwicklungserfordernis\, das mit persönlichem Nachdruck kooperativ-engagiert zu verwirklichen ist. Mit diesem zutiefst menschlichen\, verallgemeinerungswürdigen Wirken erlangt die „Freiheit“ erst ihren materiellen\, humanen Sinn. Der Einzelne gewinnt historische Bedeutung. Der erfreulichen Entfaltung sind keine Grenzen gesetzt. Der Mensch sei dem Menschen ein Freund. Eine bessere Welt ist möglich. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Wer Freunde sucht\, ist sie zu finden wert:\nWer keinen hat\, hat keinen noch begehrt.“\nGotthold Ephraim Lessing\, „In ein Stammbuch“\, 1779. \n\nDen Flyer findet ihr hier demnächst auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Draußen vor der Tür
DESCRIPTION:Beginn um 21 Uhr.  \n(Fernsehspiel | Regie: Fritz Borneman | DDR 1960 | 75 Min. | deu) \n\nAm 1. September 1939 überfiel das faschistische Deutsche Reich die Republik Polen. So begann der zweite\, vom deutschen Militarismus entfesselte\, weltweite Raub- und Eroberungsfeldzug. Als es den in der globalen Anti-Hitler-Koalition (Sowjetunion\, USA\, GB) vereinigten Antifaschist:innen sechs Jahre später gelang\, die Wehrmacht zur bedingungslosen Kapitulation zu zwingen\, waren bereits über 65 Mio. Menschen dem deutschen „Griff nach der Weltmacht“ zum Opfer gefallen\, darunter allein 27 Mio. Sowjetbürger:innen. Heute\, 86 Jahre später\, soll die bundesdeutsche Gesellschaft erneut zur kriegerischen Konfrontation mit Russland dem Primat des Militärischen unterworfen werden. Umso dringlicher erscheint es\, die historischen Schlussfolgerungen des „Nie wieder!“ (u.a. vollständige Entmilitarisierung Deutschlands\, Verbot aller Kriegsvorbereitungen und zwischenstaatlicher Gewalt im internationalen Völkerrecht\, globale Abrüstungsverpflichtungen\, etc.) neu ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. \nEin entschiedener Verfechter dieses „Nie wieder!“ war der Hamburger Dichter Wolfgang Borchert. In seinem 1947 veröffentlichten Drama „Draußen vor der Tür“ verarbeitet er sowohl seine Erfahrungen als 20-jähriger Wehrmachtssoldat im Russlandfeldzug als auch die Konfrontation mit einer westdeutschen Nachkriegsgesellschaft\, die von ihrer Verantwortung für die Gräueltaten des Krieges und seine Folgen nichts wissen will. \nProtagonist des Stücks ist der junge Beckmann\, der 1943 bei Stalingrad in Gefangenschaft geriet und nun – drei Jahre später – als Kriegsversehrter nach Hamburg zurückkehrt. Desillusioniert und mittellos irrt er durch die Schuttwüste seiner Heimatstadt. Da seine Frau mit einem neuen Mann die alte Wohnung bewohnt\, will er sich das Leben nehmen. Doch die Elbe spuckt ihn erzürnt wieder aus. Er solle erst einmal „richtig leben“. Ein mitleidiges Mädchen nimmt ihn bei sich auf. Doch schon bald meldet sich die Schuld. Der\, dem er hier den Platz streitig macht\, könnte einer seiner verschollenen Kameraden sein\, über die er im Feld die Aufsicht hatte. Auf Geheiß des „Anderen“\, einem inneren Wegbegleiter\, der ihn stets zur Zuversicht mahnt\, sucht Beckmann seinen ehemaligen Oberst auf\, um ihm die Verantwortung zurückzugeben. Doch der saturierte Vorgesetzte erklärt Beckmanns Fiebertraum zu einer Kabarettnummer und jagt ihn davon. Auch ein Theaterdirektor\, bei dem Beckmann vorspricht\, wiegelt ab. Die Wahrheit\, die aus seiner gequälten Seele spreche\, wolle heutzutage niemand hören. Als ihm die neue Bewohnerin des Elternhauses auch noch gleichgültig erklärt\, Vater und Mutter Beckmann hätten sich selbst „entnazifiziert“\, bricht Beckmann zusammen. Das traumartige Resümee seiner Odyssee mündet in einem Aufschrei der Verzweiflung: Worauf ist bei all dieser nihilistischen Verneinung des Humanen ein sinnvolles\, menschliches Leben zu gründen? \nDas dreifach wiederholte „Gibt denn keiner eine Antwort?“ ist die poetisch verdichtete Anklage einer verratenen Generation\, die für den Wahnwitz eines Weltkrieges verheizt wurde\, an dem Andere profitierten. Es ist das aufrüttelnde Plädoyer eines Kriegsheimkehrers\, den Krieg ein für allemal zu ächten und aus dem Leben der Menschheit zu verbannen. Es ist der zutiefst humanistische Appell an die Mitwelt\, eine Gesellschaft zu schaffen\, in der der Mensch sich gegenseitig nach Maßgabe der Schönheit gestaltet\, statt sich zu vernichten. \nDie 1960 entstandene\, werkgetreue Umsetzung für das DDR-Fernsehen bringt diese künstlerische Botschaft unmissverständlich zur Wirkung. Lehrreicher und aktueller könnte ein Bühnenstück kaum sein. Es ist an uns\, Antwort zu geben. \nHinaus zum Antikriegstag! International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Und jetzt sitzen sie hinter ihren Türen. Herr Studienrat\, Herr Direktor\, Herr Gerichtsrat\, Herr Oberarzt. Jetzt hat uns keiner hingeschickt. Nein\, keiner. Alle sitzen sie jetzt hinter ihren Türen. Und ihre Tür haben sie fest zu. Und wir stehen draußen. Und von ihren Kathedern und Sesseln zeigen sie mit dem Finger auf uns. So haben sie uns verraten. So furchtbar verraten. Und jetzt gehen sie an ihrem Mord vorbei\, einfach vorbei.“\nWolfgang Borchert\, „Draußen vor der Tür“\, 1947. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Morenga
DESCRIPTION:Beginn um 21 Uhr. \n(Spielfilm | Regie: Egon Günther | BRD 1985 | 112 Min. | deu) \n\nEs weht ein Hauch von Kolonialismus durchs grau-melierte Haar\, wenn Wirtschaftsminister Habeck 2024 in der namibischen Wüste den erpresserischen Deal zum „vergünstigten Import grünen Wasserstoffs“ ins deutsche Kernland besiegelt. Um den wachsenden Einfluss Russlands\, Chinas und weiterer ehemals kolonialisierter Länder auf die Weltpolitik zurückzudrängen\, wird in der veröffentlichten Meinung hierzulande jedoch gern ein anderes Bild gezeichnet: der aus eigener Kraft zu Wohlstand gekommene\, wehrlose\, friedliebende\, freiheitlich-demokratische „Westen“ ist von feindseligen\, rückschrittlichen\, kriegslüsternen\, unterdrückerischen Mächten bedroht und braucht nun Hilfe. \nDas Gros der Weltgemeinschaft allerdings wendet sich kopfschüttelnd ab. Man kennt Geschichte und Tatsächlichkeiten. Wann immer die europäischen Industrienationen ihre „zivilisatorischen Vorzüge“ gegenüber den Menschen des globalen Südens