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„Die Anstalt – Zur Kritik des Neoliberalismus“ Film-Seminar gegen Austerität

Oktober 17 @ 20:00 - 23:00

Die Anstalt – Zur Kritik des Neoliberalismus, DE 2017, Deutsch, 47 min – ZDF-Sendung vom 7.11.2017


Max Uthoff und Claus von Wagner haben mit der Kabarett-Sendung „Die Anstalt“ bemerkenswertes geschaffen: In künstlerisch hervorragend verdichteter Weise nehmen sie – stets analytisch fundiert und bestens recherchiert – die Mythen und Dummheiten der hegemonialen Konsensstiftung des real existierenden Kapitalismus satirisch aufs Korn und fordern ein Millionenpublikum zum tätigen Verändern heraus.

In der Sendung vom November 2017 – kurz nach dem Einzug der AfD in den Bundestag und noch während der Verhandlungen für eine Jamaika-Koalition – rechnen sie grundlegend mit dem neoliberalen Paradigma der letzten 30 Jahre ab. Löchrige Straßen; einstürzende Brücken; Brände, die nicht gelöscht werden können; Rettungswagen, die zu spät kommen; Krankenhäuser, die krank machen und Schulen die nicht klüger machen – nichts wurde besser durch das Mantra dieser Politik: „Privatisierungen, Steuersenkungen, Sozialstaatsabbau“, die nun mit dem Gebot der Schuldenbremse noch zu retten versucht wird. Sie zeigen dabei historisch auch eindrucksvoll, dass nichts davon einfach so über die Menschheit hereinbrach, sondern von marktradikalen Ökonomen („Chicago Boys“), reaktionären Politikern (Thatcher, Reagan, Pinochet, der FDP usw.) und den Kapitalvertretern selbst generalstabsmäßig geplant und skrupellos durchgesetzt werden musste. Darin besteht die Krise.

Nun ist umfassende Heilung unabdingbar.

Die Rekonstruktion und Ausweitung von vorausschauender wirtschaftlicher Planung, gewerkschaftlicher und politischer Organisierung, demokratischer Partizipation, aufklärerischer Kunst und Kultur, eines solidarischen Gemeinwesens und ein Ende des die „Märkte“ beschwichtigenden Schuldendienstes stehen an.

Aufklärung, Kritik und das assoziierte Engagement der Mehrheit für die Mehrheit sind die international wirksame, persönliche wie gesellschaftliche Alternative zum eingeredeten „Ende der Geschichte“.

Respekt vor der herrschenden Politik muss nicht sein. In diesem Sinne ist der Humor der „Anstalt“ eine Waffe: Wer lacht, hat keine Angst vor dem Teufel! Die Austerität kann beendet werden. The times, they are a-Changin‘.

„Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel. Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: »Nein!« Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine. Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist.
Satire ist eine durchaus positive Sache. […]Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an. […]Was darf die Satire? Alles.”
Kurt Tucholsky, „Was darf Satire?“, Berliner Tageblatt, 27. 1. 1919.

Ankündigungsflyer als PDF.

Details

Datum:
Oktober 17
Zeit:
20:00 - 23:00

Veranstaltungsort

Philturm
Von-Melle-Park 8
Hamburg, Hamburg 20146 Deutschland