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DESCRIPTION:Doku | Regie: Michael Moore| D 2007 | 123 Min. \n\nDie neoliberale Privatisierung des gesellschaftlichen Lebens tötet – tagtäglich\, weltweit\, und nicht erst seit es Corona-Viren gibt. Nirgends wird dies auf so drastische Weise deutlich\, wie im Bereich der sozialen Daseinsvorsorge. Das US-amerikanische Gesundheitswesen\, das Michael Moore in „Sicko“ kritisch beleuchtet\, mag noch gravierender profitorientiert zugerichtet sein als hierzulande. Die beseitigbaren Übel jedoch sind vergleichbar. Seit der Marktöffnung Ende der 90er-Jahre gehören ein Drittel aller Krankenhäuser Konzernen wie Asklepios\, Rhön AG\, Helios und Co. Mit der Fallkostenpauschalen-Finanzierung gilt ein dauerhaft zu verinnerlichender „Triage“-Zwang für alle Einrichtungen. Blutige Entlassungen\, medizinisch nicht indizierte Eingriffe\, Pflegemangel\, 5-Minuten-Abfertigungsdruck\, unbezahlte Überstunden\, durch Abbau an Reinigungspersonal und Hygiene-Mängel zunehmend multiresistente Krankenhauserreger und regional konzentrierte Unterversorgung sind an der Tagesordnung. Der Marktgewinn wurde über das Wohlergehen der Bevölkerung gestellt. \nAm Extrem USA werden auch die umkehrbaren Ursachen besonders deutlich. Die Privatisierungsstrategie der Nixon-Administration wurde von der mächtigen Lobby von Versicherungs- und Pharmakonzernen diktiert\, Abgeordnete – Demokraten wie Republikaner – für die Zustimmung direkt oder mit Aufsichtsratsposten königlich bezahlt. Die Alternative eines solidarischen\, öffentlich organisierten\, allen kostenlos zugänglichen Gesundheitswesens wurde massenmedial als nicht rentables\, freiheitsberaubendes\, kommunistisches Teufelszeug gebrandmarkt. \nDass das Gegenteil zutrifft\, belegen die Beispiele staatlicher Gesundheitsvorsorge und sozialer Sicherungsleistungen\, wie Moore sie in Kanada\, Großbritannien und Frankreich zeigt. Alle Länder haben bei geringeren Gesundheitsausgaben eine geringere Säuglingssterblichkeit\, höhere Lebenserwartung\, besser bezahlte Beschäftigte\, weniger Stress und folglich weniger Erkrankungen. Sie verdeutlichen auch\, dass Gesundheit zuallererst eine soziale\, kulturelle und politische Frage ist und dass solidarische Kämpfe für elementare Rechte wie dem Recht auf Gesundheit entscheidend für jede Form von Besserung sind. Auch deswegen\, weil die Erwirkung und Ausweitung materieller Entfaltungsmöglichkeiten ein zentrales Herrschaftsmoment fundamental erschüttert: die Angst. \nNichts davon reicht jedoch an die internationale Heilsamkeit des kubanischen Exempels heran. Bei einem Zwanzigstel an Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben der USA  gewährt der sozialistische Inselstaat nicht nur ausnahmslos Jede*m die kostenlose Behandlung und Medikamentenversorgung auf weltweit höchstem Niveau mit aufsuchender\, präventiver Medizin bis in den letzten Provinzwinkel. Er schickt auch noch Tausende seiner bestausgebildeten Ärzte in internationale Krisenregionen (zuletzt zur erfolgreichen Ebola-Eindämmung in Westafrika) und bildet kostenlos jährlich Zehntausende Medizinstudierende aus aller Herren Länder aus. Die nur schwer in Worte zu fassende\, menschliche Qualität dieser Ausbildung wird dabei besonders deutlich\, als Moore mit einigen freiwilligen Helfer*innen des 11. September 2001 nach Kuba fährt. Sie erhalten dort für ihre Folgeerkrankungen die Behandlung\, die ihnen in den USA bis dato verwehrt blieb. Sie beginnt mitunter schon mit dem einfachen Zuhören und Sätzen wie „Keine Sorge. Wir kümmern uns um alles.“ \nDer lehrreichen Beispiele sind genug. Sie könne Schule machen. Die Möglichkeiten umfassender Heilung liegen auf der Hand. Hier\, jetzt und überall. \nGesundheit bedeutet: Schluss mit Austerität! \n„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen\, einem das Brot entziehen\, einen von einer Krankheit nicht heilen\, einen in eine schlechte Wohnung stecken\, einen durch Arbeit zu Tode schinden\, einen zum Selbstmord treiben\, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staate verboten.“\nBertolt Brecht\, „Me-Ti. Buch der Wendungen“\, entstanden im Exil der 1930er-Jahre. \nHier findet ihr den Flyer auch als pdf.
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