herausstellten\, drohte Letzteren barbarisches Ungemach. So auch in Namibia\, als ab 1904 kaiserlich-preußische „Schutztruppen“ an Herero und Nama den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts begingen\, nachdem diese sich gegen die deutsche Inbesitznahme ihres Landes aufgelehnt hatten. \nDie abgrundtiefe Wahrheitsverdrehung jener (reaktivierten) kolonialen Herrenmenschen-Denke ist es\, die der Hamburger Autor Uwe Timm in seiner 1978 veröffentlichten Romanerzählung „Morenga“ satirisch-bissig aufs Korn nimmt. \nIm Mittelpunkt der (stark gekürzten) Fernsehfilmerzählung von Egon Günther aus dem Jahr 1985 stehen\, wie im Roman\, die Schilderungen der Erlebnisse des Oberveterinärs Gottschalk\, der sich 1904 freiwillig zum Einsatz in „Deutsch-Südwest“ gemeldet hat – zu jenem Zeitpunkt\, als bereits der Vernichtungsbefehl des Generals von Trotha gegen die Herero erging. Gottschalks Einsatzgebiet ist der abgelegene Außenposten Warmbad im Süden des Landes\, der nur den Zweck erfüllt\, das koloniale Siedlungsgebiet deutscher Rinderzüchter gegen die aufständischen Nama unter ihrem Anführer Jakobus Morenga zu verteidigen und auszuweiten. Je näher er Einheimische und Landsleute kennenlernt\, desto klarer wird dem naiven „Abenteurer“\, wer hier die Zivilisierten sind und wer die barbarischen Unmenschen. Rohe Gewalt\, alkoholgetränkter Stumpfsinn\, dekadenter Nihilismus und vulgäre Vorteilsnahme unter dem Banner „christlich-abendländischer Kultur“ stehen einem strategisch-klugen\, von tiefem Gerechtigkeitssinn geprägten\, subversiven Widerstandsgeist der Nama gegenüber. Gottschalk erfährt es am eigenen Leib\, als er in Morengas Gefangenschaft gerät: jene schier aussichtslos Unterlegenen\, Verfemten und Verfolgten\, denen ein existenzieller Kampf um ihr Land und Leben aufgezwungen wurde\, behandeln noch jeden Deutschen – ob Siedler oder Soldat – mit mehr Würde\, Respekt und Humanität\, als dieser je von den eigenen Landsleuten erfahren durfte. Es brauchte die Allianz mit der britischen Kolonialkonkurrenz\, den Einsatz schwerster Artillerie und eine zahlenmäßig absurde Überlegenheit der deutschen Truppen\, um Morenga zu Fall zu bringen und den brutal sinnlosen Kolonialkrieg militärisch zu gewinnen. \nMoralisch war er von vornherein verloren. Weil er die fundamentale Verkommenheit einer Gesellschaftsordnung offenbarte\, die auf solch tiefgreifende soziale\, kulturelle\, politische und ökonomische Ungleichheit angewiesen ist. \nDiesen Zusammenhang anschaulich begreifbar zu machen\, darin besteht das hochaktuelle\, kenntnisreiche Verdienst von Roman und Film. Ein Seh- und Lesegenuss\, der danach schreit\, aus der Geschichte endlich zu lernen. Die geistige und materielle Entschädigung für alle Kolonialverbrechen nach dem Verursacher-Prinzip\, die globale Verwirklichung von Menschenrechten und sozialer Gleichheit\, kooperative Handels- und Wirtschaftsbeziehungen (inklusive offenem Wissens- und Technologietransfer) zur Beseitigung von Hunger\, Elend\, Krieg und Klimawandel: das sind die elementaren Voraussetzungen für Frieden\, Wohlstand und Demokratie weltweit. Kurz: Zivilisation. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Preußischer Ehrenkodex: Auf Frauen und Kinder darf man nicht schießen. Also treibt man sie in die Wüste und läßt sie verdursten.“\nUwe Timm\, „Morenga“\, 1978. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Ende einer Dienstfahrt
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Hans-Dieter Schwarze | BRD 1970 | 90 Min. | deu) \n\nDas Militärische genießt nach wie vor und zurecht – auch aufgrund der Geschichte – kein hohes Ansehen in der deutschen Bevölkerung. Nach den aktuellen Aufrüstungsplänen der Bundesregierung soll die Bundeswehr jedoch zur größten Landstreitkraft Europas ausgebaut werden (inklusive Wehrpflicht\, nuklearer Bewaffnung und „Notstandsgesetzen“ zur Generalmobilmachung im „Ernstfall“) und dafür auch gesellschaftlich ein vorbildhaftes Image verliehen bekommen. Die öffentliche Rechtfertigung dieser Militarisierung geht mit einerrabiaten Verkehrung aller Schlussfolgerungen aus dem deutschen Faschismus einher: Nicht nur wird zum vierten Mal (WK1\, WK2\, Kalter Krieg) das Schauermärchen vom drohenden Einfall „russischer Horden“ aus dem Osten bemüht. Es soll auch vergessen gemacht werden\, dass schon zur Einführung der Bundeswehr 1955 der demokratische Mehrheitswillen der westdeutschen Bevölkerung\, das Grundgesetz\, die Bestimmungen des alliierten Kontrollrats\, die Grundrechte der außerparlamentarischen Opposition sowie alle ernsthaften Bemühungen um eine Entnazifizierung der Gesellschaft außer Kraft gesetzt werden mussten. \nDieser unauflösbare Widerspruch zwischen betont harmloser Erscheinung und strukturell zutiefst inhumanem Wesen der Armee ist das hochaktuelle\, spannungsreich und humorvoll reflektierte Thema der restaurationskritischen Groteske „Ende einer Dienstfahrt“\, die 1966 von Heinrich Böll verfasst und 5 Jahre später von Hans-Dieter Schwarze kongenial verfilmt wurde. \nDen Mittelpunkt der Handlung bildet ein abstruser Gerichtsprozess im fiktiven\, rheinischen Kleinstädtchen Birglar. Johann Gruhl\, der ortsansässige Tischlermeister\, und sein frisch aus dem Wehrdienst entlassener Sohn Georg sind angeklagt\, während der Dienstzeit einen Jeep der Bundeswehr entwendet und auf offenem Felde verbrannt zu haben. Von Beginn an gestehen sie die Tat ein. Auf Intervention höherer Staatsbeamter wird jedoch keine Anklage wegen Sabotage oder „Fahnenflucht“erhoben\, sondern alles dafür getan\, den Vorfall herunterzuspielen. Dazu gehört\, dass die Lokalpresse zu einem anderen Gerichtsprozess umgeleitet\, die Verhandlung einem gutmütigenLokalrichter übertragen und im kleinsten Saal des Amtsgerichtes abgehalten wird. Außerdem werden zahlreiche Entlastungszeugen geladen\, die den tadellosen Charakter der Angeklagten bestätigen sollen. Einzig der ortsfremde Staatsanwalt muss immer wieder zurechtgewiesen werden\, seine politische Abscheu gegen die „zersetzende“ Handlung der Gruhls im Zaum zu halten. Um jeden Preis soll vermieden werden\, dass die wahren Motive der Gruhls zur Sprache kommen. Diese könnten nicht nur die