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SUMMARY:Filmseminar: Der Pianist
DESCRIPTION:(Spielfilm | Regie: Roman Polanski | F/GB/D/PL 2002 | 150 Min. | deu)\n\n\nWelche Schlussfolgerungen sind aus dem deutschen Faschismus und seiner historischen Überwindung zu ziehen? Diese Frage ist nicht nur am 9. November\, dem Jahrestag der Reichspogromnacht\, aufgeworfen\, sondern ohnehin aktuell tagtäglich zu beantworten. \nWer dabei den Faschismus auf den Antisemitismus und dessen eliminatorische Zuspitzung im Holocaust reduziert und damit seinen prinzipiell menschenfeindlichen\, gewaltförmigen\, herrschafts-\, ausbeutungs- und ungleichheitsperpetuierenden Wesenskern leugnet\, verdoppelt das von ethnisch-nationalen oder kulturellen Identitäten ausgehende „Teile-und-Herrsche“-Prinzip\, verneint die Gleichheit aller Nicht-Herrschenden als soziale Tatsache und erklärt jegliche Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit tatsachenwidrig zum Problem der Betroffenengruppe selbst. Wer darüber hinaus den historischen Antisemitismus instrumentalisiert\, um heutige Gewaltverbrechen der israelischen Regierung an der palästinensischen Bevölkerung\, die kriegerische Außenpolitik der Bundesrepublik und die damit verbundenen grundrechtswidrigen\, sozialen Repressionen nach innen zu legitimieren\, negiert alle materielle Substanz des global zu verwirklichenden\, tatsächlichen „Nie wieder!“ und degradiert Jüdinnen und Juden pauschal\, kontrafaktisch und rückwirkend zum „ewig wehrlosen Opfervolk“. Ein Hohn gerade für jene widerständigen Jüdinnen und Juden\, deren kämpferische Humanität unter grausamsten Bedingungen entscheidenden Anteil an der Befreiung der Menschheit von der faschistischen Barbarei hatte. \nVon eben jenem eindrucksvollen\, vielfältigen und verallgemeinerungswürdigen Kampf erzählt die von Roman Polanski 2002 unter dem Titel „Der Pianist“ veröffentlichte Verfilmung der Autobiographie des Holocaust-Überlebenden Władysław Szpilman. \nIm September 1939 ist Szpilman Pianist beim Warschauer Rundfunk und spielt Klavier\, während die deutsche Wehrmacht Polen überfällt und das Sendehaus bombardiert. Mit seiner Familie wird er ins Warschauer Ghetto deportiert\, wo Verfolgung und Entrechtung\, Hunger\, Elend und Zwangsarbeit sowie alltägliche brutale Demütigungen und willkürliche Ermordungen durch die SS an der Tagesordnung sind. Doch Szpilman kämpft\, wie andere auch\, um Leben und Überleben. Über seinen Bruder findet er Kontakt zum sozialistischen Lagerwiderstand\, mit dessen Hilfe er es schafft\, den Deportationen ins Vernichtungslager zu entgehen. Im Gegenzug hilft er dabei\, Waffen ins Ghetto zu schmuggeln. Der klandestin vorbereitete Aufstand wird zwar von den Nazis brutal niedergeschlagen. Er ist jedoch zugleich das Mut gebende Fanal für die polnische Untergrundbewegung in Warschau\, wenige Monate später ebenfalls den Aufstand zu wagen. Als dann im Winter 1944 die Rote Armee vor den Toren der Stadt anlangt\, findet Szpilman mit Hilfe eines abtrünnigen Wehrmachtsoffiziers ein Versteck\, wo er bis zur finalen Befreiung überlebt. Entscheidendes Movens\, Quell und Mittel seines immer wieder neu begründeten\, kämpferischen Lebensmuts ist das in der Musik von Chopin\, Bach\, Beethoven etc. lebendig gehaltene Erbe der Menschheit in ihrem universellen Streben nach Emanzipation. \nDer äußerst wirklichkeitsnah erzählte Film vermittelt auf diese Weise eine aktuell höchst relevante Einsicht darüber\, wie die Barbarei besiegt werden kann und worin ihre praktische Alternative besteht: Kunst\, Humanität und solidarisch engagierte Lebensfreude sind elementare Bestandteile des Menschseins selbst. Das so verwirklichte produktiv-menschliche Bedürfnis\, seine gemeinschaftlichen Lebensbedingungen kollektiv nach Maßgabe der Schönheit zu gestalten\, ist ein „Gleichmacher“ im besten Sinne des Wortes. Auf diese Weise ist jegliche Ungleichwertigkeitsbehauptung zur Kapitulation zu bringen. Das ist der global zu realisierende Inhalt der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte\, des internationalen Völkerrechts\, der UN-Sozialcharta sowie auch des deutschen Grundgesetzes. Lernen aus der Geschichte ist eingreifendes Denken für eine bessere Zukunft. Insofern gilt tatsächlich: „Nie wieder!“ ist jetzt. Ein Jeder ist dabei gefragt. \nInternational solidarisch – Schluss mit Austerität! \n„Wenn ihr uns stecht\, bluten wir nicht?\nWenn ihr uns kitzelt\, lachen wir nicht?\nWenn ihr uns vergiftet\, sterben wir nicht?\nUnd wenn ihr uns beleidigt\, sollen wir uns nicht rächen?“\nWilliam Shakespeare\, „Der Kaufmann von Venedig“\, 1600. \nDen Flyer findet ihr hier auch als [pdf] zum Download. \n  \n 
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