korrupten\, abgrundtief stumpfsinnigen Strukturen und Zwecksetzungen der Armee der Lächerlichkeit preisgeben\, sondern auch noch die unrühmliche Vorgeschichte und spießbürgerliche Doppelmoral zahlreicher Honoratioren der „guten Gesellschaft“ auffliegen lassen\, die nach 1945 so sehr um den Anschein ihrer demokratischen Geläutertheit bemüht sind. So werden die Gruhls umgarnt und ihre aufrührerische Tat als harmlose „Kunstaktion“ deklariert. \nDem Publikum dringen jedoch mit jedem prozessualen Verrenkungsakt die verborgenen Motive der handelnden Akteure immer klarer zu Bewusstsein. Auf diese Weise entfaltet die filmische Satire ihre aufklärerische Sprengkraft. Sie entlarvt nicht nur die fundamentale Verlogenheit einer aus ihrer Vergangenheit nicht lernen wollenden Gesellschaft\, sondern bildet auch ein nachdrückliches Plädoyer für die konsequente Entfaltung jedes humanistisch begründeten Nicht-Einverstanden-Seins mit dieser Gesellschaft.  \nDesertion und Kriegsdienstverweigerung gehören elementar dazu.Der Frieden als soziale Verwirklichung der Gewaltfreiheit ist die engagiert wahrzunehmende Vermenschlichungsarbeit\, der sich auf Dauer niemand entziehen kann. Der Helm des Kriegsgottes birgt einen hohlen Schädel. Zivile Entfaltung schafft Perspektive und frohen Menschensinn. Das „Bierernste“ darf auch herzlich verlacht werden. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Gruhl habe gelitten unter dieser >Quaternität des Absurden<; Sinnlosigkeit\, Unproduktivität\, Langeweile\, Faulheit\, die er\, Kuttke\, geradezu für den einzigen Sinn einer Armee halte. Hier wurde Stollfuss böse\, fast laut rief er dem Zeugen zu\, endlich zur Sache zu kommen und dem Gericht seine Privatphilosophie zu ersparen.“\nHeinrich Böll\, „Ende einer Dienstfahrt“\, 1966. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Panzerkreuzer Potemkin
DESCRIPTION:(Stummfilm | Regie: Sergej Eisenstein | SU 1925 | 75 Min. | deu) \n\nDer Mensch ist ein gesellschaftlich handelndes Wesen und insofern aktiver Gestalter seines Geschichtsprozesses. Gerade angesichts der scheinbar ungehemmten Eskalation militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen ist diese Erkenntnis auf Seiten all derjenigen\, die vom Krieg niemals profitieren\, von entscheidender Bedeutung. Nur drei Jahre nach Entfesselung des Ersten Weltkriegs 1914 durch den deutschen Militarismus gelang es der Arbeiterbewegung in Russland\, ihre eigene kriegslüsterne Herrscherkaste zu stürzen. Mit der Oktoberrevolution und dem „Dekret über den Frieden“ (1917) legte sie den Grundstein für die Beendigung der weltweiten Schlächtereien und die Errichtung einer Gesellschaft\, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen prinzipiell überwunden ist. Es ist die bedeutsamste historische Tat des 20. Jahrhunderts. Aus ihr zu lernen ist für die heute umso notwendigere Befreiung der Menschheit von Krieg\, Ausbeutung\, Unterdrückung und Ungleichheit elementar. \nKein Film eröffnet diese Möglichkeit so eindrücklich\, wie der1925 entstandene „Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergei Eisenstein. Der selbst zum revolutionären Meilenstein des Weltkinos gewordene Stummfilm\, der den 1905 noch gescheiterten Aufstand der russischen Werktätigen gegen die zaristische Herrschaft reflektiert\, setzte nicht nur ästhetisch neue Maßstäbe für das vor 100 Jahren noch junge Leinwandmedium. Er ist zugleich das erste Filmwerk\, das den millionenfach Entrechteten dieser Welt ein umfassendes Bewusstsein ihrer persönlichen Rolle in der Geschichte zu vermitteln im Stande war.  \nNach klassischer Dramenstruktur entfaltet sich die Handlung in fünf Akten. Im Zuge des vom Zarenregime losgetretenen\, aussichtslosen Kriegs gegen Japan liegt der für Nachschub heimgekehrte Panzerkreuzer „Potemkin“ bei Odessa vor Anker. Die entkräftete Mannschaft wird von den Offizieren wie Vieh behandelt. Als einige Seeleute sich weigern\, das ihnen zugewiesene\, wurmstichige Fleisch zu verzehren und zur Strafe dafür erschossen werden sollen\, meutert die Besatzung gegen die zaristische Admiralität und bringt das Schiff unter ihre Kontrolle. Ihren dabei ermordeten Genossen Wakulintschuk bringen sie zur Beisetzung an den Hafenkai\, was zu einer spontanen\, massenhaften Solidarisierung der Stadtbevölkerung führt. Arbeiter:innen\, Student:innen\, Bäuer:innen\, Soldatenmütter und Kriegsversehrte erkennen in den Matrosen Ihresgleichen und beginnen ebenfalls\, sich gegen ihr Elend aufzulehnen\, was die Staatsgewalt mit mörderischer Repression beantwortet. Die „Potemkin“ beschießt das Hauptquartier der Generalität\, muss aber gleichzeitig den Angriff der zaristischen Flotte zur See befürchten. Die Meuterer beraten und entscheiden\, sich dem anrückenden Geschwader entgegen zu werfen. Anders als tatsächlich im Jahre 1905 geschehen\, verbrüdern sich im Film die Besatzungen der Flotte in letzter Sekunde und die „Potemkin“ erhält freies Geleit. Historisch waren diese subjektiven Voraussetzungen für das Abwerfen der Zarenherrschaft erst zwölf Jahre später hervorgebracht. Ohne sie hätte der Film gar nicht entstehen können. \nGenau anhand dieser Kontrastierung von historischer Wirklichkeit und (verwirklichter) Möglichkeit entfaltet der Film seine radikal-emanzipatorische Erkenntniswirkung\, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat: Zum Gelingen einer gesellschaftlichen Umwälzung mit solch menschheitsgeschichtlich befreiender Bedeutung\, wie sie die Oktoberrevolution darstellte\, bedarf es der stetigen\, strategisch-kategorialen\, aufklärerischen Initiative der fortschrittlichsten Kräfte einer Gesellschaft zur Herausbildung und Entfaltung eines bewussten\, kollektiven\, antagonistischen Subjekts. Dies ist ein historischer Lernprozess. \nDie Ästhetik des Widerstands ist dabei ein eigenständigerBeweger von universellem Wert. Wer seine historische Bedeutung erkannt hat\, wie soll der aufzuhalten sein. Die Geschichte ist offen zu ihrer global menschenwürdigen Gestaltung. Ein:e Jede:r ist dabei gefragt.   \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Und der Inhalt ist die Hegemoniekrise der führenden Klasse\, die entweder eintritt\, weil die führende Klasse in irgendeiner großen politischen Unternehmung gescheitert ist\, für die sie den Konsens der großen Massen mit Gewalt gefordert oder durchgesetzt hat (wie der Krieg)\, oder weil breite Massen (besonders von Bauern und intellektuellen Kleinbürgern) urplötzlich von der politischen Passivität zu einer gewissen Aktivität übergegangen sind und Forderungen stellen\, die in ihrer unorganischen Komplexität eine Revolution darstellen.“\nAntonio Gramsci\, „Gefängnishefte“\, Bd. 7\, H13\, §23\, 1932-35. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: No other land
DESCRIPTION:(Doku | Regie:  Basel Adra/Yuval Abraham | PAL/NOR 2024 | 95 Min. | OmU) \n\nDie Geschichte des Nahostkonflikts ist bis zum heutigen Tag eine Geschichte der skrupellosen\, interessegeleiteten Abwälzung jener historischen Verantwortung\, die den westlichen Staaten für ihre historischen Gewaltverbrechen an den europäischen Jüdinnen und Juden zukommt\, auf die arabisch-palästinensische Bevölkerung. Die sog. bundesdeutsche „Staatsräson“ ist dabei an verlogenem Geschichtsrevisionismus kaum zu überbieten. Die aus dem kategorialen „Nie wieder Faschismus\, nie wieder Krieg!“ abgeleiteten völkerrechtlichen Bestimmungen der UN-Charta\, der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte\, zahlreicher UN-Resolutionen und des deutschen Grundgesetzes bilden eine eindeutige Verpflichtung zur Durchsetzung der Rechte des palästinensischen Volkes auf souveräne Staatlichkeit\, eigenständige politische\, ökonomische\, soziale und kulturelle Entwicklung sowie die gleichberechtige Teilhabe in einer dem Frieden verpflichteten internationalen Staatengemeinschaft. Stattdessen wird mit Rekurs auf die deutsche Vergangenheit eine israelische Regierungspolitik gefördert\, die all diese Rechte seit Jahrzehnten mit Füßen tritt und mittlerweile einen genozidalen Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser:innen führt\, der vor keinem Kriegsverbrechen zurückschreckt und die ganze Welt in Brand zu setzen droht. \nDer unverbrüchliche Widerstand der palästinensischen Zivilbevölkerung für Humanität\, Recht und Gerechtigkeit\, wie er in dem Oscar-prämierten Film „No other land“  von Basel Adra und Yuval Abraham dokumentiert ist\, bildet dagegen ein beinahe wundersam erscheinendes\, hoffnungsstiftendes Fanal für die zivile Entwicklungsperspektive eines friedlichen Zusammenlebens aller Menschen in der Welt. \nBasel lebt mit seiner Familie in Masafer Yatta\, einem grenznahen palästinensischen Dorf im südlichen Westjordanland\, dessen Territorium seit 1977 von der israelischen Besatzungsarmee völkerrechtswidrig zur Errichtung eines Truppenübungsplatzes beansprucht wird. Seit seiner Geburt ist er Teil des Widerstands der Dorfbewohner:innen gegen die Vertreibungsversuche der Armee. Diese erfahren 1999 eine massive Verschärfung\, als ein israelisches Gericht die Landnahme „legalisiert“ und der Dorfbevölkerung faktisch jegliches Bleiberecht abspricht. Willkürliche Zerstörungen der rudimentären\, lebenswichtigen Infrastruktur (Wasserleitungen\, Brunnen\, Wohngebäude\, Schulen\, etc.) nehmen zu\, ebenso wie gewalttätige Angriffe bewaffneter jüdischer Siedler. Die schutzlose Bewohnerschaft kämpft dagegen mit Solidarität und unerschütterlicher Courage um ihr Land und Leben. Ab 2018 entscheidet sich Basel\, diesen Widerstand zu filmen und verleiht ihm damit ein entscheidendes Sprachrohr in der internationalen Öffentlichkeit. Yuval\, ein israelischer Aktivist und Filmjournalist aus dem nahegelegenen Beer-Sheva\, schließt sich ihm an. Die tiefe\, freundschaftliche Verbundenheit\, die zwischen den beiden im gemeinsamen Kampf gegen das zerstörerische Besatzungsregime erwächst\, bildet in ihrer spannungsreichen Entwicklung den eigentlichen\, revolutionär-aufklärerischen Gehalt der filmischen Erzählung. Gegen alle Verhetzung\, Gewalt und strukturelle Ungleichheit gelingt es ihnen\, die mit dem Widerstand verbundene\, reale Perspektive eines gleichberechtigten Lebens in Frieden\, Würde und solidarischer Wohlentwicklung für alle Welt lebendig begreifbar werden zu lassen. \nDie Veröffentlichung\, Verbreitung und Rezeption des Films in diesen Zeiten ist selbst ein entschiedener Auftrag an die internationale Öffentlichkeit zur engagierten Verwirklichung dieser Möglichkeit. Sie entspricht einer fundamentalen\, zivilisationsgeschichtlichen Notwendigkeit. \nWir können und sollten sie – im Bewusstsein unserer besonderen Verantwortlichkeit vor der Geschichte – beherzt wahrnehmen. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Die Bedrückten und Mißbrauchten sind für Gerechtigkeit\, aber für sie soll nicht Druck und Mißbrauch aufhören\, damit Gerechtigkeit herrsche\, sondern es soll Gerechtigkeit herrschen\, damit Druck und Mißbrauch aufhöre. Die Bedrückten und Mißbrauchten sind also keine gerechten Leute.“\nBertolt Brecht\, „Me-Ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er Jahre. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Wenn die Kraniche ziehen
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Michail Kalatosow | SU 1957 | 95 Min. | deu) \n\nHumanität und Krieg bilden einander ausschließende\, fundamentale Gegensätze. Diese trivial klingende\, aber menschheitsgeschichtlich mühsam errungene Erkenntnis des 20. Jahrhunderts ist es\, die mit rabiatem Primitivismus für nichtig erklärt wird\, wenn die „Kriegstauglichkeit“ wieder zur obersten Priorität allen gesellschaftlichen Handelns in der Bundesrepublik erhoben werden soll. \nAm 22. Juni 1941 begann die faschistische\, deutsche Wehrmacht mit dem Überfall auf die Sowjetunion den grausamsten Raub- und Vernichtungsfeldzug\, den die Welt je erlebt hat. Über 27 Millionen Sowjetbürger:innen wurden ermordet\, ganze Landstriche komplett verwüstet\, entvölkert und auf Jahrzehnte unbewohnbar gemacht\, bevor am 8. Mai 1945 den vereinigten Kräften der Anti-Hitler-Koalition unter Führung der UdSSR die Befreiung von Faschismus und Weltkrieg gelang. \nEs war bereits der zweite\, vom deutschen Militarismus entfesselte Weltenbrand\, der nur durch die revolutionäre Friedenstat der sozialistischen Sowjetbevölkerung ein Ende fand. \nHeute\, 80 Jahre später\, ist die Frage\, wie Kriege zu beenden und für alle Zeiten unmöglich zu machen sind\, umso dringlicher gestellt. Zu ihrer Beantwortung deutlich hilfreicher als die wiederauflebenden Phantasmagorien der zweifach „Besiegten“ dürften die historischen Erfahrungen\, Lehren und Schlussfolgerungen der damaligen Befreier sein. \nKaum ein künstlerisches Werk legt davon so eindrucksvoll Zeugnis ab\, wie der 1957 veröffentlichte\, cineastisch die sowjetische „Tauwetter“-Periode begründende Antikriegsfilm „Wenn die Kraniche ziehen“ von Michail Kalatosow. \nDie Rohheit des Krieges wird darin sehr bewusst nicht anhand des vordergründigen militärischen Geschehens reflektiert\, sondern in dem dramatischen\, widerspruchsvollen Ringen um Humanität\, das sich jenseits der Front abspielt. Handlungsleitend ist der Werdegang Weronikas\, einer Moskauer Studentin\, deren liebevoll-sympathetische\, zunächst recht naiv anmutende Verbindung mit dem Studenten Boris einen jähen Bruch erfährt\, als dieser sich angesichts des faschistischen Überfalls freiwillig zur Roten Armee meldet. Allen Anflügen idealisierender Verklärungen trotzend bekundet Boris‘ Vater sein tiefes Missbehagen über die Entscheidung des Sohnes\, kann ihn jedoch nicht abhalten. Als Weronikas Familie bei einem Luftangriff auf Moskau zu Tode kommt\, nimmt der Vater sie wohlwollend auf. Der wegen einer erschlichenen Freistellung ebenfalls im Haus lebende Cousin von Boris nutzt jedoch Weronikas Hilflosigkeit in einem neuerlichen Bombenhagel aus und vergewaltigt sie. Aus Scham und Verzweiflung heiratet sie den Cousin und wird mit der Familie angesichts des deutschen Vormarschs nach Sibirien evakuiert. Ahnend\, dass Boris den Fronteinsatz nicht überleben wird und sich selbst des „Verrats“ bezichtigend\, will sie ihrem sinnlos erscheinenden Leben ein Ende bereiten\, als sie unwillkürlich einem kleinen\, kriegsverwaisten Jungen das Leben rettet. Die leise keimende Hoffnung wird zusätzlich genährt\, als Boris‘ Vater die niederen Machenschaften des Cousins durchschaut und sich entschließt\, diesen\, anstelle Weronikas\, vor die Tür zu setzen. \nSeine dramatisch-wegweisende\, nachhaltig aufklärerische Wendung nimmt die Filmerzählung jedoch zum Schluss\, als Weronika im allgemeinen Jubel über das Ende des Krieges durch einen Frontkameraden die unmissverständliche Nachricht von Boris‘ Tod erhält. \nDie folgende Ansprache des kriegsgezeichneten Freundes an die Moskauer Bevölkerung möchte man als Dauerbotschaft all jenen in Endlosschleife zu Gehör und Bewusstsein bringen\, die noch immer nicht begreifen wollen\, dass der Krieg seinem Wesen nach nur Verlierer kennt und dass es der Frieden ist\, den es zu gewinnen gilt. \nDie leidgeprüfte Liebe Weronikas reift zur unbedingten\, uneingeschränkten Liebe zum Leben\, zum Menschen und seiner allseitig erfreulichen Entfaltung. Für dieses produktive\, schöpferische Werk sind alle geistigen und materiellen Ressourcen zu mobilisieren\, die die Menschheit über Jahrtausende hervorgebracht hat. Das sind die unhintergehbaren Lehren aus zwei Weltkriegen\, die es mit leidenschaftlichem Verstand konsequent zu verwirklichen gilt. Nie wieder Faschismus bedeutet nie wieder Krieg! \nDarum: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Da lesen wir in der demokratischen Presse etwas von der »Gefährdung des Wehrgedankens«. Aber wir wollen ihn so gefährden\, dass ihm die Luft ausgeht\, und wir pfeifen auf jenen »gesunden Pazifismus«\, der die Heere aufbaut und erweitert\, der den Massenmord präpariert\, der sein Land ins Unglück stürzt und der ebenso verbrecherisch ist wie das\, was er vorbereitet.“\nKurt Tucholsky\, „Gesunder Pazifismus“\, 1928. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Filmseminar: Die Sendung der Lysistrata
DESCRIPTION:(Fernsehspiel | Regie: Fritz Kortner | BRD 1961 | 108 Min. | deu) \n\nDer Krieg hat – nach öffentlich-medialer Lesart – eine verblüffende Eigenschaft: keiner will ihn gewollt haben und trotzdem bricht er plötzlich aus. Weil er ohne duldende Beteiligung derjenigen\, die unter ihm zu leiden haben\, nicht geführt werden kann\, muss er – auch mit kulturell-ideologischem Aufwand – vorbereitet werden. Dazu gehört\, widerständige Bestrebungen nach Frieden\, Abrüstung\, ziviler Konfliktlösung und sozialer Wohlentwicklung als vorgestrig\, verräterisch\, verweichlichend und zersetzend zu brandmarken. Archaische\, geschlechtsspezifische Rollenbilder fördern dabei die Behauptung\, die „Kriegstauglichkeit“ sei die wahre Bestimmung des Menschen. \nDas Gegenteil ist zutreffend. Gerade weil jedoch im „atomaren Zeitalter“ die Frage existentielle Bedeutung gewonnen hat\, ob es endlich gelingt\, die immensen geistigen und materiellen Ressourcen der Menschheit zu ihrer gedeihlichen Entfaltung produktiv zu machen\, oder ob diese noch immer zu (selbst-)zerstörerischen Zwecken pervertiert werden können\, ist das Bewusstsein über das tatsächlich „Menschliche“ historisch-kritisch zu substantiieren. \nKaum ein filmisches Werk eignet sich dazu so trefflich wie die 1961 unter Regie von Fritz Kortner für den NDR entstandene Adaption des antiken Lustspiels „Lysistrate“ von Aristophanes. \nDas historische Bühnenstück\, entstanden und uraufgeführt im Jahre 411 v.u.Z.\, zur Hochphase des 30 Jahre währenden Peloponnesischen Krieges\, ist ein einzigartig scharfsinniger\, humorvoller Verriss alles Kriegerischen in seinen vielfältigen Dimensionen. \nUm den schon lange aussichtslos tobenden\, immer zerstörerischer werdenden Krieg gegen das benachbarte Sparta zu beenden\, ruft Lysistrate (dt.: die das Heer Auflösende) die Frauen des attischen Seebundes sowie Abgesandte ihrer spartanischen Leidensgenossinnen zu einer Versammlung. Ihr gemeinsam gefasster Plan besteht darin\, die Männer solange im Bette zu bestreiken\, bis sie zu einem Friedensschluss gekommen sind. Zudem besetzen sie die Staatskasse und fordern beim Obersten Rat politische Mitsprache bei der Gestaltung einer zukünftigen Friedensordnung ein. Da sie sich allen Vorurteilen\, Versuchungen\, Verunglimpfungen und Verfolgungen zum Trotz den kriegsverrohten Männern gegenüber als klüger\, konsequenter\, solidarischer und gewitzter erweisen\, gelingt der Coup und die „Helden des Schlachtfelds“ müssen die Waffen strecken. Was sich als stark gerierte\, ist der Lächerlichkeit preisgegeben. \nDie Verfilmung bettet die ungemein aufklärerische Allegorie des Bühnenstücks zudem in eine zeitgenössische Rahmenhandlung des Jahres 1961 ein. Im wohlsituierten Hause der Salbachs versammeln sich vier (klein-)bürgerliche Ehepaare\, um eine Aufführung des Stückes\, in der die Gastgeberin als Hauptdarstellerin mitwirkt\, im Fernsehen zu sehen. Ihr Mann hat als Chemiker für die Entwicklung eines Treibstoffs ein lukratives Angebot aus den USA erhalten\, um diesen militärisch für die umstrittene\, nukleare Bewaffnung der Bundesrepublik nutzbar zu machen. Er ist unschlüssig\, ob er das Angebot annehmen soll. Die Schau des Stückes fördert die zutiefst divergierenden Überzeugungen und Wertvorstellungen der Beteiligten von erzkonservativ-ewiggestrig bis entschieden-aufklärerisch progressiv zu Tage und entfacht eine lebhafte Kontroverse um die aktuelle Relevanz\, den Wert und die Überzeugenheit der grundlegend pazifistischen Botschaft des Stücks. \nDie CDU-regierten Bundesländer protestierten 1961 gegen das Fernsehspiel mit der Begründung\, die Komödie verletze das „sittliche Empfinden der Bevölkerung“. Der Bayrische Rundfunk boykottierte die Ausstrahlung gänzlich\, da die „Verfechter einer Atomrüstung auf eine Weise karikiert“ würden\, die „einfach unfair ist“. \nEin Grund mehr\, sich den haltungsbildenden Hochgenuss dieses humoristischen Lehrstücks nicht entgehen zu lassen. Die „alten Griechen“ waren in vielerlei Hinsicht weiter als so manche selbsternannten Verfechter der „zivilisierten Welt“ heutzutage. \nDer Frieden ist zu gewinnen\, nicht der Krieg. \nDarum: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„RATSHERR:\nSo verlang‘ ich denn nun zu erfahren\, bei Zeus\, von euch Weibern die lautere Wahrheit:\nWas bewog euch\, sagt\, zu verschließen die Burg und die Tore vor uns zu verrammeln?\nLYSISTRATE:\nNur in Sicherheit brachten wir gerne das Geld\, nicht verführen Euch soll es zum Kriege!\nRATSHERR:\nSo? Ist denn das Geld Ursache des Kriegs?\nLYSISTRATE:\nUnd die Ursach‘ aller Verwirrung!“\nAristophanes\, „Lysistrate“\, Zweite Szene\, 411 v.u.Z. \nDen Flyer findet ihr hier als [pdf] zum Download.
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SUMMARY:Meuterei lohnt sich –  Brot\, Frieden\, Würde erkämpfen!
DESCRIPTION:Diskussionsveranstaltung mit Peter Mertens\,  \nGeneralsekretär der Partei der Arbeit Belgiens (PvdA/PTB)  \nam 28. Mai 2025\, 18 Uhr\, HWP-Hörsaal\, Von-Melle-Park 9  \n„Die Krise besteht gerade in der Tatsache\, dass das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann: in diesem Interregnum kommt es zu den unterschiedlichsten Krankheitserscheinungen.“  \nAntonio Gramsci\, „Gefängnishefte“\, H3\, §34\, 1932-35 \nMeuterei 1918 in Wilhelmshaven – Aufstand der Matrosen und Heizer\nDie Welt ist einem fundamentalen Umbruch begriffen. Die politische\, sozio-ökonomische und kulturell-hegemoniale Vorrangstellung des neoliberalen Gesellschaftsmodells westlicher Prägung erodiert. \nDie vielgepriesene freie Marktwirtschaft hat hinlänglich bewiesen\, dass sie außer Stande ist\, auch nur ein einziges der global drängenden Menschheitsprobleme – Krieg/Frieden\, soziale Ungleichheit\, demokratische Teilhabe und gerechte Verteilung des Reichtums\, nachhaltiges Wachstum\, Beendigung von Klima- und Umweltzerstörung\, Hunger\, Elend und Epidemien – zu lösen.\nDas neue Selbstbewusstsein des Globalen Südens und die wachsende Kooperation der BRICS-Staaten fordern die alte Weltunordnung ebenso heraus wie die sich verschärfenden Kämpfe für eine sozial gerechte und menschenwürdige Gesellschaftsentwicklung in den Industrienationen selbst.\nDie Profiteure und ideologischen Verfechter der bestehenden Ordnung wissen sich angesichts ihrer fundamentalen Krise nicht anders zu helfen\, als durch eine militarisierte Zuspitzung der Konkurrenz nach Innen und nach Außen zu versuchen\, den Status Quo zu verteidigen – unter steter Zuhilfenahme extrem rechter\, demagogischer Kräfte.\nDagegen steht eine umfassend humane\, zivile und kooperative Krisenlösung umso zwingender auf der globalen gesellschaftlichen Tagesordnung. Für deren engagierte Verwirklichung bedarf es jedoch eines kämpferisch-qualifizierten\, solidarisch-assoziierten Subjekts. \nPeter Mertens\, seit 2008 Generalsekretär der Partei der Arbeit Belgiens (PvdA/PTB)\, diskutiert in seinem kürzlich erschienen Buch genau diese Herausforderungen im globalen Kampf für tatsächlich menschenwürdige Verhältnisse unter dem Motto „Meuterei!“. Er reflektiert darin die aktuellen wie auch historischen Voraussetzungen für gelingende soziale Aufstände und Umwälzungsprozesse und geht dabei der Frage nach\, wie die Vielen\, die die Gesellschaft durch ihre Arbeit und ihr Engagement tagtäglich am Laufen halten und weiterentwickeln\, dazu kommen\, auch das Steuerrad zu übernehmen. Er greift in diesem Zusammenhang auch den reichhaltigen kulturellen Fundus tradierter Erfahrungen aus diesen Auseinandersetzungen auf. Wir erinnern: Die Meuterei der Matrosen in Kiel und Hamburg 1918 war der Anfang des Endes vom Ersten Weltkrieg und der Auftakt zur Novemberrevolution in Deutschland mit ihren weitreichenden sozialen\, zivilen und demokratischen Fortschritten. \nDeswegen wollen wir mit Peter Mertens folgende Fragen diskutieren:\nWie lässt sich die aktuelle\, tiefe Krise des neoliberalen Kapitalismus verstehen und deuten?\nWorauf können wir unsere Zuversicht stützen\, für die Hervorbringung einer sozialen und zivilen Zeitenwende?  Welche Einsichten und Ambitionen sind für die Herausbildung einer international solidarisch kämpfenden Arbeiterbewegung entscheidend zu entwickeln?\nWie kann die Durchsetzung eines sozial-transformatorischen Richtungswechsels in Europa gelingen?\nWelche Bedeutung kommt dabei den fortschrittlich orientierten Kräften in Belgien und der BRD zu? \n„Wer seine Lage erkannt hat\, wie soll der aufzuhalten sein?“ \nBertolt Brecht\, „Lob der Dialektik“\, 1934 \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf zum Download. \nHere you get the flyer in english.
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SUMMARY:Filmseminar: Das Geld der Anderen
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Christian de Chalonge | F 1978 | 105 Min. | deu) \n\nDie Welt braucht dringend Heilung. Sie krankt an einem grundlegend aufzulösenden Missverhältnis: Der global erarbeitete\, gesellschaftliche Reichtum ist schon lange groß genug\, um allen Menschen ein Leben in Frieden\, Würde und dauerhafter sozialer Wohlentwicklung zu ermöglichen. Dieser Reichtum wird jedoch zu gegenteiligen\, destruktiven Zwecken zunehmend in den privaten Händen einiger Weniger konzentriert. Die Einkommen der Vorstände der größten deutschen Unternehmen sind in den vergangenen sechs Jahren 30mal stärker angestiegen als die durchschnittlichen Reallöhne aller bundesweit Beschäftigen und Angestellten. \nUm das notwendige Aufbegehren gegen diese strukturelle Ungleichheit niederzuhalten\, finden vermehrt militaristische und rassistische Narrative Verbreitung\, die ein nationales „Wir“ der „Freiheitsliebenden“ gegen vermeintliche Bedrohungen von außen konstruieren. Denselben Zweck erfüllt die Mär von der sozialen Sicherheit\, die durch Verzicht und Leistungsbereitschaft zu erlangen sei. \nDer begründete Widerspruch und die humanistische Kritik jener neoliberalen Weltunordnung\, die die Menschheit in ihre akute\, fundamentale Entwicklungskrise geführt hat\, sind jedoch mindestens genauso tradiert wie diese selbst. \nEine besonders erkenntnisbildende\, kulturkritische Konkretion bildet der 1978 von Christian de Chalonge veröffentliche Film „Das Geld der Anderen“. \nDie mit großartigen Schauspieler:innen inszenierte Satire wirft ein grelles Licht hinter die Fassaden des Bankenwesens\, das aufgrund seiner dominanten soziokulturellen und ideologischen Stellung im Neoliberalismus als Sinnbild für die gesellschaftlichen Entwicklungsdynamiken insgesamt taugt. \nSchon die Eingangsszene thematisiert den omnipräsenten Widerspruch zwischen Schein und Sein in einer Gesellschaft\, die auf dem Konkurrenzprinzip basiert. Henri Rainier\, der jüngst entlassene Prokurist einer Pariser Geschäftsbank\, sucht eine neue Anstellung. Dafür muss er sich gegen zahllose Mitbewerber in einem kafkaesken Auswahlverfahren behaupten. Die feindselige Atmosphäre ist durch oberflächliche Freundlichkeit nur schlecht kaschiert. Mit seiner systemgläubigen Naivität kommt er allerdings nicht weit. Sein ehemaliger Arbeitgeber hat ihn in windige Investmentspekulationsgeschäfte verwickelt\, für die Rainier\, nachdem sie aufgeflogen sind\, als Bauernopfer beseitigt wurde. Um seine Reputation und den bedrohten Familienfrieden wiederherzustellen\, beginnt er\, seine bisherigen Glaubenssätze in Frage zu stellen und gegen die Bank selbst vorzugehen. Auf diesem argen Weg der Erkenntnis dringt er nicht nur bedrohlich tief in die schmutzigen Geheimnisse der nach außen hin um den Eindruck unzweifelhafter Redlichkeit und Vertrauenswürdigkeit bemühten Parallelwelt der Hochfinanz vor. Er gewinnt auch zunehmend Mitstreiter:innen unter den gewerkschaftsnahen „einfachen“ Angestellten der Bank und bringt mit seiner wachsenden Renitenz ein ganzes System ins Wanken. \nDie ästhetisch äußerst feinsinnig ausgestaltete\, spannungsreiche Filmerzählung entfaltet dabei eine doppelte Aufklärungswirkung von eminenter Aktualität: Sie macht anschaulich begreifbar\, dass eine Weltordnung\, die auf der Fetischisierung des Tauschwerts\, auf Ausbeutung\, Konkurrenz und Entfremdung beruht\, ebenso auf tönernen Füßen steht wie die Existenz derjenigen\, die sich ihrer Aufrechterhaltung verschrieben haben. Ihre quasi-natürlich erscheinende Macht existiert nur\, insoweit an sie geglaubt wird. Zugleich wird dabei besonders erkennbar\, inwiefern die Infragestellung dieser Schein-Natürlichkeiten bzw. das solidarisch-oppositionelle Aufbegehren für Wahrhaftigkeit\, soziale Gerechtigkeit und eine humane Entwicklung der Gesellschaft einen befreienden Akt der Vermenschlichung darstellt\, der bis dahin ungeahnte Möglichkeiten einer sinnvollen\, perspektivreichen\, erfreulichen und verallgemeinerungswürdigen Entfaltung eröffnet. \nEin heiteres\, lehrreiches\, persönliches Paradigma für das akute Gelingen der globalen Gattungsverwirklichung. Der Mensch hat eine nicht zu unterschätzende Gabe: Er kann aus Fehlern lernen. \nDarum: International solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Viel Klagen hör ich oft erheben\nVom Hochmut\, den der Große übt.\nDer Großen Hochmut wird sich geben\,\nWenn unsre Kriecherei sich gibt.“\nGottfried August Bürger\, „Mittel gegen den Hochmut der Großen“\, 1787. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download. 
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SUMMARY:Festkundgebung: Tag der Befreiung
DESCRIPTION:Der „Hamburger Ratschlag für den 8. Mai als Feiertag“ lädt ein und ruft auf\, den 8. Mai 2025 als Tag der Befreiung gemeinsam würdig mit der Festkundgebung auf dem Hamburger Jungfernstieg von 12 bis 22 Uhr zu feiern. Mit einem internationalistischem Bühnenprogramm und einem „Weg des Widerstands“ wollen wir der weltweiten Befreiung vom deutschen Faschismus und Weltkrieg gedenken und feiern: Freiheit\, Gleichheit\, Solidarität – Die Befreiung vollenden! \nDer 8. Mai muss endlich als Tag der Befreiung ein Feiertag werden! Unser Aufruf für das diesjährige Fest ist im Anhang und auf der Webseite zu lesen: www.8mai-hamburg.de/8-mai-2025/\nDas Mobilisierungsmaterial (Plakate und Flyer) findet Ihr auch analog zum Abholen an der Uni Hamburg im Flur des AStA-Trakts (Von-Melle-Park 5) und im AStA der HAW (Berliner Tor 11). Wenn Ihr Material abholen möchtet\, meldet Euch gern bei kontakt[at]8mai-hamburg.de \nAm Programm sind u.a. beteiligt: Norman Paech zum antifaschistischen Grundgesetz\, Hans-Martin Gutmann mit Jazz-Piano\, Marx Sisters and Brothers mit Gedichten und Liedern von Tucholsky bis Brecht\, RussPublika zum Friedensstreben in der Sowjetunion\, der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche\, Auschwitz-Komitee\, Kerstin Kaiser zu antifaschistischen Schlussfolgerungen\, Malte Klingforth zum Kampf um den Hafen\, sozialistische Jugendorganisationen gegen die Wehrpflicht\, Stella’s Morgenstern\, Tornado Rosenbergund viele mehr. \nBei einer Podiumsdiskussion wollen wir mit Abgeordneten von SPD\, GRÜNE und LINKE zur Bedeutung und Umsetzung des 8. Mai als Feiertag diskutieren. \nAuf einem „Weg des Widerstands“ kann an zahlreichen Informationsständen verschiedener Initiativen und Organisationen über die Quellen und Vermächtnisse des antifaschistischen Engagements damals und heute reflektiert und diskutiert werden. \nDie Befreiung wird an verschiedenen Orten in Hamburg und bundesweit gefeiert. Das Programm der Aktionswochen zum 80. Jahrestag der Befreiung findet ihr hier: https://8mai-hamburg.de/veranstaltungsuebersicht/ \nWeitere Informationen: \nhttps://www.instagram.com/8mai_hamburg/ \nhttps://x.com/8mai_hamburg \n 
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SUMMARY:Filmseminar: Begegnung an der Elbe
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Grigori Alexandrow | SU 1949 | 104 Min. | deu) \n\nDer 8. Mai 1945 markiert eine der wichtigsten positiven Zäsuren der jüngeren Menschheitsgeschichte. Vor exakt 80 Jahren zwang die internationale\, weltanschauungs- und systemübergreifende Allianz der Anti-Hitler-Koalition die deutsche Wehrmacht zur bedingungslosen Kapitulation und beendete damit die faschistische Barbarei\, die mit ihrem Vernichtungskrieg millionenfach Tod\, Hunger\, Elend\, Vertreibung und Zerstörung von Deutschland aus über die Welt gebracht hatte. Ohne das unermüdliche antifaschistische Engagement von Millionen von Bürger:innen der sozialistischen Sowjetrepubliken wäre diese Befreiung\, namentlich Europas\, undenkbar gewesen. Eine in Frieden und sozialer Gleichheit geeinte Menschheit zu schaffen\, die die Geißel von Faschismus und Krieg für alle Zeiten verbannt\, war die vitale\, gemeinsame Zwecksetzung\, die sich in der Gründung der Vereinten Nationen\, der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte\, dem neu geschaffenen Völkerrecht sowie den Landesverfassungen der vormals faschistischen Staaten (D\, IT\, Japan) niederschlug. \nDer Aufbau einer solchen Nachkriegsordnung gestaltete sich jedoch schwierig\, nicht zuletzt weil einflussreiche Kräfte in den USA mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki bereits im August 1945 signalisierten\, dass sie an einer friedlichen Koexistenz der Systeme gar nicht interessiert waren. \nHeute\, da zum Zwecke der „Kriegstauglichmachung“ der Bundesrepublik alle Errungenschaften der Befreiung zur Disposition gestellt und „der Russe“ – auch rückwirkend – wieder für alles Übel in der Welt verantwortlich gemacht werden soll\, lohnt es in besonderer Weise\, die mit dem damaligen Kriegsende verbundenen Hoffnungen und Erfahrungen neu zu Bewusstsein zu bringen. \nEine zeithistorisch authentische Möglichkeit dazu bietet der 1948/49 entstandene Film „Begegnung an der Elbe“ des sowjetischen Regisseurs Grigori Alexandrow. \nIn den Kulissen des kriegsversehrten Kaliningrad schildert er das Zusammentreffen von Sowjet- und US-Armee bei der Befreiung des fiktiven Städtchens Altenstadt an der Elbe. Schon die Verbrüderung der Soldaten ist dem US-Generalstab suspekt\, vermuten sie doch\, nicht zu Unrecht\, größere Sympathien der einfachen G.I.‘s für die sozialistischen Ideale ihrer Kameraden jenseits des Flusses. Diese Sympathien manifestieren sich in der wachsenden Freundschaft von Major Hill und Major Kuzmin. Beide werden zu Stadtkommandanten ihres jeweiligen Sektors ernannt. Während es jedoch Kuzmin trotz großer Widerstände zunehmend gelingt\, das Vertrauen relevanter Teile der deutschen Bevölkerung für eine konsequente Entnazifizierung und den sozialen\, kulturellen und demokratischen Neuaufbau einer zivilen Gesellschaftsordnung zu gewinnen\, muss Major Hill feststellen\, dass seine Vorgesetzten vielmehr damit befasst sind\, profitablen Gewinn aus ihrem Status als Siegermacht zu schlagen\, dabei die Aufbaubemühungen der Sowjets mithilfe alter Nazi-Agenten zu sabotieren und sich für die deutsche Bevölkerung und ihre notwendige Emanzipation vom alten Ungeist einen feuchten Kehricht interessieren. Als er schließlich begreift\, dass die Pläne seiner Obersten auf eine Wiederbewaffnung Westdeutschlands und einen möglichen neuen Krieg hinauslaufen\, ergreift er offen Partei und lässt die geheimdienstliche Verschwörung zugunsten der Friedenserhaltung auffliegen. \nMit dieser (stellenweise etwas agitatorisch überzeichneten\, aber dennoch realitätsnah erzählten) Parabel bildet der Film ein beeindruckendes Plädoyer für die unverzichtbaren\, heute neu zu beherzigenden Schlussfolgerungen von 1945: Nie wieder darf es kriegstaumelnden Geschäftemachern gelingen\, friedliebende Kulturvölker\, die voneinander unendlich viel zu lernen haben für die gemeinsame Gestaltung einer menschenwürdigen Welt\, gegeneinander zu Mord und Totschlag zu verleiten. Das Geschenk der Völkerfreundschaft\, allen historischen Verbrechen zum Trotz\, ist einzulösen in der unbedingten Verwirklichung einer Welt des Friedens\, wie sie vor 80 Jahren umrissen wurde. \nDer 8. Mai ist auch hierzulande endlich zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Wir haben die Lande gemessen\, die Naturkräfte gewogen\, die Mittel der Industrie berechnet\, und siehe\, wir haben herausgefunden\, dass diese Erde groß genug ist; dass sie jedem hinlänglichen Raum bietet\, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; […] und dass wir nicht nötig haben\, die größere und ärmere Klasse an den Himmel zu verweisen. […] Die Zeit ist gekommen\, wo die Völker nicht mehr nach Köpfen gezählt werden\, sondern nach Herzen.“\nHeinrich Heine\, „Die romantische Schule“\, 1833/1836. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download.
URL:https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-begegnung-an-der-elbe
CATEGORIES:Kino
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